Tim Merlier – der verdiente Sieger

Seine Teamkollegen brachten ihn im Finale in die richtige Position, dann erwischte er den richtigen Moment für den Sprint und fuhr zum Sieg – Tim Merlier hat im ersten Sprint des Giro direkt für den erhofften Sieg seines Teams gesorgt, das in Italien die erste Grand Tour bestreitet. Besser geht es kaum.

Dass der Belgier dann beim Jubel noch an seinen vor 10 Jahren beim Giro tödlich verunglückten Landsmann Wouter Weylandt erinnerte, gab diesem besonderen Tag noch eine weitere Note. Auch für Merlier ist es die erste Grand Tour seiner Karriere. Für Team & Fahrer der perfekte Einstand & ohne Druck kann man nun in den nächsten Tagen vielleicht noch mehr bejubeln.


Bergwertung als Etappenziel

Für die drei Ausreißer des Tages ging es vor allem um diesen kleinen Hügel, nach 95 Kilometern. Die erste Bergwertung bedeutet das Bergtrikot dieses Giro – zumindest für einen Tag. Kein Wunder, dass es WildCard-Mannschaften waren, die es darauf anlegten. Filippo Tagliani (Androni Giocattoli-Sidermec), Umberto Marengo (Bardiani-CSF-Faizané) und Vincenzo Albanese (Eolo-Kometa) bildeten die Gruppe des Tages und sprinteten um das Blaue Trikot. Albanese holte den Sprint-Sieg an der Bergwertung.
Für sein junges, aber sehr ambitioniertes Team Eolo-Kometa ein durchaus beachtenswerter Erfolg.


Das 40-Km-Banner

Beim Giro gibt es zwei Sprintwertungen – bei der einen gibt es Punkte für das Maglia Ciclamino, bei der anderen Bonussekunden. Es gibt auch eine extra Punktewertung, die beide berücksichtigt, die hat aber keinen allzu hohen Stellenwert.

Die Sprintwertung um die Punkte des Maglia Ciclamino war 39,4 Kilometer vor dem Ziel. Die große 40-Kilometer-Marke war von weitem gut zu sehen und die Sprinter legten los – offenbar deuteten sie das Kilometer-Banner als Sprintwertung. Kann passieren, sollte aber natürlich nicht. Auf der sonst an Höhepunkten sehr armen Etappe war es für die Zuschauer eine willkommene Unterhaltung.


Filippo Ganna – bevor Remco die Sekunden nimmt, hole ich sie!

Beim Zwischensprint um die 3 Bonussekunden wollte das Team Deceuninck-QuickStep gern abstauben. Doch nicht mit Filippo Ganna! Er war während der Etappe als Beschützer von Egan Bernal unterwegs (auch im Finale, was er sehr gut machte!) und dazu gehörte auch, Remco die Sekunden wegzuschnappen. So packte der Mann in Rosa kurz ein paar seiner fast im Überschuss vorhandenen PS aus und sprintete Remco ab. Nun liegt er 13 Sekunden vorn, nicht nur 10. Er darf den morgigen Tag in Rosa also mehr als verdient genießen.


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