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Remco muss verlieren lernen

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass Remco Evenepoel eine Rundfahrt nicht als Sieger beendet hat. Im Jahr 2020 hat er alle Rundfahrten gewonnen, bei denen er gestartet ist, 2021 hat er nur die nicht gewonnen, die er vorzeitig beenden musste. Das letzte Etappenrennen, dass Evenepoel nicht als Sieger beendete, war die Deutschland Tour 2019. Krass, auch wenn das mehr eine statistische Spielerei ist. Dazwischen liegt der Unfall in der Lombardei, der schwierige Giro 2021 und beispielsweise auch die Niederlage bei der EM gegen Colbrelli.

Es ist dennoch bemerkenswert, dass Remco nach seinem super-souveränen Auftritt am ersten Tag die Valencia-Rundfahrt das Gelbe Trikot wieder abgeben musste. Bei der supersteilen Gravel-Ankunft konnte der Belgier nicht folgen, wurde in der Favoritengruppe fast durchgereicht. Alejandro Valverde beendete die Etappe vor ihm, trotz plattem Hinterreifen. Ob das Ergebnis bei einer Ankunft auf Asphalt ein anderes gewesen wäre, bleibt Spekulation. Er habe sich gut gefühlt, eben bis zum Gravel-Abschnitt, dann wären seine Beine voller Laktat gewesen, sagte der Belgier. Er hatte beim Giro 2021 große Probleme auf dem Schotter und ist zuletzt extra Gravel-Rennen gefahren – ganz sicher nicht ohne Hintergedanken. Hatte er bei der Ankunft am Antenas del Maigmó überzogen, oder den falschen Gang? Hatte er einfach keinen Super-Tag, oder liegt es tatsächlich am Gravel? Wenn er und sein Team die Antwort wissen, werden sie diese für sich behalten.

Remco hinter Vlasov – auf dem Schotter am Limit

Remco Evenepoel ist ein Wunderkind des Radsports, eines der größten Talente. Doch in der Weltspitze ist die Luft dünn und die Kritik nach jedem verpassten Sieg unumgänglich – daran muss auch er sich gewöhnen. Als Belgier wird man schnell zum „nächsten Eddy Merckx“, muss sich dann aber auch daran messen lassen. Seine Reaktion auf die Niederlage auf der Königsetappe der Valencia-Rundfahrt war die eines Champions – er klemmte sich auf den beiden Flachetappen am Ende der Rundfahrt voll in den Sprintzug mit ein. Etwas ungestüm vielleicht, aber eben voll im Dienst des Teams und seines Kumpels Fabio Jakobsen.
Und man sollte bei Remco und dessen Beurteilung stets bedenken: Fährt er nur Rad, bis er 30 Jahre alt ist, bleiben ihm noch 8 Saisons! ACHT!

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