Die Rennen in Australien fielen flach, auch die in Argentinien der Pandemie zum Opfer. Die Mallorca Challenge musste auch verschoben werden und so ist der Grand Prix Cycliste la Marseillaise (Kat. 1.1) das erste “große” Rennen der Saison mit Beteiligung der WorldTour-Teams. Die Startliste kann sich sehen lassen – satte sieben WorldTeams sind dabei.

Natürlich wollen alle Profis gut in die Saison starten und sind demnach sicher motiviert. Die Vorbereitungen der Mannschaften liefen trotz der Rennabsagen weiter und man darf durchaus mit einem ansprechenden sportlichen Niveau rechnen. Der Parcours wurde etwas verändert und bietet Terrain für mehrere taktische Varianten.


Die Strecke

Der Kurs ist typisch, wurde jedoch um einige Kilometer verlängert. So sind insgesamt 171 Kilometer zu absolvieren. Die Strecke ist wellig, mit mehreren Anstiegen. Es geht über die durchaus steilen Hügel rund um Marseille. Im vergangenen Jahr gewann Benoît Cosnefroy vor Valentin Madouas und in den Jahren zuvor kam meist eine kleine Gruppe mit bergfesten Fahrern an – daran kann man schon ein wenig den Charakter des Rennens ablesen. Doch es gab auch Austragungen, bei denen am Ende ein größeres Feld sprintete, wobei damals das Rennen jedoch erheblich kürzer war.

Mehr WorldTeams sprechen für mehr Kontrolle des Rennens, allerdings muss man abwarten, mit welchen Strategien die Teams ins Rennen gehen.

Der letzte schwere Anstieg ist die Steigung Route des Crêtes. Etwa dreienhalb Kilometer lang, mit mehr als 8%. Sollte der Wetterbericht mit der Prognose richtig liegen, bläst den Fahrern dort allerdings ein Wind entgegen. Was es den weniger starken Bergfahrer natürlich einfacher machen würde, zu folgen. Ob es am Ende einen Sprint des dezimierten Feldes gibt, eine kleine Gruppe ankommt oder gar ein Solist jubelt, ist nur sehr schwer vorherzusehen – alles scheint möglich.

Die Favoriten

Die Form der Fahrer zum Saisonstart ist schwer einzuschätzen. Auch die Sportler werden sich nicht so sicher sein, wo sie im Vergleich zur Konkurrenz stehen. Die französischen Teams sind sicher top motiviert, aber natürlich wollen alle möglichst gut in die Saison starten. Matteo Trentin, Tim Wellens, Tony Gallopin, Pierre Latour, Philippe Gilbert, Diego Rosa oder Jesús Herrada sind sicher nicht zu unterschätzen und haben auf ähnlichem Terrain bereits oft bewiesen, welche Qualität sie besitzen. Aber auch junge Fahrer, wie Aurélien Paret-Peintre oder Alexys Brunel muss man auf dem Zettel haben.

Kommt es doch zum Sprint eines dezimierten Feldes, sind mit Andrea Pasqualon, Stefano Oldani, John Degenkolb, Alessandro Fedeli, Amaury Capiot, Edvald Boasson Hagen und natürlich Bryan Coquard endschnelle Männer dabei. Es wird am Ende davon abhängen, wie viele Mannschaften Interesse an einem Sprint haben, oder ob erneut Ausreißer erfolgreich sein können.

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**** Wellens, Latour, Brunel, Turgis
*** EBH, Paret-Peintre, Trentin
** Degenkolb, Fedeli, Calmejane, Turgis
* Coquard, Capiot, Pasqualon, Oldani, Gilbert

Startliste bei PCS