In einem Radiointerview hat Frankreichs Sportministerin Roxana Maracineanu über eine Austragung der Tour de France ohne Zuschauer gesprochen. Gegenüber France Bleu betonte die ehemalige Schwimmerin, dass das “ökonomische Modell der Tour de France nicht auf dem Ticketverkauf, sondern auf TV-Rechten” beruhe. Sie brachte damit eine Austragung ohne Zuschauer erneut ins Spiel. Dieser Gedanke ist nicht neu, bereits bei Paris-Nizza wurde der Kontakt von Zuschauern und Sportlern erfolgreich eingedämmt


Coronavirus: Sind „TV-Rennen“ ohne Zuschauer an der Strecke die Lösung?


Die Aussagen der Sportministerin sorgten nun für Aufregung, da eine Austragung der Tour in der aktuellen Situation kaum realistisch scheint. Auch Frankreich versucht die Ausbreitung des Coronavirus vehement einzudämmen. Via Twitter reagierte Maracineanu und stellte klar, dass es aktuell noch zu früh sei, eine Entscheidung über die Absage oder Austragung zu treffen. “Die Tour ist ein Denkmal des Sports. Es ist noch zu früh, um sich zu entscheiden”, so Maracineanu. 
Bis zum Start der Tour de France bleiben weniger als 100 Tage. Am 27. Juni soll in Nizza die erste Etappe starten. Wegen der Sonderstellung und enormen wirtschaftlichen Bedeutung der Tour für den Radsport wird bereits spekuliert, dass man die Frankreichrundfahrt auch nach hinten verschieben könnte. Das hätte natürlich zur Folge, dass nahezu alle anderen Rennen im Kalender umgeplant und verschoben werden müssten. Doch soweit ist es noch nicht. Und die Sportministerin Maracineanu schrieb: “Im Moment haben wir einen dringenderen Kampf zu führen”.