Den spektakulärsten Sieg der Saison gab es im Herbst. Beim Monument Il Lombardia holte sich Bauke Mollema überraschend, aber clever und verdient den Sieg. Völlig aufgelöst konnte der Niederländer sein Glück im Ziel kaum fassen. Ein großer Erfolg, den man im Team so sicher nicht eingeplant hatte, der aber für einen versöhnlichen Abschluss der Saison sorgte. Denn nicht alles lief beim amerikanischen Team in dieser Saison rund.

 

Porte mit frühem Erfolg, Ciccone überraschend erfolgreich

Das Team startete gut in die Saison. Neuzugang Richie Porte holte sich bei der Tour Down Under am “Richie-Porte-Berg” seinen Sieg und wurde Gesamtzweiter. Auch der Italiener Giulio Ciccone lieferte ordentlich ab. Vor der Saison von Bardiani-CSF gekommen holte er einen Etappensieg bei der Tour du Haut Var und überzeugte später beim Giro d’Italia, als er eine Etappe und das Bergtrikot gewann. Auch bei der Tour de France fuhr Ciccone stark und trug zwei Tage das Gelbe Trikot. Das tröstete etwas darüber hinweg, dass man mit Richie Ports Gesamtrang 11 die Ziele für die Gesamtwertung bei der Tour verfehlte.

 

Schwache Klassiker

Mit Jasper Stuyven, Mads Pedersen und John Degenkolb war man sehr gut aufgestellt. Doch abgesehen von Degenkolbs zweitem Platz bei Gent-Wevelgem konnte man nicht überzeugen. Pedersen, im Jahr 2018 noch Zweiter der Ronde van Vlaanderen, kam im Frühjahr überhaupt nicht in Schwung. Und auch für Stuyven reichte es zu keiner Top10-Platzierung. Insgesamt eine enttäuschende Klassiker-Kampagne.

 

Starker Herbst

Nach den Erfolgen beim Giro und der Tour lief es für das Team auch im letzten Drittel der Saison mehr als ordentlich. Der angesprochene Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt war dann der Höhepunkt. Doch mit Stuyvens Sieg bei der Deutschland Tour, den Erfolgen bei der Primus Classic durch Edward Theuns und Pedersens Sieg beim Grand Prix d’Isbergues lief es insgesamt sehr gut. Zudem holte man bei den italienischen Herbstklassikern weitere Top10-Resultate. Und auch über den WM-Sieg von Pedersen dürfte man sich beim Team Trek-Segafredo gefreut haben.

 

Nibali soll beim Giro glänzen

Zur neuen Saison gibt es reichlich Wechsel beim amerikanischen Team. Der prominenteste Neuzugang ist Vincenzo Nibali. Der 34-jährige Italiener soll für das Team bei den großen Rundfahrten endlich wieder Top-Platzierungen einfahren. Seit Alberto Contador 2017 seine Karriere beendet hatte, spielte man in der Gesamtwertung keine große Rolle mehr. Auch Richie Porte konnte nicht überzeugen. 

Neben Nibali wurde mit Kenny Elissonde ein erfahrener Kletterer verpflichtet. Dazu kommen die Rundfahrt-Talente Juan Pedro Lopez und Michel Ries ins Team. Der tempoharte Charlie Quarterman (21) und Junioren-Straßenweltmeister Quinn Simmons stoßen ebenfalls zum Team. Mit Emīls Liepiņš und Alexander Kamp hat man zudem zwei erfahrene und endschnelle Männer verpflichtet. Dafür verlassen mit Fabio Felline, Peter Stetina, Michael Gogl und John Degenkolb erfahrene Männer das Team. 

Das amerikanische Team fuhr mit Fabian Cancellara früher reihenweise große Siege ein, konnte zuletzt aber nicht mehr die Erwartungen erfüllen. Ob es in der Saison 2020 wieder einen Schritt nach vorn geht, hängt vor allem an Nibali und der Klassikerfraktion um Stuyven und Weltmeister Pedersen. Für ein Team mit durchaus üppigem Budget dürften die Ziele durchaus hoch gesteckt sein. Elf Siege wie 2019 sind für die eigenen Ansprüche zu wenig.

 


Saisonbilanz der Teams 2019 – alle Folgen:

Folge 1 | Deceuninck-QuickStep – weiter Weltspitze

Folge 2 | Bora-hansgrohe – auch ohne Sagan Weltklasse

Folge 3 | Jumbo-Visma – die neue Macht

Folge 4 | UAE – gelungene Transferpolitik

Folge 5 | Astana – konstant stark

Folge 6 | Ineos – Doppelsieg bei der Tour = erfolgreiche Saison

Folge 7 | Movistar – Girosieg & Seifenopern

Folge 8 | Mitchelton-Scott – ohne top GC-Resultat dennoch erfolgreich

Folge 9 | Lotto-Soudal – auf die Kapitäne ist Verlass

Folge 10 | Trek-Segafredo – Licht und Schatten

Folge 11 |  EF Education First – ein großer Sprung nach vorn

Folge 12 | Groupama-FDJ – eine ordentliche Saison  

Folge 13 | Bahrain-Merida – ein Schritt in die falsche Richtung

Folge 14 | Saison 2019: Die Bilanz der WorldTour-Teams | AG2R – zu wenig Siege