Im Profil der 18. Etappe ist nur eine Bergwertung vermerkt. Auf den 220 Kilometern von Valdaora nach Santa Maria di Sala gilt es 1100 Höhenmeter zu überwinden. Es ist die letzte Flachetappe dieses 102. Giro d’Italia. Die letzten 80 Kilometer zum Ziel sind komplett flach. Dennoch ist es nicht sicher, dass es zum Massensprint kommt. Denn zum einen sind von den Top-Sprintern nur noch Pascal Ackermann und Arnaud Demare im Rennen, sodass ohnehin wohl nur zwei Teams die Nachführarbeit leisten würden. Zum anderen stellt sich die Frage, ob Arnaud Demare überhaupt sein Team einspannen würde, denn sollte es nicht zum Sprint kommen, hätte er das Maglia Ciclamino so gut wie sicher, und müsste nur das Ziel in Verona erreichen. Einen Etappensieg hat Demare schon eingefahren, sodass er vielleicht lieber einem Sprint aus dem Weg geht, um das Trikot abzusichern. Doch offenbar zeigt auch das Team Israel Cycling Academy mit Davide Cimolai Interesse an einem Sprint. 

Ebenso spricht die Topografie der Etappe gegen einen Sprint. Denn es geht auf den ersten Kilometern leicht bergauf, was es einer Sprintermannschaft sehr schwer macht, zu kontrollieren, welche Gruppe sich absetzt. In der Ebene könnte man “einfach” alle Gruppen sofort zurückholen, bis die Konstellation passt und es nur 2-3 Fahrer sind. Doch bergauf kann man nicht Vollgas nachjagen, wenn man Gefahr läuft, den eigenen Sprinter in Schwierigkeiten zu bringen. Da es jedoch nicht sehr steil ist, muss man sich um Ackermann oder Demare normalerweise keine großen Probleme machen. Doch nach fast drei harten Giro-Wochen ist sicher keiner im Feld mehr taufrisch.

Sollte sich früh eine große Gruppe mit rund 15-20 Fahrern absetzten, dürfte es für die Bora-hansgrohe-Mannschaft sehr schwer werden, über ~200 km den Rückstand zu kontrollieren. Selbst wenn Cesare Benedetti für 5 Fahrer nachführt, wird es schwer, gegen die Überzahl in der Ausreißergruppe.

Dem Team Movistar wäre es natürlich äußerst recht, wenn eine Andere Mannschaft die Arbeit im Feld machen würde. Denn in den nächsten Tagen wird wohl jeder Mann gebracht um das Rosa Trikot von Richard Carapaz zu verteidigen.

Doch beim Giro weiß man nie so genau, deshalb bleibt abzuwarten, ob es am Ende nicht doch zum Massensprint kommt.

 

Die Strecke

Karte der 18. Etappe des Giro 2019

Die 18. Etappe führt gen Süden. Zunächst geht es einige Kilometer bergauf, sodass auf den ersten 30 Kilometern rund 500 Höhenmeter bewältigt werden müssen. Anschließend geht es lange bergab und etwa zur Rennhälfte steht die einzige Bergwertung des Tages an. Die letzten 80 Kilometer zum Ziel sind komplett flach.

Das Finale der Etappe ist wenig anspruchsvoll. Die Zielgerade ist lang und breit.

Finale der 18. Etappe des Giro 2019

Die Favoriten

Kommt es zum Sprint dürfte es ein Duell zwischen Pascal Ackermann und Arnaud Demare geben. Ein klarer Favorit lässt sich dabei nicht ausmachen. Für die Gruppe des Tages gibt es viele Kandidaten. Marco Frapporti muss man nicht zweimal fragen, ob er in die Gruppe will. Das halbe Bardiani-CSF-Team kommt zudem in Frage. Thomas de Gendt kann auch zwei Tage in Folge ausreißen, Adam Hansen, Luke Durbridge oder auch Florian Senechal wären Kandidaten. Beim Team AG2R ist man sicher beflügelt, nach dem Erfolg von Nans Peters in Antholz siegte und wird wieder versuchen, einen Fahrer in der Gruppe zu platzieren. Die Dimension Data Equipe war bislang wenig erfolgreich, auch sie werden versuchen die Chance in einer Fluchtgruppe zu suchen. Die Liste ließe sich locker fortführen.

 
***** –
****  Pascal Ackermann, Arnaud Demare
*** Marco Frapporti, Mirco Maestri
** Manuel Belletti, Simone Consonni, Davide Cimolai
* Nico Denz, Ryan Gibbons, Andrea Vendrame

Start: 12:00 Uhr
Ziel: ~17:15 Uhr


Die weiteren Etappen mit Profil

19. Etappe 31. Mai |  TREVISO – SAN MARTINO DI CASTROZZA | 151 km ***
20. Etappe | 1. Juni | FELTRE – CROCE D’AUNE-MONTE AVENA | 193 km *****
21. Etappe | 2. Juni | VERONA – VERONA | 15,6 km ITT *** 

19. Etappe 31. Mai |  TREVISO – SAN MARTINO DI CASTROZZA | 151 km ***
Profil der 19. Etappe des Giro d’Italia 2019

 

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