Auf der dritten Etappe hat Sam Bennett gezeigt, dass er der schnellste Fahrer im Vuelta-Peloton ist. Sollte es am Dienstag erneut zum Massensprint kommen, ist Bennett der klare Favorit. Sein Team ist also besonders gefordert, sollte man einer starken Ausreißergruppe hinterher jagen müssen.

Das Profil der  175,5 Kilometer langen Etappe von Cullera nach El Puig deutet auf einen Massensprint hin. Doch es sind heftige Unwetter mit starken Windböen angekündigt. So könnte es zu Windstaffeln kommen und das Rennen chaotisch werden. Vor allem für die Klassementfahrer würde das natürlich viel Stress bedeuten, denn ist man in solch einer Windkanten-Situation abgehängt, kann man schnell alle Chancen auf den Gesamtsieg einbüßen. Das Risiko von Stürzen ist auf nassen Straßen natürlich größer und so wollen die Teams ihre Kapitäne möglichst vorn im Feld halten. Das führt dann wiederum zu Positionskämpfen. Sollte es wirklich ein Unwetter geben, könnte es für die Fahrer ein sehr unangenehmer Arbeitstag werden.

 

Die Strecke

Karte der 4. Etappe der Vuelta 2019

Nach dem Start in Cullera wird zunächst eine kleine Schleife zur Küste gefahren und anschließend geht es im Landesinneren gen Norden. Die einzige Bergwertung des Tages steht nach 138 Kilometern an. Der Anstieg zum Puerto del Oronet ist mit 5,8 km Länge bei durchschnittlich 4,5% Steigung angegeben. Kein Monsterberg vor dem den Sprintern die Knie schlottern. Zumal es anschließend lange bergab in Richtung Küste geht. Da der Wind aus Osten kommt, ist vor allem das Finale für Windkanten-Attacken prädestiniert. 

Die Anfahrt zum Ziel ist flach und kaum technisch anspruchsvoll. Es gibt zwar einige Kurven und Kreisverkehre, aber das sollte für die Profis kein größeres Problem sein.

Finale der 4. Etappe der Vuelta 2019

 

Die Favoriten

Nach Sam Bennetts souveräner Vorstellung am Montag gibt es für die nächsten Massensprints einen klaren Favoriten. Fernando Gaviria hatte am Montag Probleme, offenbar hatte der Sturz vom Teamzeitfahren noch nachgewirkt. Doch kommt er mit dem Feld auf die letzten 1000m ist mit ihm zu rechnen. Fabio Jakobsen ist ebenfalls einer der Favoriten, war am Montag eingebaut und konnte den Turbo nicht zünden.

Ob Trek-Segafredo wieder für Edward Theuns fährt und John Degenkolb, der das Team am Ende der Saison verlässt, in die Anfahrer-Rolle schlüpft, muss man abwarten. Degenkolb hat seinen Job am Montag sehr gut erledigt, aber Theuns verfügt ganz offensichtlich nicht über den Speed, Bennett zu schlagen. Doch so gut wie das Zusammenspiel auf der dritten Etappe geklappt hat, gibt es wenig Grund, etwas zu ändern. 

Luka Mezgec hatte im Finale ordentlich Speed, auch er zählt zu den Favoriten. Sollte das Rennen tatsächlich vom Wind geprägt werden, sind die Klassikerspezialisten mit ihrer Erfahrung vielleicht etwas bevorteilt.  Läuft es normal, dürfte Sam Bennett wohl erneut jubeln.

 

***** Sam Bennet
**** Fernando Gaviria, Fabio Jakobsen
*** John Degenkolb, Luka Mezgec
** JJ Rojas, Patrick Bevin, Phil Bauhaus
* Max Walscheid, Clément Venturini, Edward Theuns

Start: 13:19 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr


Die weiteren Etappen:

Etappe 5 | L’Eliana – Observatorio Astrofísico de Javalambre |

Profil der 5. Etappe der Vuelta 2019