Erst vor zwei Jahren ist UAE Tour als Zusammenschluss von Dubai Tour und Abu Dhabi Tour entstanden. Es ist ein Rennen, bei dem zum einen die Top-Sprinter reichlich Chancen bekommen, aber bei zwei Bergankünften sich auch die Kletterer in Szene setzen können.

Vor allem für die endschnellen Männer ist es die erste Standortbestimmung der Saison und enorm wichtig. Fast die gesamte Weltelite der Sprinter ist am Start und wird sich messen. Bennett, Ackermann, Gaviria, Ewan, Philipsen, Viviani, Bol, Nizzolo, Bauhaus, Mezgec, Greipel – alle sind am Start. Wer sich hier durchsetzt kann den Druck für nächsten Wochen nehmen und mit dem Rückenwind des Erfolgserlebnisses in die weitere Saison durchstarten.

Bei wem es nicht funktioniert könnte es ungemütlich werden. Im Jahr 2018 verlor man in der Chefetage bei Katusha-Alpecin direkt die Nerven, als es beim Saisonauftakt von Marcel Kittel bei der Dubai Tour nicht klappte. Für viele Beobachter war diese Ungeduld das Paradebeispiel, wie nach einem missglückten Auftakt ein sensibles Geflecht in die falsche Richtung geleitet und zum Beginn einer Negativspirale wurde.

Top-Kletterer dabei

Auch für die Kletter ist das erste Rennen mit allen World-Tour-Mannschaften eine gute Gelegenheit die eigene Form im Vergleich zur Konkurrenz für die ganz großen Aufgaben der Saison zu bestimmen. Die Bergankunft in Jebel Jais legt offen, wer in Sachen Watt/Kg zu den Top-Jungs gehört.

Das Starterfeld ist mit einer ganzen Reihe von Top-Fahrer gespickt, nur die Klassiker-Spezialisten, die am letzten Februar-Wochenende beim Opening-Weekend der flämischen Rennen startet kann nicht dabei sein. Denn Omloop Het Nieuwsblad und Kuurne-Brüssel-Kuurne werden parallel ausgetragen. Die Sprints und die Bergankünfte versprechen Spannung, allerdings könnte auch der Wind ein große Rolle spielen. Denn sollte mehr als ein Lüftchen wehen, drohen Windstaffeln und ein “Kanten-Gemetzel”.



Die Strecke

no images were found


Reichlich Massensprints, ein Zeitfahren und zwei Bergankünfte bietet der Parcours in diesem Jahr. Am ersten Tag bekommen die Sprinter ihre Chance auf einen Etappensieg. Am zweiten Tag steht das 13km lange Einzelzeitfahren auf dem Programm, was für den Kampf um die Gesamtwertung durchaus wichtig sein wird. Die Abstände zwischen den Favoriten auf den Gesamtsieg dürften bei dem flachen Abschnitt wohl dennoch nicht übermäßig groß sein. Allerdings können sich die guten Zeitfahrer hier einen kleinen Vorteil verschaffen.

Am Tag nach dem Kampf gegen die Uhr steht die erste Bergankunft an. Hier könnte am Jebel Hafeet vielleicht bereits eine Vorentscheidung fallen. Die vierte Etappe dürfte im Massensprint enden, ehe am fünften Tag die zweite Bergankunft ansteht. Die beiden finalen Abschnitte sind flach und bieten wieder den Sprintern ihre Chancen.

Die Favoriten

Die beiden Bergetappen werden wohl über den Gesamtsieg entscheiden. Sollte es nicht auf einer der Flachetappen zu einer Kantenschlacht bei Seitenwind kommen, was bei diesem Rennen immer möglich ist.

Die Ankunft in Jebel Hafeet führt über eine breite Straße von etwas mehr als 250 müNN hinauf bis auf 1024 Meter über dem Meeresspiegel. Im Schnitt rund sechseinhalb Prozent steil, geht es an der steilsten Stelle 11% bergan. Die Ankunft in Jebel Jais ist mit 20 Kilometern rund doppelt so lang, aber deutlich flacher. Auch wenn es rund zwei Kilometer vor dem Ziel eine kurze Passage mit 9% gibt.

Im vergangenen Jahr gewann Adam Yates vor Tadej Pogacar, 2018 gewann Primoz Roglic vor Alejandro Valverde die Rundfahrt. Für die dritte Auflage zählen sie sicher wieder zu den Favoriten, abgesehen von Roglic, der nicht dabei ist.

Neben Pogacar und Valverde sind mit Rigoberto Uran*, Vincenzo Nibali, Wout Poels, João Almeida, Alexey Lutsenko, Louis Meintjes, Ben Hermans, Chris Froome und Sepp Kuss starke Fahrer dabei.

Das Ineos-Team schickt zudem neben Titelverteidiger Adam Yates auch Ivan Sosa, Daniel Felipe Martínez und Andrey Amador ins Rennen.

Auch die deutsche Bora-hansgrohe-Equipe hat neben dem Sprintzug für Pascal Ackermann drei starke Bergfahrer am Start. Neben Emanuel Buchmann sind Patrick Konrad und Ex-MTBler Ben Zwiehoff dabei.

*Uran startet doch nicht, er reist zu seiner Frau, die ein Kind erwartet

***** Tadej Pogačar
**** Ivan Sosa, Adam Yates
*** Wout Poels, Sepp Kuss
** João Almeida, Jack Haig, Patrick Konrad
* Emanuel Buchman, Daniel Felipe Martínez, Alexey Lutsenko

Offizielle Website: theuaetour.com/
Startliste bei PCS
TV: Eurosport Player/ GCN ab ~12 Uhr