Vor dem ersten Ruhetag dieser 106. Tour de France steht noch einmal ein langes Teilstück an. Über 217 Kilometer geht es von Saint-Flour nach Albi.  Das Terrain ist zunächst wellig, der zweite Teil der Etappe ist größtenteils flach. Veranstalter ASO hat dieses Teilstück nicht als “Flachetappe” der 1. Kategorie (Etappe hat Coef. 2) eingestuft und bei satten 3000 Hm ist das einleuchtend.

Man darf gespannt sein, ob am Ende erneut Ausreißer triumphieren, oder ob die Sprinterteams das Rennen kontrollieren. Nach neun harten Renntagen werden die Fahrer die Anstrengungen spüren und sich sicher bereits auf den Ruhetag am Dienstag freuen.

Der erste Teil der Etappe ist ideal für eine Ausreißergruppe. Sollte sich erneut eine große Gruppe aus dem Staub machen, wird man im Feld bei dieser langen Distanz vielleicht lieber Kräfte schonen. Doch setzt sich eine kleine Gruppe ab und spannen die Teams in der Nachführarbeit zusammen, könnte es in Albi auch zum Massensprint kommen.

Für die Fahrer, die um den Gesamtsieg der Tour kämpfen, geht es an diesem Montag nur darum, möglichst kraftschonend das Ziel zu erreichen.

 

Die Strecke

Karte der 10. Etappe der Tour 2019

Die ersten Kilometer nach dem scharfen Start sind wellig. Die erste Bergwertung steht nach 22 Kilometern an, spätestens hier könnte sich die Gruppe des Tages formieren.

Die zweite Bergwertung wird nach 40 Kilometern abgenommen. Auch anschließend bleibt das Terrain wellig. Die dritte Bergwertung ist bei Rennkilometer 95 passiert. Der Sprint des Tages wird 89 Kilometer vor dem Ziel ausgetragen. Die letzte Bergwertung des Tages ist 53 Kilometer vor dem Ziel erreicht. Anschließend geht es über offenes Terrain, wo der Wind eine Rolle spielen könnte. Doch laut Wettervorhersage soll nur ein leichtes Lüftchen wehen. Einen Bonussprint gibt es nicht. 

Die Anfahrt zum Ziel ist wenig anspruchsvoll, aber zum Ziel geht es bergauf. Es gibt eine kurze, steilere Passage kurz nach der Brücke über die Le Tarn. Es sind gut 8% Steigung, aber nur für rund 150 Meter. Die Zielgerade bleibt leicht ansteigend.

Finale der 10. Etappe der Tour 2019

 

Die Favoriten

Es stellt sich die Frage, ob eine Gruppe den Tagessieg unter sich ausmacht, oder es am Ende zum Sprint kommt. Die Etappe ist sehr lang, so bleibt abzuwarten, welche Teams viel Kraft in eine Verfolgung der Ausreißer investieren wollen. Sunweb, Deceuninck-QuickStep, Jumbo-Visma und Bora-hansgrohe haben starke Sprinter. Aber außer Sunweb haben diese Teams bereits Etappensiege eingefahren. Schickt man lieber einen Mann in die Gruppe mit, wie am Sonntag, statt den ganzen Tag hinterherzufahren? Eine mögliche Überlegung. Doch setzt sich nur eine kleine Gruppe ab, könnte man das Rennen gut gemeinsam kontrollieren.

Für einen Erfolg aus der Gruppe kommen einige Fahrer in Frage. Nils Politt beispielsweise, Anthony Turgis, Florian Vachon oder Kévin Ledanois. Aber es sind noch fast alle Sprinter im Rennen und man darf wohl eher mit einem Sprint rechnen. Bei diesem Finale wird es wichtig sein, nicht zu früh anzutreten. Ein gutes Leadout ist sicher von Vorteil. Aber die steile Passage liegt sicher auch Peter Sagan und Michael Matthews. “Pocket Rocket” Caleb Ewan ist auf diesem Terrain ein Kandidat für den Etappensieg. Elia Viviani und Dylan Groenewegen sollte auch man nicht abschreiben.

***** Peter Sagan
**** Michael Matthews, Elia Viviani
*** Julian Alaphilippe, Matteo Trentin, Caleb Ewan, Dylan Groenewegen
** Greg van Avermaet, Xandro Meurisse, Nils Politt
*  Sonny Colbrelli, Jasper Stuyven

 
Start: 12:10 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr

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Die weiteren Etappen

11. Etappe | Mittwoch, 17. Juli | Albi – Toulouse | 167 km
Profil der 11. Etappe der Tour de France 2019
 

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