Mikel Landa im Pech

So schnell kann es gehen – an einem Fahrbahnteiler sind einige Fahrer unaufmerksam und es kommt zum Sturz. Mikel Landa erwischte es so heftig, dass er das Rennen aufgeben musste. Extrem bitter, für ihn und sein Team Bahrain-Victorious.

Landa machte bislang einen extrem starken Eindruck, gehörte beim Berg-Finale am Dienstag zu den Allerstärksten! Seine Mannschaft, diesmal voll auf Landa und den Kampf um den Gesamtsieg ausgerichtet, wirkte ebenfalls enorm stark. Doch nun ist der Kapitän raus und die harte Arbeit in der Vorbereitung in wenigen Sekunden zunichte gemacht. Brutal. So ist Radsport.

Manchmal klingt es komisch, wenn Radprofis am Start einer Grand Tour sagen, sie wollen erstmal die erste Woche überstehen und dann weiter sehen. Heute zeigte sich wieder, welch Bedeutung diese Worte haben können. Bei einem winkligen und gefährlichen Finale wie das in Cattolica, werden die GC-Fahrer die gut durchgekommen sind, vielleicht drei Kreuze gemacht haben.

Auch Joe Dombrowski, Gesamtzweiter und Träger des Bergtrikots erwischte es bei diesem Sturz. Er verlor viel Zeit und sah verletzt aus, erreichte aber das Ziel. Auch für ihn ein sehr bitterer Tag.

Auch Pavel Sivakov stürzte und muss das Rennen laut Team aufgeben. Für Egan Bernal ist dies ein herber Schlag, denn der bergfeste Sivakov wäre im weiteren Verlauf sicher eine große Hilfe gewesen.


Caleb Ewan – Sieg ja, aber kein Interesse am Zwischensprint

Caleb Ewan will in diesem Jahr bei allen Grand Tours eine Etappe gewinnen. Den Haken an den Giro kann er nun machen. Er war der Schnellste und holte sich verdient den Tagessieg. Auch wenn er Glück hatte, bei der Berührung mit Tim Merlier nicht aufgehalten zu werden, oder zu stürzen.

Ewan macht kein Geheimnis draus, dass er den Giro nicht zu Ende fahren wird. Er will nämlich wieder fit und frisch in die Tour starten. Deshalb hält er sich auch bei den Zwischensprints konsequent raus. Es spart vielleicht ein paar Extra-Körner für den Sprint, aber er hat nicht nur deshalb den Etappensieg geholt.


Auf Androni Giocattoli-Sidermec & Bardiani-CSF-Faizanè ist Verlass

Auf einer Etappe wie der fünften des Giro – gänzlich ohne Bergwertung und mit vermutlich mehr als 99% Massensprint-Wahrscheinlichkeit – müssen sich tapfere Helden finden, die den ganzen Tag vor dem Feld den Hasen machen, nur um wieder eingeholt und durchgereicht zu werden.

Übermäßige Lust, “sinnlos” Kräfte zu verschleudern, verspüren sicher in der ersten Woche einer Grand Tour nur sehr wenige Fahrer. Dennoch: Es braucht die Ausreißer, damit ein Rennen eben funktioniert – und halbwegs im Zeitplan bleibt.

Da verlässt sich der Veranstalter gern auf die Teams mit Einladung. Und am Mittwoch war auf Androni Giocattoli – Sidermec & Bardiani-CSF-Faizanè gleich doppelt Verlass! Denn zwei Mal stellten sie die Ausreißer! Bereits nach dem Start schicken sie jeweils einen Fahrer in die Flucht und animierten das Rennen. Als dann durch das hohe Tempo vor der Sprintwertung im Feld die Ausreißer etwa zur Rennmitte wieder gestellt waren, brauchte es erneut tapfere Animateure.

Und wieder waren es die beiden italienischen Wild-Card-Teams, die einen Fahrer nach vorn schickten. Im Dienste des Rennens und im Interesse der Sponsoren und des Veranstalters.

Ganz sicher sind sie damit den Einladungen für 2022 wieder ein Stück näher gerückt & haben die Sponsoren im TV präsentiert.

Kette runter – Faust auf Lenker

Tim Merlier und Caleb Ewan kamen sich zu Beginn des Sprints ins Gehege. Sie berührten sich und während Ewan zum Sieg sprintete, trat Merlier ins Leere – die Kette war runter. Damit war für ihn die Chance vertan. Dass er dann vor Enttäuschung auf den Lenker schlug – mehr als verständlich! Denn er verliert damit nicht nur die Chance auf den Etappensieg, sondern auch das Ciclamino!

Einen Sieg hat Merlier ja schon im Sack und nimmt es sportlich – am Freitag will er wieder angreifen. Er hofft, dann erneut solch gute Vorarbeit seines Teams zu bekommen, aber eben nicht “ausgebremst” zu werden.

no images were found