Am Ende noch knapp von der Spitze der Weltrangliste verdrängt, muss sich das belgische Team Deceuninck-QuickStep 2020 mit Rang zwei begnügen. Eine schlechtere Leistung als in den vergangenen Jahren lässt sich dabei aber nicht ableiten. Hätte Paris-Roubaix stattgefunden, … Fahrradkette.

Trotz des wegen Corona deutlich eingedampften Kalenders kam die belgische Equipe am Ende auf satte 39 Saisonsiege. Sam Bennett und Julian Alaphilippe sorgten bei der Tour de France und der Vuelta für Etappensiege, Kasper Asgreen und Florian Sénéchal holten bei den belgischen Eintagesrennen Erfolge und Remco Evenepoel gewann alle vier Rundfahrten, bei denen er startete. Der schwere Sturz bei der Lombardei-Rundfahrt verhinderte weitere Erfolge in dieser Saison. Hätte er beim Giro starten können, …. .

Wieder funktionieren die Neuen

Beeindruckend, wie es dem Team immer wieder gelingt, neue Sprinter zu integrieren und sofort erfolgreich zu sein. Ob Kittel nach Cavendish, Gaviria oder Viviani nach dem Kittel-Abgang – es funktioniert einfach immer auf Anhieb. So auch mit Sam Bennett in der Saison 2020. Etappensiege bei der Tour, dazu das Grüne Trikot und auch noch ein Erfolg bei der Vuelta – Sam Bennett wird sehr zufrieden sein. Die Teamchefs können sich auf die Schultern klopfen.

Jakobsens Unfall & der pöbelnde Boss

Der schlimme Unfall von Fabio Jakobsen bei der Polen-Rundfahrt hat das Team tief getroffen. Die Fahrer unterstützen sich gegenseitig, rückten im “Rudel” vielleicht noch enger zusammen. Teamchef Patrick Lefevere wetterte gegen Unfallverursacher Dylan Groenewegen via Social Media heftig. Emotionalität in Anbetracht der Bilder ist verständlich, doch Lefevere schießt gern mal über das Ziel hinaus. So beispielsweise auch bei der Relegation seines Sprinters Sam Bennett bei der Vuelta. Seinem Team hilft der “Boss” damit wenig, auch wenn man ihm zu gute halten kann, dass er mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hält. Aber er muss aufpassen, dass er in der Außenwahrnehmung nicht vom “Paten des Radsports” zum “alten, weißen Pöbler” wird.

Goldene Zukunft auf fremdem Terrain?

Ein großer Umbruch steht für 2021 nicht an, auch wenn Bob Jungels das Team verlassen wird. Dafür schließen die Talente die Lücke zu den Top-Fahrern. Wunderkind Remco Evenepoel ist alles zuzutrauen, findet er zurück zu alter Stärke. Mit Joao Almeida hat man einen weiteren Rundfahrer, wie der Portugiese beim Giro eindrucksvoll bewies. Für “QuickStep” ist die Qualität an Rundfahrern schon fast außergewöhnlich gut.

Dafür wird man es in den flämischen Pflaster-Rennen so schwer haben, wie lange nicht. Denn gegen Mathieu van der Poel und Wout van Aert wird es extrem schwer, große Siege einzufahren.