Während des olympischen Einzelzeitfahren der Männer hat Patrick Moster, der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer, den deutschen Fahrer Nikias Arndt mit den Rufen “Hol die Kameltreiber!” angefeuert. Vor Arndt fuhren der Eritreer Amanuel Ghebreigzabhier und der Algerier Azzedine Lagab. Die Rufe waren in der TV-Übertragung deutlich zu hören.

Nun entschuldigte sich Moster für die rassistischen Rufe. “Zu keinem Zeitpunkt sollte ein Sportler einer anderen Nation beleidigt werden. Die Äußerung war unüberlegt, wofür ich mich in aller Form entschuldige. Bei Olympischen Spielen ist die Anspannung hoch, die Nerven liegen blank. Trotzdem darf so eine verbale Entgleisung nicht geschehen”, so Moster.

Welche Folgen die rassistischen Rufe haben, bleibt abzuwarten. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kündigte an, die Situation aufarbeiten zu wollen. DOSB-Präsident Alfons Hörmann sagte: “Das Team D steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben. Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat. Wir werden noch heute das persönliche Gespräch mit ihm suchen und die Situation aufarbeiten.”

Update (Donnerstag, 29.Juli): Wie der BDR mitteilt, wird “BDR-Sportdirektor Patrick Moster die Olympischen Spiele verlassen und nach Hause fliegen. Das ermöglicht dem Bund Deutscher Radfahrer sehr zeitnah das angekündigte Gespräch über die inakzeptablen Äußerungen von Moster zu führen.”