Mit Neutralisation kommen die Fahrer am Ende auf gut 295* Rennkilometer. Eine heftige Distanz. Zudem könnte das Wetter dafür sorgen, dass es ein knüppelhartes Rennen wird. Denn Regen und nur rund 11 Grad sind vorhergesagt. Der Kurs ist nicht extrem bergig, aber durchaus selektiv. Dazu kommt, dass auf den Schlussrunden in Harrogate einige enge Passagen durchfahren werden müssen, wo es zum Ziehharmonikaeffekt kommt. Insgesamt ist das Rennen mit etwas mehr als 3600 Höhenmetern angegeben, also kein extrem bergiger Kurs. Doch es gibt auch auf der Schlussrunde kurze Anstiege, die nach mehr als 200 Rennkilometern sicher Spuren hinterlassen werden.

* UPDATE (8:40 Uhr): Nach heftigen Regenfällen wurde die Strecke verändert. Einige Passagen sind nicht passierbar. Es sind nun insgesamt 261 Rennkilometer und es werden statt 7 nun 9 Runden auf dem Harrogate Circuit gefahren. Der Start wurde auf 9 Uhr Ortszeit nach hinten verlegt.
Streckenänderung

 

Verändertes Profil, für die neue Passage (siehe Karte) liegt kein Profil vor.

 


Der Parcours und die Länge sind am ehesten mit dem Amstel Gold Race vergleichbar, auch wenn es beim Klassiker in den Niederlanden längere Anstiege sind. Aber Fahrer die beim Amstel Gold Race weit vorn landen, dürften sich auch in Yorkshire wohlfühlen. Es sind die zähen Klassikerspezialisten für die hügeligen Rennen. Fahrer wie Mathieu van der Poel, Greg van Avermaet oder Julian Alaphilippe zählen zu den Favoriten. Die extreme Distanz und das Wetter könnten eine sehr große Rolle spielen und den richtig zähen Fahrern in die Karten spielen.

 

Die Strecke

Zunächst geht es vom Start in Leeds gen Norden. Die Schleife ist ähnlich der Auftaktetappe der Tour de France 2014, als Marcel Kittel gewann. Auf den ersten 150 km müssen drei längere Anstiege bewältigt werden. Vermutlich wird sich früh eine Gruppe mit weniger starken Fahrern weit absetzen und diese Anstiege an der Spitze absolvieren. Im Feld wird man wohl kontrolliert fahren. Das Gelände ist offen und windanfällig, aber laut Wettervorhersage soll es nicht stark wehen.

UPDATE: NEU Strecke
Karte der WM-Strecke nach Streckenänderung
Profil und Anstiege des Rennens der Männer

Etwas weniger als 100 Kilometer vor dem Ziel erreicht das Feld Harrogate und absolviert die erste Zielpassage. Dann sind es noch 7 Runden auf dem Harrogate Circuit.

Profil Harrogate Circuit

 

Die Favoriten

Eine Weltmeisterschaft ist ein sehr spezielles Rennen. Zum einen sind es Nationalmannschaften und nicht Profi-Teams, die um den Titel kämpfen, zum anderen wird ohne Funk gefahren. Es sind verstärkt Rennintelligenz und taktische Flexibilität gefragt. Leicht auszurechnen sind WM-Rennen so gut wie nie, denn meist haben gleich mehrere starke Nationen mehrere taktische Optionen. 

Den Rennverlauf vorherzusagen fällt schwer, denn die Nationen haben unterschiedliche Taktiken und Optionen. Die Belgier sind mit einem extrem starken Team angereist und werden sicher versuchen ein offensives Rennen zu zeigen. Denn ohne richtig endschnellen Mann müssen sie die Konkurrenz abhängen. Mit Alexander Kristoff und Peter Sagan will sicher niemand im Feld gern um den Titel sprinten, doch auch diese Herren muss man erstmal abhängen. 

Die Belgier werden also früh versuchen Gruppen zu besetzen und sollte sich dann ein Grüppchen zusammenfinden, in dem die starken Nationen vertreten sind, stellt sich die Frage, wer denn nachführen soll. Doch bei einer WM mit dieser Distanz darf man nicht zu früh die Körner auf die Straße schmeißen. Wer zu früh in die Offensive geht, büßt alle Medaillenchancen ein. So könnte es doch dazu kommen, dass taktiert wird und ein Ausscheidungsrennen gefahren wird. 

Das deutsche Team hat keinen absoluten Top-Favoriten dabei, kann aber durchaus ein gutes Ergebnis einfahren. sie sind eher in der Außenseiter-Rolle und können in verschiedenen Gruppen präsent sein. Simon Geschke etwa, ist bergauf sehr stark und kann bei Gruppen mitgehen. Nils Politt ist ein Kämpfer und ebenfalls in der Lage bei Gruppen mitzugehen. John Degenkolb ist endschnell und hat mit seinem Sieg bei Mailand Sanremo gezeigt, dass er auch nach 300 km noch Watt aufs Pedal bringen kann. Er könnte in die Rolle schlüpfen, abzuwarten und auf das Finale zu spekulieren. Dazu sind mit Nikias Arndt, Marcus Burghardt und Jasha Sütterlin sehr erfahrene Männer dabei. Pascal Ackermann und Jonas Koch komplettieren das deutsche Team.

 

***** Mathieu van der Poel, Julian Alaphilippe
****  Sergei Lutsenko, Philippe Gilbert
*** Peter Sagan, Greg van Avermaet, Alejandro Valverde
** Matteo Trentin, Alexander Kristoff, Michael Matthews
* Remco Evenepoel, Michael Valgren, Oliver Naesen, Tim Wellens, Diego Ulissi, Jakob Fuglsang

Start: 8:40 Uhr Ortszeit

Die Startliste bei PCS