Für viele Radprofis war die Zeit ohne Radrennen eine sehr schwierige Phase. Für Marc Hirschi hatte sie auch eine positive Seite. Der 21-jährige Schweizer hatte bereits seit einiger Zeit Probleme mit der Hüfte. Zu Beginn der Saison stellte sich dann die Frage, ob eine OP unumgänglich sei. Doch dann kam die Corona-Pause und so bot sich Hirschi die Möglichkeit ohne Renndruck alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Er nutzte die Zeit, veränderte auch die Position auf dem Rad und startete das Training neu. Mit Erfolg. “Seit zwei Monaten bin ich beschwerdefrei und fühle mich auf dem Rad besser denn je”, sagt der Schweizer U23-Weltmeister von 2018.

Wie bereits im Winter geplant, soll Hirschi seine erste Grand Tour bestreiten. Ausgerechnet die Tour de France wird seine erste dreiwöchige Rundfahrt. “Ich bin sehr gespannt, wie der Körper darauf reagiert” sagt Hirschi und gibt sich zurückhaltend. “Man muss schauen, wie es gelingt, sich während des Rennens zu erholen. Aber es kann auch sein, dass ich komplett eingehe. Der Stress bei der Tour ist enorm. Schon die erste Woche ist da immer extrem hektisch und das wird in diesem Jahr nicht besser sein”, so der Schweizer.

Nehmen, wie es kommt

Er will schauen, wie er die Tour verkraftet, setzt sich für die Rennen danach keine großen Ziele. “Man muss schauen, wie ich aus der Tour komme. Ich nehme es danach, wie es kommt, setzte keine großen Prioritäten”, so Hirschi. Das betrifft die Klassiker, die ihm durchaus liegen, aber auch die WM in der Schweiz direkt nach der Tour. “Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, mit welchem Rennen die WM gut kompatibel wäre, aber ich freue mich natürlich, bei der Tour starten zu können”, sagt Hirschi mit Blick auf das WM-Rennen in der Schweiz nur eine Woche nach Ende der Tour.

Hirschi ist noch jung, wird noch einige Weltmeisterschaften bestreiten können. Zunächst freut er sich einfach darauf, endlich wieder Rennen fahren zu können. “Es ist schön, dass man endlich wieder in den Rhythmus findet, alles eine Struktur bekommt und man wieder Rennen fahren kann”. Er ist froh, die Schwierigkeiten mit der Hüfte hinter sich gelassen zu haben und dass er beim Trainingslager in Kühtai wieder mit seinen Kollegen trainieren kann. Sein ersten Rennen nach der Pause wird der italienische Neu-Klassiker Strade Bianche sein. Dann wird er sehen, wo er nach der Pause steht.