Der Kolumbianer Nairo Quintana (Movistar) schaffte zu Beginn der Etappe den Sprung in die große Ausreißergruppe des Tages, hängte am Col du Galibier seine letzten Begleiter ab und holte sich den Etappensieg. Quintana machte auch in der Gesamtwertung einen Sprung nach vorn, liegt nun als Gesamtsiebter aber weiter mehr als dreieinhalb Minuten hinter Spitzenreiter Julian Alaphilippe (Deceuninck-QuickStep).

“Jeder weiß, dass ich in der Höhe lebe; das ist die Art Berge, die ich gut kenne und wo ich mich wohl fühle, deshalb habe ich gewonnen. Wir werden versuchen, weiter zu attackieren, wenn es das Gelände hergibt”, so Quintana im Siegerinterview.

 

Schnell bergab – Alaphilippe bleibt in Gelb

Alaphilippe verteidigte das Gelbe Trikot, auch wenn er am letzten Anstieg den Anschluss zu den anderen Favoriten verlor. Als Geraint Thomas etwa einen Kilometer vor dem Gipfel des Galibier das Tempo forcierte, musste Alaphilippe reißen lassen. Doch der herausragende Abfahrer schloss bergab die Lücke zur Gruppe um Geraint Thomas (Ineos), Thibaut Pinot (Groupama-FDJ), Steven Kruijswijk  (Jumbo-Visma), Richie Porte (Trek-Segafredo), Mikel Landa (Movistar) und Emanuel Buchmann (Bora-hansgrohe). 

 

Bernal nun Zweiter

Nur einer der Top-Favoriten machte auf der 208 Kilometer langen Etappe von Embrun nach Valloire Zeit gut: Egan Bernal (Ineos). Der Kolumbianer attackierte etwa zweieinhalb Kilometer vor dem Gipfel des Galibier und zog davon. Am Ende holte er 32 Sekunden auf die Favoritengruppe heraus. Nun liegt Bernal mit 1:30 min Rückstand auf Alaphilippe auf Gesamtrang zwei. Teamkollege Geraint Thomas ist nun fünf Sekunden dahinter Dritter.

Emanuel Buchmann bleibt in der Gesamtwertung Sechster. “Bis Thomas attackiert hat, lief es ganz gut, dann war ich am Limit. Aber ich war bei den Besten mit dabei”, zeigte sich Buchmann nach dem Rennen im ARD-Interview zufrieden. Er liegt vor den kommenden beiden schweren Alpen-Etappen nur 2:14 min hinter Alaphilippe.

 

Lennard Kämna erneut bärenstark

Der erst 22-jährige Lennard Kämna (Sunweb) zeigte erneut ein starkes Rennen. Auch er gehörte zur Ausreißergruppe um Quintana und fuhr lange an der Spitze. Im Finale musste er Quintana und weitere Fahrer ziehen lassen, holte sich im Sprint aber Rang vier bei der schwersten Etappe dieser 106. Tour de France. “Das hat großen Spaß gemacht, ganz vorn über den Galibier zu fahren” sagte Kämna nach dem Rennen der ARD. “Ich bin einfach mein Tempo gefahren, war am Limit und konnte die Attacken nicht mitgehen”, so der 22-Jährige über das Finale. “In den nächsten Tagen wird man mich eher im Gruppetto sehen”, fügte Kämna nach seinem zweiten ganz starken Auftritt bei dieser Tour an. Bereits in Foix hatte er als Sechster eine gute Platzierung eingefahren.

 

Roman Bardet wird Zweiter, holt Bergtrikot, Lutsenko Dritter

Der Franzose Romain Bardet (Ag2R) lag vor der Etappe weit in der Gesamtwertung zurück und nutzte seine Freiheiten. Er war in der Ausreißergruppe dabei und sammelte bei den Bergwertungen fleißig Punkte. Am Galibier konnte er Quintana nicht folgen, holte aber am Gipfel als Zweiter 30 Zähler und übernimmt nun die Führung in der Bergwertung. Er rollte in Valloire als Zweiter ins Ziel. Etappendritter wurde Alexey Lutsenko (Astana).

 

So lief das Rennen

Mit dem Start begannen die Attacken, aber es dauerte lange, ehe sich die große Gruppe des Tages formierte. Dann setzten sich folgende 34 Fahrer ab:

Dylan Van Baarle (Ineos), Max Richeze (Deceuninck-Quick Step), Romain Bardet, Mikaël Chérel und Matthias Frank (AG2R-La Mondiale), Damiano Caruso (Bahrain-Merida), Matthieu Ladagnous (Groupama-FDJ), Nairo Quintana, Andrey Amador und Carlos Verona (Movistar), Gorka Izagirre und Alexey Lutsenko (Astana), Amund Groendahl Jansen und Mike Teunissen (Jumbo-Visma), Alberto Bettiol und Michael Woods (EF Education First), Adam Yates, Daryl Impey und Chris Juul Jensen (Mitchelton-Scott), Greg Van Avermaet, Simon Geschke und Serge Pauwels (CCC), Sergio Henao (UAE Team Emirates), Julien Bernard (Trek-Segafredo), Nikias Arndt und Lennard Kämna (Sunweb), Pierre-Luc Périchon und Stéphane Rossetto (Cofidis), Tiesj Benoot, Jasper De Buyst und Tim Wellens (Lotto-Soudal), Paul Ourselin (Total Direct Energie), Nils Politt (Katusha-Alpecin) und Amaël Moinard (Arkéa-Samsic). 

Das Feld ließ die Gruppe ziehen.

Am Izoard

Vor dem Izoard lösten sich Van Avermaet und Bernard aus der Spitzengruppe und setzten sich ab. Etwa 80 Kilometer vor dem Ziel griff dann Adam Yates aus der Verfolgergruppe an und die ehemals große Ausreißergruppe zerfiel komplett. Es formierte sich eine Gruppe mit Bardet, Caruso, Quintana, Lutsenko, Woods, A.Yates, Pauwels, Kämna und Benoot. Am Gipfel holte sich Caruso die 40 Punkte, Bardet war Zweiter und bekam 30 Zähler.  

In der langen Abfahrt konnten Simon Geschke, Tim Wellens, Greg van Avermaet und weitere Fahrer wieder zur Spitze aufschließen.

Movistar zieht das Tempo am Izoard an

Etwa 85 Kilometer vor dem Ziel, im oberen Teil des Izoard zog Movistar im Feld das Tempo an. Es formierte sich eine kleine Gruppe der Favoriten. Rund fünf Minuten nach den Ausreißern erreichte die Gruppe um Alaphilippe, Thomas und Buchmann den Gipfel des Izoard. Nach dem Izoard übernahm das Ineos-Team die Kontrolle in der Favoritengruppe.

 

Am Galibier

Nach mehreren Attacken in der Spitzengruppe lösten sich Bardet, Lutsenko, Quintana, Woods und Caruso. Auch Lennard Kämna und Tiesj Benoot waren mit dabei. Als der steile Teil des Anstiegs zum Galibier begann, attackierte Quintana und setzte sich rund 26 Kilometer vor dem Ziel ab. Bardet und Lutsenko folgten. Der Rest fiel zurück.

Das Feld fuhr mit rund 4:30 min Rückstand in den steilen Bereich oberhalb des Col du Lautaret. Dann setzte Bernal seine Attacke und löste sich. Der Rest blieb zusammen. Erst kurz vor dem Gipfel griff auch Thomas an und Alaphilippe fiel zurück. Doch er konnte dann wieder aufschließen.

 

Die Wertungstrikots:

Gelb – Julian Alaphilippe
Grün – Peter Sagan
Berg – Romain Bardet
Weiß – Egan Bernal

Das Profil der Etappe:

Profil der 18. Etappe der Tour de France 2019

 


Die weiteren Etappen
19. Etappe | Freitag, 26. Juli | Saint-Jean-de-Maurienne – Tignes | 123 km
Profil der 19. Etappe der Tour de France 2019

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