Am fünften Tag der Vuelta steht die erste Bergankunft an. Nach der spektakulären zweiten Etappe hat das Klassement schon deutlich Struktur und die Favoriten haben sich gezeigt. Nun müssen sich die Klassementfahrer am ersten langen Anstieg beweisen. Dieser erste richtige Berg wird nicht über den Vueltasieg entscheiden, aber man wird sehen, wie die Kräfteverhältnisse bergauf sind. Für Leader Nicolas Roche wird es extrem schwer, das Rote Trikot zu verteidigen. Vermutlich wird er es an einen der absoluten Top-Favoriten auf den Gesamtsieg abgeben müssen. 

Riesige Abstände sind zwischen den verblieben Favoriten vielleicht nicht zu erwarten, aber es wird zum Schlagabtausch kommen. Denn diese Schlusssteigung ist ein richtig fieser Berg. Das Profil der Etappe im Roadbook täuscht insgesamt etwas, denn es ist ein schweres Teilstück mit mehr als 3700 Höhenmetern.

Diese Etappe ist enorm wichtig, denn das Ergebnis gibt auch ein wenig die Taktik für die nächsten Tage vor. Dementsprechend werden die Fahrer voll motiviert, aber vielleicht auch etwas nervös ins Rennen gehen.

 

Die Strecke

Karte der 5. Etappe der Vuelta 2019

Nach dem Start geht es gen Norden und nur die ersten Kilometer sind flach. Der erste Berg des Tages ist der Puerto de Alcublas (5,9 km|4,7%). Nach der Bergwertung geht es zunächst noch einige Kilometer weiter bergauf und dann wellig weiter. Bei Rennmitte wird noch eine kleine Schleife über den Alto Fuente de Rubielos gefahren, ehe es gen Westen zum Schlussanstieg geht.

Profil des ALTO DE JAVALAMBRE

Die Schlusssteigung ist mit 11,4 Kilometern Länge und durchschnittlich 7,8% Steigung angegeben. Die ersten drei Kilometer geht es noch moderat bergan, doch dann wird es mächtig steil. Nach einem kurzen Flachstück geht es für einige Meter sogar mit 16% bergauf. Das Ziel liegt in fast 2000 Metern Höhe. Es ist ein langer und schwerer Anstieg.

Die letzten 2,5 Kilometer zum Gipfel (Screenshot Google Maps)

Auf den letzten Metern ist das Gelände offen und es soll den Fahrern ein mäßiger Wind entgegen wehen. Das macht es für einen einzelnen Fahrer schwer, sich abzusetzen. Wer also allein ankommen will, sollte vor der 1000m-Marke in die Offensive gehen.

Die letzten Kilometer der 5. Etappe der Vuelta 2019

Die Favoriten

Es sind die starken Kletterer, die hier zu den Favoriten auf den Tagessieg zählen. Es ist möglich, dass sich eine starke Fluchtgruppe formiert und sich am Ende auch durchsetzten kann. Wout Poels, Darwin Atapuma oder Thomas de Gendt wären Kandidaten. Aber es ist wahrscheinlicher, dass einer der Favoriten sein Team einspannt und die Ausreißer spätestens im Schlussanstieg gestellt werden. Durch den Gegenwind auf den letzten Metern ist es möglich, dass eine kleine Gruppe um den Sieg und die Bonussekunden sprintet. Alejandro Valverde, Sergio Higuita oder auch Tadej Pogačar sind bergauf richtig stark und ziemlich endschnell. 

Nach dem Pech beim TTT ist Jumbo-Visma vielleicht auf Wiedergutmachung aus will Roglic in eine bessere Position in der Gesamtwertung bringen. Doch diese Vuelta ist noch lang und ein Einzelzeitfahren steht auch noch an. Die Astana-Mannschaft ist extrem stark und könnte das Rennen in die Hand nehmen. Die Schlusssteigung dürfte Miguel Angel Lopez durchaus liegen und vielleicht bläst man zum Großangriff. 

 

***** Sergio Higuita
**** Miguel Angel Lopez
*** Primoz Roglic, Tadej Pogačar 
** Alejandro Valverde, Nairo Quintana, Rafał Majka, Esteban Chaves 
* Rigoberto Uran, Mikel Nieve, Wilco Kelderman, Fabio Aru, Pierre Latour 

Start: 12:51 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr


Die weiteren Etappen:

Etappe 5 | L’Eliana – Observatorio Astrofísico de Javalambre |

Profil der 5. Etappe der Vuelta 2019