Nach reichlich Kletterei in den vergangenen Tagen steht am Samstag eine Flachetappe auf dem Programm. Nur 2300 Höhenmeter und ein kategorisierter Anstieg müssen auf den 180 Kilometern von San Vicente de la Barquer nach Oviedo bewältigt werden.

Das Profil der Etappe ermöglicht sicher einen Massensprint, doch es könnte auch ein Tag für Ausreißer werden. Denn die Zahl der Top-Sprinter im Vuelta-Peloton ist überschaubar. Aber sollten sich mehrere Teams zusammenfinden, könnten sie die Ausreißer an der kurzen Leine halten und so für einen Sprint sorgen. Vor allem Deceuninck-QuickStep und Bora-hansgrohe wären in der Nachführarbeit gefragt, denn sie haben mit Fabio Jakobsen und Sam Bennett bereits Etappensiege eingefahren. 

Bei Trek-Segfaredo setzte man zuletzt in den Sprints auf Edward Theuns. Doch der Belgier war vor wenigen Tagen gestürzt und ist vielleicht noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Das könnte John Degenkolb die Chance auf eine gute Platzierung ermöglichen. Degenkolb hatte Theuns auf der dritten Etappe perfekt den Sprint angefahren und scheint in ordentlicher Verfassung. Die ansteigende Zielgerade dürfte nach seinem Geschmack sein. Doch ob sich das Team Trek-Segafredo an der Nachführarbeit beteiligt, bleibt abzuwarten.

Das Finale ist durchaus anspruchsvoll und bietet vielleicht sogar die Chance auf eine späte Attacke.

Die Klassementfahrer werden versuchen, so wenig Kraft wie möglich zu vergeuden. Denn Sonntag und Montag stehen zwei hammerharte und vielleicht vorentscheidende Bergetappen an.

 

Die Strecke

Karte der 14. Etappe der Vuelta 2019

Nach dem Start geht es gen Westen entlang der Küste. Der Wind soll nur mäßig wegen, so dürfte es wohl eher nicht zu Windstaffeln kommen. Das Terrain ist wellig und die einzige Bergwertung steht 22,6 Kilometer vor dem Ziel an.

Breite Straße, leicht bergauf – ~3km bis zum Ziel.

Auf den letzten Kilometern geht es auf breiten Straßen zum Ziel in Oviedo. Doch es geht lange leicht bergan und dann in einer recht schmalen Straße hinauf zum Ziel. Nur die letzten 300–400 m sind flach. Hier wird es enorm wichtig sein, sich vorn zu platzieren. Bevor es in diese Straße geht, muss ein Kreisverkehr durchfahren werden, so muss man sich bereits vor diesem gut positionieren.

Schmale Straße, merklich bergauf

In diesem Abschnitt könnten Fahrer mit explosivem Antritt, wie Valerio Conti oder Zdenek Stybar eine Attacke versuchen. Für die Sprinter heißt es hier, ruhig zu bleiben und genug Power für den Sprint sparen.

Profil letzten Kilometer der 14. Etappe der Vuelta 2019

 

Die Favoriten

Theoretisch ist es möglich, dass eine Ausreißergruppe durchkommt. Doch es ist wahrscheinlicher, dass man nur eine kleine Gruppe weglässt und dann den Rückstand sehr klein hält. Sam Bennett ist wohl der schnellste Sprinter im Vuelta-Peloton und der Top-Favorit. Aber bei diesem Finale könnten auch Fahrer wie Luka Mezgec Bennett schlagen. 

 

***** Sam Bennett
**** Luka Mezgec, Fernando Gaviria
*** Fabio Jakobsen, Marc Sarreau
** Edvald Boasson Hagen, John Degenkolb 
* Jon Aberasturi, Clément Venturini, Szymon Sajnok