Am Mittwoch musste sich der Österreicher Georg Preidler vor dem Landesgericht Innsbruck wegen des Verbrechens des schweren gewerbsmäßigen Sportbetrugs verantworten. Laut der österreichischen Nachrichtenagentur ATA gab Preidler Blutdoping zu. Er habe aus Neugier damit 2018 begonnen. Der Arzt sei auf ihn zugekommen und wollte “mir zeigen, wie es im Sport so funktioniert“, sagte Preidler.
Doping vor 2018 bestritt Preidler. Er habe zwar Spritzen von einer “zwielichtigen Gestalt” erhalten und sie konsumiert, wisse aber nicht, welchen Inhalt sie hatten. Es habe keine Wirkung gezeigt und er habe deshalb schnell das Interesse verloren.
Ende 2017 entstand dann der Kontakt zum Erfurter Arzt Mark S. “Meine Entscheidung für Blutdoping im Anschluss war dumm und grundlegend falsch”, sagte Preidler. Er bereue es bitterlich. Laut ATA habe die Staatsanwaltschaft bezüglich der Kenntnis Preidlers über den Inhalt der vor 2018 konsumierten Substanzen Zweifel angemeldet.
Vertrag mit Groupama-FDJ erfüllt?
Die Verteidigung Preidlers führt an, dass er seine Leistung im Team Groupama-FDJ (ab 2018) gebracht habe. Er habe demnach seine Verpflichtung im Team und auch seinen Vertrag über 170000 € erfüllt. Das Team habe ihn 2018 nie nach Doping gefragt und den genauen Inhalt des Vertrages, in dem möglicherweise auch von Doping-Verbot die Rede gewesen sein könnte, hätte Preidler nicht im Detail gekannt.
 
Der Doping-Skandal um Mark S. begann mit einer Doping-Razzia, der sogenannten „Operation Aderlass“, während der Nordischen WM in Seefeld. Betroffen seien insgesamt 23 Sportler aus mehreren Ländern und fünf Sportarten. 
Auch lesen: Zwei weitere deutsche Profis offenbar in Dopingskandal verwickelt