Die Vuelta ist die dritte und letzte Grand Tour der Saison 2019. Das Rennen wird vom 24. August bis zum 15. September ausgetragen. In Sachen Saisonplanung ist die Vuelta gut mit einem Start beim Giro oder der Tour de France zu verbinden, und so wird man einige der Protagonisten der anderen beiden Grand Tours in Spanien wiedersehen. Das Rennen bietet aber auch Rundfahrern, die bislang nicht so recht auftrumpfen konnten, die Chance sich zu zeigen und die Saison doch noch zum Positiven zu wenden. Auch wird man einige Eintages-Spezialisten sehen, die sich über die Vuelta auf die WM in Yorkshire vorbereiten. 

 

Immer ein wenig im Schatten von Giro und Tour versuchte man noch bis vor einigen Jahren mit einem ultra harten Parcours für Aufmerksamkeit zu sorgen. Man kämpfte gegen das Image an, dass die Vuelta die Rundfahrt sei, bei der die Fahrer auf vierspurigen Straßen ohne Zuschauer gegen die Hitze kämpfen. Immer steilere Anstiege wurden gesucht um noch brutale Strecken präsentieren zu können.

Doch vor einigen Jahren schlug man einen neuen Weg ein. Kurze Etappen, ein abwechslungsreicher Parcours mit der Idee für eine packende Dramaturgie des Rennens wertete die Vuelta auf. Im Jahr 2016 schaffte man den Prototyp für eine kurze Etappe, die das Rennen auf den Kopf stellen kann. Tour-Veranstalter ASO, unterdessen in die Vuelta involviert, setzte später auch erfolgreich auf kurze Etappen.

Interessanter Parcours

Die Vuelta ist moderner geworden und bietet ein abwechslungsreiches Rennen. Meist ist auch der Kampf um den Gesamtsieg spannender, als etwa bei der Tour. Auch in diesem Jahr verspricht der Vuelta-Parcours ein interessantes Rennen. Nach dem Teamzeitfahren zum Auftakt bekommen die endschnellen Männer ihre Chancen. Doch bereits am fünften Tag steht die erste Bergankunft an. Eine kurze, aber sehr anspruchsvolle Andorra-Etappe vor dem ersten Ruhetag könnte spektakulär verlaufen.

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Das Einzelzeitfahren ist direkt nach dem ersten Ruhetag (Etappe 10) recht früh platziert, was das Rennen zusätzlich animieren könnte. Denn das Klassement ist nach dem Zeitfahren klar und man kann nur noch Mann gegen Mann einen Unterschied herbeiführen. Nach mittelschweren Etappen endet auch die zweite Woche mit einer heftigen Bergetappe. 

Die Schlusswoche beginnt mit einer schweren Bergetappe. Auch das viertletzte Teilstück hat es in sich. Doch erst nach der vorletzten Etappe steht der Gesamtsieger fest. Denn auch wenn diese 20. Etappe kein Monster-Teilstück ist, sollte man es nicht unterschätzen. Bei satten 4500 Höhenmetern sind nach drei harten Wochen große Überraschungen möglich. Der Schlusstag in Madrid ist wohl erneut für die Sprinter reserviert.

 

Favoriten

Titelverteidiger Simon Yates ist nicht am Start, auch Enric Mas, im vergangenen Jahr Gesamtzweiter, fehlt im Aufgebot. Doch die Liste der Top-Rundfahrer ist recht lang. Miguel Angel Lopez, Vuelta-Zweiter von 2018 und bester Jungprofi beim Giro 2019, ist dabei. Der Astana-Kapitän hat ein starkes Team an seiner Seite und könnte in den Kampf ums Podium erneut eingreifen. Das Jumbo-Visma-Team schickt mehrere Top-Fahrer zur Vuelta. Steven Kruijswijk hat es im Juli auf das Podium der Tour geschafft und wird mit reichlich Selbstvertrauen an den Start gehen. Dazu wird auch Teamkollege Primoz Roglic dabei sein, der nach seinem Podestplatz beim Giro eine Pause eingelegt hatte.

Movistar schickt den Girosieger Richard Carapaz ins Rennen und hat zudem Alejandro Valverde  und Nairo Quintana dabei. Das Mitchelton-Scott-Team schickt Esteban Chaves ins Rennen, der nach überstandener Epstein-Barr-Viruserkrankung langsam zurück zu alter Stärke findet. Mit Rigoberto Uran, Fabio Aru, Daniel Navarro, Daniel Wilco Kelderman, Pierre Latour, Gianluca Brambilla und Jakob Fuglsang sind weitere starke Fahrer dabei. Auch auf den jungen Ineos-Profi Tao Geoghegan Hart darf man gespannt sein. 

Eine Handvoll Sprinter

Für die Sprintetappen gibt es ebenso harte Konkurrenz, auch wenn nur wenige Top-Sprinter bei der Vuelta dabei sind. Sam Bennett vom Team Bora-hansgrohe hat gute Chancen auf einen Etappensieg. Nachdem er weder beim Giro, noch bei der Tour zum Zuge kam, will er sicher ein Ausrufezeichen setzen. Fernando Gaviria hat nach seinem Ausscheiden beim Giro die Form für die Vuelta aufgebaut und ist sicher ein harter Konkurrent für Bennett. Mit John Degenkolb, Fabio Jakobsen, Luka Mezgec  und Max Walscheid sind weitere endschnelle Männer am Start. 

Wer holt Weiß?

Für den Kampf um das Weiße Trikot gibt es einige Favoriten. Tao Geoghegan Hart ist ein heißer Kandidat. Aber mit James Knox, Sepp Kuss, Niklas Eg, Ben O’Connor, Sergio Higuita oder auch Tadej Pogačar gibt es harte Konkurrenz. In der Wertung des besten Jungprofis  werde alle Fahrer berücksichtigt, die nach dem 1. Januar 1994 geboren sind. 

 

Reglement

Zeitbonifikationen gibt es bei allen Etappen außer den Zeitfahren. Im Ziel jeweils 10, 6 und 4 Sekunden. Bei den Zwischensprints 3, 2 und 1 Sekunde.

Punktewertung:

Ziel:
1. 25 Pkt.
2. 20 Pkt.
3. 16 Pkt.
4. 14 Pkt.
5. 12 Pkt.
6. 10 Pkt.
7. 9 Pkt.
8. 8 Pkt.
9. 7 Pkt.
10. 6 Pkt.
11. 5 Pkt.
12. 4 Pkt.
13. 3 Pkt.
14. 2 Pkt.
15. 1 Pkt.

Intermediate Sprints:
1. 4 Pkt.
2. 2 Pkt.
3. 1 Pkt.

 

Bergwertung:

CIMA ALBERTO FERNÁNDEZ HIGH-ALTITUDE FINALE SPECIAL CATEGORY
1. 20 Pkt. 
2. 15 Pkt. 
3. 10 Pkt. 
4. 6 Pkt. 
5. 4 Pkt. 
6. 2 Pkt. 

HIGH-ALTITUDE FINALE SPECIAL CATEGORY
1. – 15 Pkt.  
2. – 10 Pkt. 
3. – 6 Pkt. 
4. – 4 Pkt. 
5. – 2 Pkt. 

1. Kategorie
1. – 10Pkt.
2. – 6 Pkt.
3. – 4 Pkt.
4. – 2 Pkt.
5. – 1 Pkt.

2. Kategorie
1. – 5 Pkt.
2. – 3 Pkt.
3. – 1 Pkt.

3. Kategorie
1. – 3 Pkt.
2. – 2 Pkt.
3. – 1 Pkt.

Wertungstrikots:
Gesamtwertung – Rot
Bergwertung – Gepunktet
Punktewertung – Grün
Nachwuchswertung – Weiß

offizielle Website –> hier
Startliste bei PCS –> hier

 

Die letzten 10 Sieger

2018 | YATES Simon
2017 | FROOME Chris
2016 | QUINTANA Nairo
2015 | ARU Fabio
2014 | CONTADOR Alberto
2013 | HORNER Chris
2012 | CONTADOR Alberto
2011 | FROOME Chris
2010 | NIBALI Vincenzo
2009 | VALVERDE Alejandro