Nach drei schweren Wochen ist Madrid sehr nahe. Nur diese eine Etappe gilt es noch zu überstehen, ehe am Sonntagabend diese 74. Vuelta a España mit einer kurzen Flachetappe endet. Doch diese 20. Etappe von Arenas de San Pedro nach Plataforma de Gredos ist ein echtes Monster. Beim Blick auf das Profil wirkt sie gar nicht so schwer, aber mit 190 Kilometern Länge und mehr als 4500 Höhenmetern ist es ein richtig schweres Teilstück. Vor allem nach all den Strapazen in den vergangenen Tagen. Es gibt kaum einen flachen Meter und das ständige Auf & Ab saugt die Kräfte aus dem Körper. Zudem soll es laut Wettervorhersage auch noch regnen. Es könnte ein epischer Tag werden.

Im Kampf um das Rote Trikot scheint die Entscheidung gefallen. Primoz Roglic geht nicht nur mit einem beruhigenden Vorsprung in diese letzte Bergetappe, sondern er scheint auch der stärkste Fahrer im Feld zu sein. Die Konstellation im Gesamtklassement wird ihm helfen, denn Alejandro Valverde scheint mit dem Podium zufrieden, Miguel Angel Lopez hat das Weiße Trikot und will es absichern, und Nairo Quintana scheint nicht in der Lage, Angriffe zu setzen. Einzig Tadej Pogacar ist etwas unzufrieden, hat er doch vor wenigen Tagen noch das Weiße Trikot getragen. Doch dieses 20-jährige Wunderkind würde mit einem Top-5-Platz bereits für eine Sensation sorgen. 

Es stellt sich also die Frage, wer so viel Risiko geht, seine Position zu verlieren, um eine Minimalchance auf den Sieg zu haben. Am ehesten ist Miguel Angel Lopez noch ein Angriff zuzutrauen, um Nairo Quintana vom Podium zu verdrängen. Aber auch für Primoz Roglic gilt für diese letzte Etappe: Erst im Ziel ist Rot sicher!

 

Die Strecke

Karte der 20. Etappe der Vuelta 2019

Nur die ersten 15 Kilometer der Etappe sind flach. Dann geht es lange bergauf. Zum Gipfel des Puerto de Pedro Bernardo geht es 18 km bergan, aber mit nur etwas mehr als 4 % ist es eher moderat steil. Vermutlich wird sich hier die Gruppe des Tages formieren.

Perdo Bernardo

Es folgt eine sehr, sehr kurze Abfahrt und dann geht es zum nächsten Anstieg. Danach folgt eine längere Abfahrt und anschließend geht es wieder bergauf. Das Terrain bleibt wellig, ehe nach der dritten Bergwertung eine längere Abfahrt ansteht. Dann beginnt mit dem Puerto de Peña Negra das Finale. Es ist ein langer Anstieg, der zwar nicht supersteil, aber durchaus anspruchsvoll ist. Ungleichmäßig geht es auf offenem Terrain bergauf. Hier könnten die Attacken lanciert werden.

Profil des Pena Negra

Vom Gipfel des Pena Negra sind es noch 34 Kilometer bis zum Ziel. Die Abfahrt ist nicht sonderlich lang, dann geht es wellig zur kurzen Schlusssteigung. Offiziell ist die Steigung der 3. Kategorie mit 9 km Länge angegeben, aber es gibt nach einigen Kilometern eine Abfahrt. Konstant bergauf gehen nur die letzten dreieinhalb Kilometer zum Ziel.

Die letzten Kilometer der 20. Etappe der Vuelta 2019

 

Die Favoriten

Die Favoriten werden nur auf sich schauen, so ist es möglich, dass eine starke Ausreißergruppe den Sieg unter sich ausmacht. Fahrer wie Marc Soler, Thomas de Gendt, Jakob Fuglsang, Mikel Nieve, Gianluca Brambilla, Wilco Kelderman, Ruben Guerreiro oder auch Tao Geoghegan Hart zählen zu den Favoriten.

Der Kampf um Rot scheint entschieden, aber diese 20. Etappe ist extrem. Es könnte sein, dass einer der Top-Fahrer den Anstrengungen Tribut zollen muss und komplett einbricht. Auch wenn Roglic einen großen Vorsprung hat, sollte er Anzeichen einer Schwäche offenbaren, wird die Konkurrenz dies eiskalt ausnutzen. Das gilt aber für jeden Fahrer aus den Top-5.

***** Miguel Angel Lopez
**** Alejandro Valverde, Rafal Majka, Jakob Fuglsang
*** Primoz Roglic, Mikel Nieve
** Tedej Pogacar, Marc Soler
* Thomas de Gendt,

Start: 12:11 uhr

Ziel: ~ 17:30 Uhr