Vuelta 2021: Profil, Karte, Anstiege – Vorschau Etappe 9 | eine schwere Bergetappe vor dem 1. Ruhetag

Die 9. Etappe der Vuelta 2021 führt über 188 Kilometer von Puerto-Lumbreras zum Alto de Velefique. Es ist eine heftige Bergetappe mit schwerem Finale.

Profil der 9. Etappe der Vuelta 2021

Die erste Woche der Vuelta war lang und kräftezehrend. Acht Etappen haben die Fahrer in den Beinen und bevor sie den verdienten Ruhetag am Montag genießen können, wird ihnen noch einmal alles abverlangt. Satte 4600 Höhenmeter hat diese neunte Etappe und sie endet mit einer schweren Bergankunft. Vor allem für die Fahrer im Kampf um die Gesamtwertung ist es ein wichtiger Tag.

Primoz Roglic trägt das Rote Trikot und muss nicht unbedingt in die Offensive gehen. Klar, sein Vorsprung auf Felix Großschartner beträgt nur magere acht Sekunden, aber der Österreicher ist in Sachen Leistungsniveau für Roglic sicher nicht der härteste Konkurrent. Anders sieht es bei den Ineos-Grandiers-Fahrern Egan Bernal und Adam Yates aus. Yates hat schon etwas mehr Rückstand, wird vielleicht in die Offensive gehen. Movistar liegt mit Enric Mas und Miguel Angel Lopez in der Gesamtwertung herausragend positioniert. Gut möglich, dass sie versuchen Roglic in Schwierigkeiten zu bringen. Vielleicht versucht man, ihn früh zu isolieren um später abwechselnd zu attackieren. Ist Roglic so souverän wie bisher, dürfte er problemlos jeden Angriff mitgehen, aber während einer Grand Tour schwankt selbst bei den allerbesten Rundfahrern die Form ein wenig.

Das Terrain der Etappe ist vor allem in der zweiten Hälfte anspruchsvoll. Sollten sich kletterstarke Ausreißer früh absetzen können, haben sie gute Chancen auf den Etappensieg. So könnte es einen harten Kampf um die Gruppe geben und das Rennen schon zu Beginn schnell und hart werden.

Vor dem Ruhetag gilt es nicht Kräfte zu sparen, sondern eher die Chance zu suchen, Zeit gutzumachen – es könnte eine sehr interessante Etappe werden, die vielleicht sogar ein paar Überraschungen bereithält. In jedem Fall wird sich das Gesamtklassement festigen und  die Rolle der Favoriten auf das Podium der Vuelta dürfte am Ruhetag etwas klarer sein.



 

Die Strecke

Karte der 9. Etappe der Vuelta 2021

Die ersten rund 100 Kilometer der Etappe sind wenig anspruchsvoll. Das macht es für kletterstarke Fahrer schwerer, in der Gruppe des Tages dabei zu sein. Hier sind auch die Helfer gefragt, den Kletterern beim Sprung in die Gruppe zu helfen.

Nach dem Zwischensprint zeigt dieses Teilstück sein anderes Gesicht. Bevor es zum ersten Anstieg der 1. Kategorie geht, könnte das Feld links abbiegen und von der nördlichen Seite zum Ziel hinauffahren. Doch man dreht eine anspruchsvolle Schleife, ehe man die Schlusssteigung von Süden erklimmt.

Der erste schwere Berg ist der Alto Collado Venta Luisa. Brutal lang, sehr unregelmäßig und erst zwischen Kilometer 16 und 23 richtig anspruchsvoll. Vom Gipfel sind es noch 57 Kilometer bis ins Ziel – wagt bereits hier ein Team einen Angriff auf Rot? Vermutlich eher nicht, aber vielleicht probiert man Roglic zu isolieren.

 

Profil des ALTO COLLADO VENTA LUISA

Es folgt eine längere Abfahrt und der längere, aber nicht supersteile Anstieg zum Alto de Castro de Filabres (7km, 3,9%). Auch dieser Anstieg ist unregelmäßig, hat Flachstücke, aber auch etwas steilere Passagen.

Schweres Finale

Dann geht es hinab zum Fuße des Schlussanstiegs. Der Alto de Velefique ist 13, 2 Kilometer lang und im Schnitt 6,4% steil. Es ist ein durchaus anspruchsvoller Berg der vor allem im Mittelteil sehr steil ist.

Profil des ALTO DE VELEFIQUE

In vielen Serpentinen windet sich die Straße hinauf. Aus dem Helikopter sicher ein tolles Bild, die Fahrer können von unten die Kehren jedoch kaum einsehen.

Der Finale Anstieg (©Google)

Im Mittelteil steil, wird es oben etwas flacher. Hier kann der Wind ein Rolle spielen, denn das Terrain ist offen. Laut Wetterprognose haben die Fahrer an der Schlusssteigung eher Rückenwind. Das ist vor allem auch für die Fans eine gute Nachricht, denn so erhöht sich die Chance auf Attacken und eine Gruppe ist gegenüber einzelnen Fahrer nicht so sehr im Vorteil.

Die letzten Kilometer der 9. Etappe

 

Bergwertungen:
ALTO DE CUATRO VIENTOS Km 74,5. (10,5 km 3,8%)
ALTO COLLADO VENTA LUISA. km 131,1 (29 km 4,4%)
ALTO DE CASTRO DE FILABRES. Bonificado km 159,1 (7,1, 3,9%)
ALTO DE VELEFIQUE (13,2 km 6,4%)

Sprintwertung:
TÍJOLA km 101,2 

Die Favoriten

Durch den ersten flachen Abschnitt haben Ausreißer die Chance, vor dem Finale einen größeren Vorsprung herauszufahren. Doch der Kampf um die Gruppe dürfte intensiv geführt werden. Die Favoriten auf den Gesamtsieg werden sicher nicht einfach nur nebeneinander ins Ziel rollen, sondern diese Etappe zur Attacke nutzen wollen.

Zieht eines der GC-Teams bereits am vorletzten schweren Anstieg das Tempo enorm an, könnte es für die Ausreißer eng werden, den Tagessieg einzufahren. Kämpfen die Klassementfahrer um den Etappensieg, ist Primoz Roglic mit seiner Endschnelligkeit wohl der Favorit auf den Tagessieg. Aber er ist eben auch der Fahrer, den die Konkurrenz unbedingt abhängen will. 

Für den Etappensieg aus einer Ausreißergruppe kommen viele Fahrer in Frage. Romain Bardet beispielsweise, der in super Form zur Vuelta kam, nach einem Sturz aber alle Chancen in der Gesamtwertung eingebüßt hat. Auch Guillaume Martin, Carlos Verona oder Lawson Craddock könnten wieder etwas probieren. Verona dabei auch als potenzielle Relais-Station für einen der Kapitäne, sollte man früh angreifen wollen. Solch eine Rolle könnte auch Damiano Caruso einnehmen, doch bei Bahrain stellt sich die Frage nach den Rollen der Kapitäne. Ist Haig nun der Leader? Was ist mit Mikel Landa? Hatte der vor zwei Tagen nur einen schwächeren Tag und will nun voll angreifen? 

Für Fahrer wie Ángel Madrazo, Harm Vanhoucke oder Gino Mäder wäre aus der Fluchtgruppe ebenfalls eine sehr gute Möglichkeit. Michael Storer hat bereits einen Etappensieg eingefahren, aber man sollte auch ihn auf dem Zettel haben.

 

***** – 
**** Romain Bardet, Primoz Roglic, Enric Mas
*** Guillaume Martin, Carlos Verona, “Superman” Lopez, Egan Bernal, Jack Haig, Adam Yates
** Damiano Caruso, Andreas Kron, Gorka Izagirre, Daniel Navarro, Harm Vanhoucke, Alexandr Vlasov, Michael Storer, Mikel Landa, Guilio Ciccone, David de la Cruz
* Odd Christian Eiking, Lawson Craddock, Gino Mäder, Geoffrey Bouchard, Mauri Vansevenant, Ángel Madrazo, Andrea Bagioli, Mark Padun 

Start: 12:08 Uhr
Ziel: 17:30 Uhr


Die weiteren Etappen der Vuelta 2021

Bild 1 von 2

Profil der 20. Etappe der Vuelta 2021