Arnaud Demare, Arnaud Demare, Arnaud Demare

Wenn es läuft, läuft es. Drei von sieben Etappen hat Arnaud Demare gewonnen. Er ist der beste Sprinter im Rennen und sein Team baut voll auf seine Stärke. Mit dem dritten Erfolg in der Tasche kann es gar kein schlechter Giro mehr werden, für das Team Groupama-FDJ. Stark, ohne Frage, was die Mannschaft um Demare macht. Auch heute profitierte der Kapitän von der guten Vorarbeit seiner Mannschaft. Auf dem letzten Kilometer ist dabei die Unterstützung gar nicht so extrem wichtig, wie es scheint. Denn dort kann sich der Franzose ohnehin auf seine Stärke verlassen. Aber gut beschützt wird Demare stets ganz vorn abgeliefert, bevor es zur Sache geht. Vielleicht kommen sogar noch mehr Siege hinzu.
 

Ach, Peter

Man ist fast geneigt ein Gefühl von Mitleid zu entwickeln. Für Peter Sagan! Den Ausnahmekönner, den Superhelden der Radsportler, den Monument-Sieger und siebenmaligen Gewinner des Grünen Trikots der Tour de France. Unfassbar, schon allein der Gedanke, für diese Ausnahmeerscheinung mitleidige Gefühle entwickeln zu können. Doch Peter Sagan ist in diesem Jahr noch ohne Sieg.
Bei diesem Giro war er drei Mal Zweiter. Bei der Tour reichte es nicht gegen die Top-Sprinter, hatte er zudem Pech. Krass, dass auch er einmal eine solche Phase durchmachen muss. Doch auch dies gehört offenbar zu einer großen Karriere hinzu – die Durststrecke. Vorzeitig abschreiben sollte man ihn gewiss nicht, das hat auch das Finale am Freitag gezeigt. Ohne Demare, …. hätte, hätte zählt im Radsport nicht. 
 

Sunweb hat Spaß

Auffällig gut präsentiert sich das Team Sunweb bislang. Wilco Kelderman liegt herausragend platziert und wird von seinen Teamkollegen stets wie in Watte gepackt durch Italien geleitet. Auch am Freitag war das niederländische Team mit deutscher Lizenz stets auf der Höhe des Geschehens. Bei der Windkanten-Situation waren die Kapitäne nicht als Einzelkämpfer unterwegs, sondern gut in Position mit Helfern an ihrer Seite. Das gelang nicht allen Teams so gut wie Sunweb. 
Klar, die sehr erfolgreiche Tour de France wirkt sich auch positiv auf die Giro-Truppe aus. Man hat Spaß und ist erfolgreich, besser geht es nicht. Nach dem Abgang von Tom Dumoulin musste die Equipe viel Kritik einstecken, viel davon berechtigt. Doch nun liefert man eindrucksvoll Gegenargumente. Dass man keinem der drei Fahrer (inkl. 2 Kapitäne) beim Giro anmerkt, dass sie das Team Ende des Jahres verlassen werden, spricht nicht nur für die Athleten, sondern auch für die gesamte Giro-Crew.
 

Wind ist der härtere Berg

Am Ende gab es zwischen den Top-Favoriten auf den Gesamtsieg keine Abstände. Zwischendrin sah das anders aus. Jakob Fuglsang, Rafal Majka und Domenico Pozzovivo waren zwischenzeitlich in einer abgehängten Gruppe. Nicht nur eine Handvoll Fahrer hatte auf der Windkante Panik. “Endlich ein Tag für die Dicken”, schrieb Nico Denz im Tagebuch und hatte seinen Spaß. Die Federgewichte hingegen werden froh sein, dass dieser Tag vorbei ist. Wäre der Wind im Finale etwas mehr von der Seite gekommen, würden heute ein paar Fahrer weniger ruhig schlafen.
Morgen gehts übrigens entlang der Küste …. viel Wind ist aber (leider) nicht angekündigt.