Es ist der von vielen heiß ersehnte Auftakt der Klassikersaison. Das erste flämische Rennen des Jahres, über die legendären Hellinge und Pflasterstücke. Das “Openening Weekend”, mit dem Omloop Het Nieuwsblad am Samstag und Kuure-Brüssel-Kuurne am Sonntag, hat einen besonderen Reiz. Die Fahrer wissen noch nicht so genau, wo sie im Vergleich zur Pflaster-Konkurrenz stehen, wollen aber mit Vollgas in die Klassiker starten.

Alle sind frisch und motiviert, die Früchte des Wintertrainings zu ernten. Zudem kann das Wetter immer eine besondere Rolle spielen. Ende Februar kann es klirrend kalt sein, regnerisch, oder windig. In diesem Jahr soll es laut den Meteorologen sonnig und mild sein – nicht wenige Fahrer werden sich darüber freuen.

Das Rennen trug viele Jahre den Namen Omloop Het Volk, erst als die Zeitung „Het Volk“ von „Het Nieuwsblad“ übernommen wurde, wurde auch das Rennen umbenannt.

Der Omloop Het Nieuwsblad ist nicht nur ein schweres Rennen, auf großen Teilen des alten Ronde-Parcours, sondern ohne Corona auch das erste große Radsportfest entlang der flämischen Sträßchen. Doch das fällt in diesem Jahr bekanntermaßen leider aus.

Die Strecke

Veranstalter Flanders Classic hat in diesem Jahr den genauen Verlauf der Strecke nicht öffentlich bekanntgegeben. Um zu verhindern, dass viele Fans an die Strecke kommen, darf weder Karten-Material noch Zeitplan veröffentlicht werden. Daran halten auch wir uns.

Zudem wird nachdrücklich gebeten, dass keine Fans an die Strecke kommen, denn nur wenn klar ist, dass die Zuschauer nicht für eine erhöhte Ansteckungsgefahr sorgen (vor allem untereinander), können auch die anderen Klassiker stattfinden. Daher: Zu Hause bleiben & das Rennen am TV genießen – ab 2022 ist dann (hoffentlich) wieder Omloop-Party an den Hellingen angesagt.

Ein Karte des Rennens wurde auf der Website nun aber doch veröffentlicht – hier.

Am Charakter des Rennens hat sich nichts verändert. Auch in diesem Jahr geht es über rund 200 Kilometer von Gent, durch die flämischen Ardennen nach Ninove. Wie 2020 müssen auch in diesem Jahr 13 Hellinge und neun Pflastersektoren bewältigt werden. Viele der üblichen Anstiege sind erneut im Programm, darunter auch der Molenberg, der zuletzt meist eine Schlüsselstelle war und das Finale einläutete. Das Finale behält ebenfalls den vor zwei Jahren etablierten Charakter. (Eine gute Übersicht bietet die Vorschau vom vergangenen Jahr, da die Strecke nur wenig geändert wurde.)

Die Hellinge

1. Leberg 
 2. Den Ast 
 3. Katteberg 
 4. Leberg 
 5. Hostellerie
 6. Valkenberg
 7. Wolvenberg 
 8. Molenberg 
 9. Leberg 
10. Berendries 
11. Elverenberg
12. Muur von Geraardsbergen
13. Bosberg 

Die Pflasterpassagen:

1. Haaghoek 
2. Huisepontweg 
3. Holleweg
4. Haaghoek
5. Paddestraat
6. Holleweg
7. Karel Martelstraat
8. Jagerij
9. Haaghoek

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Die Favoriten

Es ist der erste Pflasterklassiker des Jahres und so ist es extrem schwer abzuschätzen, wer denn bereits in Top-Form ist. Die beiden Ausnahmekönner Mathieu van der Poel und Wout van Aert sind nicht dabei, doch die Liste der Top-Fahrer ist lang.

Der Titelverteidiger Jasper Stuyven ist mit seinen starken Trek-Segefredo-Teamkollegen dabei. Stuyven selbst hat noch kein Rennen in diesem Jahr bestritten, aber Ex-Weltmeister Mads Pedersen, bei dem es im Gegensatz zu Stuyven beim Omloop bislang noch nie so richtig rund lief, scheint bereits in guter Form zu sein. Dazu ist Top-Helfer Alex Kirsch dabei, ebenso R. Mullen, E. Theuns und der junge Charlie Quarterman.

Deceuninck-QuickStep ist bei den Klassikern in jedem Jahr die Favoriten-Mannschaft – so ist es auch in diesem Jahr. Asgreen, Stybar, Senechal, Lampaert, Ballerini, Declercq und dazu Weltmeister Julian Alaphilippe – ein Haufen potenzieller Sieger. Vor allem die Breite an Top-Fahrern macht diese Mannschaft so stark, denn sie können taktisch variieren und oft ihre Überzahl in den entscheidenden Gruppen ausspielen.

AG2R-Citroen hat aufgerüstet und neben Oli Naesen auch Greg van Avermaet im Kader. Van Avermaet hat das Rennen schon mehrfach gewonnen und ist bereits in sehr guter Form.

Bei Lotto-Soudal ist Tim Wellens Kapitän. Dazu wird auch Altmeister Philippe Gilbert am Start stehen. Auch wenn Gilbert noch nicht in Top-Form ist, sollte man ihn nicht unterschätzen. Mit Oldani, Kron, Vermeersch und Van Moer schickt man sehr junge Fahrer mit Wellens und Gilbert ins Rennen. John Degenkolb wird erst am Sonntag in Kuurne seine Klassikersaison starten.

Bora-hansgrohe reist ohne Peter Sagan an, der sich nach seiner Corona-Erkrankung wieder im Training befindet. So dürfte Nils Politt der Kapitän sein. Die erfahrenen Daniel Oss, Marcus Burghardt und Maciej Bodnar sind mit dabei und auch von Lukas Pöstlberger darf man einiges erwarten. Die jungen Ide Schelling und Patrick Gamper komplettieren den Bora-Kader.

Bei Ineos Grenadiers wird der Auftritt von Megatalent und Ex-Crosser Thomas Pidcock mit Spannung erwartet. Mit Gianni Moscon hat man einen weiteren Top-Klassiker-Fahrer am Start. Owain Doull ist endschnell und wird sich wohl eher auf den Sonntag konzentrieren. Dazu ist Talent Ethan Hayter im Aufgebot.

Die Bahrain-Victorious-Mannschaft schickt ein starkes Team ins Rennen. Angeleitet vom neuen Sportlichen Leiter Rolf Aldag werden Sonny Colbrelli, Dylan Teuns und Heinrich Haussler versuchen, ihre Chancen zu suchen.

DSM geht mit einem starken Team um Søren Kragh Andersen und Tiesj Benoot ins Rennen. Groupama-FDJ hat mit Stefan Küng einen Top-Fahrer dabei, der sein Saison-Debüt gibt. Qhubeka-Assos hat Łukasz Wiśniowski und Dimitri Claeys am Start. EF-Nippo ist ohne Top-Fahrer Alberto Bettiol dabei, schickt aber Jens Keukeleire und Jonas Rutsch gemeinsam mit Sebastian Langeveld ins Rennen.

BikeExchange geht mit Luke Durbridge ins Rennen, beim Team Intermarché-Wanty-Gobert ruhen die Hoffnungen vor allem auf Aimé De Gendt. Loïc Vliegen, Jonas Koch und Taco van der Hoorn sind auch dabei.

Auch das Team Total Direct Energie hat eine starke Klassiker-Truppe im Rennen. Niki Terpstra und Evald Boasson Hagen haben mit Chris Lawless, Adrien Petit und Damien Gaudin erfahrene Männer an ihre Seite.

Jumbo-Visma muss den Ausfall von Mike Teunissen verkraften und ist ohne Wout van Aert am Start. So schickt man eine Mischung aus jungen Talenten, wie Pascal Eenkhoorn, Edoardo Affini oder Olav Kooij, und erfahrenen Profis wie Paul Martens und Maarten Wynants ins Rennen.

Alpecin-Fenix ist zwar ohne Mathieu van der Poel am Start, hat aber mit Jasper Philipsen, Dries De Bondt und Silvan Dillier starke Fahrer dabei. Movistar schickt Johan Jacobs und Iván García Cortina ins Rennen.

Erfahrene Klassiker-Recken wie Alexander Kristoff und Sep Vanmarcke sollte man immer auf der Rechnung haben. Kristoff hat seinen UAE-Teamkollegen Matteo Trentin dabei. Was von Bryan Coquard und seinem Team B&B Hotels zu erwarten ist, ist schwer einzuschätzen.

Fast alle Top-Fahrer sind am Start und man darf gespannt sein, wie die Kräfteverhältnisse zum Start der Klassiker-Saison sind. Deceuninck-QuickStep ist wohl das stärkste Team, wird aber von Trek-Segafredo und AG2R-Citroen unter Druck gesetzt werden. Gut möglich, dass es bereits früh zur Sache geht und so vielleicht schon vor dem Molenberg eine Vorentscheidung fällt. Spätestens an der legendären Muur wird dann endgültig ausgesiebt.

***** Greg van Avermaet, Julian Alaphilippe
**** Tim Wellens, Søren Kragh Andersen, Davide Ballerini
*** Mads Pedersen, Oli Naesen, Zdeněk Štybar, Matteo Trentin, Dylan Teuns
** Jasper Stuyven, Thomas Pidcock, Nils Politt, Yves Lampaert, Florian Sénéchal, Kasper Asgreen
* Gianni Moscon, Tiesj Benoot, Jasper Philipsen, Stefan Küng, Alex Kristoff

Start: 11:05 Uhr
Ziel: ~16:30 Uhr

Offizielle Startliste
Startliste bei PCS

Website: omloophetnieuwsblad.be

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Podcast mit Heinrich Haussler – über die Klassiker, Cross & Corona