Auf die Fahrer wartet am Freitag ein langer Tag im Sattel. Satte 230 Kilometer sind es von Belfort nach Chalon-sur-Saône – es ist das längste Teilstück dieser Tour. Der erste Teil der Etappe ist leicht wellig, die zweite Hälfte flach. Es stellt sich die Frage, ob es ein Tag für die Ausreißer wird, oder ob die Sprinterteams zusammenspannen und für einen Massensprint sorgen. Natürlich ist es bei einer solch langen Etappe ein harter Job, die Ausreißer auf Distanz zu halten, aber es gibt einige Sprinter im Peloton, die noch keinen Etappensieg gefeiert haben. Ausgenommen von Elia Viviani sind bislang alle Top-Sprinter leer ausgegangen. Dylan Groenewegen und vor allem Caleb Ewan würden zu gern einen Tagessieg einfahren. Zudem sind die nächsten Etappen eher kein ideales Terrain für die endschnellen Männer. So kann man wohl davon ausgehen, dass sich die Sprinterteams diese Chance am Freitag nicht entgehen lassen wollen.


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Ob sich Deceuninck-QuickStep auch an Nachführarbeit beteiligen würde, bleibt abzuwarten. Denn in den vergangenen Tagen musste man viel Kraft investieren, das Gelbe Trikot zu verteidigen und man hat bereits zwei Erfolge auf der Habenseite. Doch ist es nur eine kleine Gruppe, die sich zu Beginn absetzt, sollten Jumbo-Visma und Lotto-Soudal bei dieser Distanz die Ausreißer auch ohne die Hilfe weiterer Teams kontrollieren können. Die Zusammensetzung der Fluchtgruppe entscheidet dann auch, wie viel Arbeit Trek-Segafredo machen muss. Denn sie wollen das Gelbe Trikot von Giulio Ciccone unbedingt verteidigen. Vielleicht darf das Team des Gelben Trikots  die ersten zwei Stunden der Nachführarbeit übernehmen, ehe dann die Sprinter den Rest erledigen.

Für die Favoriten auf den Gesamtsieg heißt es, nach den Anstrengungen vom Donnerstag möglich kraftschonend durchzukommen.

 

Die Strecke

Karte der 7. Etappe der Tour der France 2019

Die Etappe führt gen Südwesten. Nach dem Start geht es zunächst wellig aus Belfort hinaus. Die erste Bergwertung des Tages wird nach 37 Kilometern ausgetragen. vermutlich hat sich zu diesem Zeitpunkt die Gruppe des Tages bereits gebildet. Die nächste Bergwertung steht dann nach 95 Kilometern an. Nur 24 Kilometer später wird die dritte Bergwertung des Tages abgenommen. Die ist auch die letzte Steigung des Tages.

Die Sprintwertung wird erst 33 Kilometer vor dem Ziel ausgetragen, vielleicht werden die Ausreißer bereits zuvor eingeholt. 

 

 

Profil der letzten Kilometer der 7. Etappe der Tour 2019

Die Anfahrt zum Ziel erscheint wenig anspruchsvoll. Die letzte enge Kurve steht rund 1700 m vor dem Ziel an, anschließend geht es in einem leichten Rechtsknick zum Ziel. Die letzten vier Kilometer sind komplett flach, die Zielgerade ist minimal abfallend. Es dürfte einen schnellen Sprint geben.

Karte der letzten Kilometer der 7. Etappe der Tour de France 2019

Die Favoriten

Es sind die üblichen Verdächtigen, die in der Favoritenliste auftauchen. Dylan Groenewegen, in den vergangenen Monaten der schnellste Sprinter der Welt, ist nach seinem Sturz zu Beginn der Tour noch nicht wieder voll hergestellt. Caleb Ewan kommt bislang einfach nicht in die Position, seinen Sprint durchzuziehen. So wartet er weiter auf seinen ersten Tour-Etappensieg. Anders Elia Viviani, der nach seinem Sieg in Nancy voller Selbstbewusstsein ist und ohne Druck fährt. Peter Sagan steht immer auf der Liste und Alexander Kristoff beeindruckte in Nancy ebenfalls.

***** Elia Viviani
****  Caleb Ewan, Alexander Kristoff
*** Dylan Groenewegen, Peter Sagan
** Christophe Laporte, Giacomo Nizzolo, 
*  Michael Matthews, Matteo Trentin, Sonny Colbrelli, Jens Debusschere, André Greipel, Wout van Aert, Jasper Philipsen

 
Start: 11:20 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr

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Die weiteren Etappen

8. Etappe  | Samstag, 13. Juli | Mâcon – Saint-Étienne | 199 km
Profil der 8. Etappe der Tour de France 2019

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