1. Jumbo-Visma ist das neue QuickStep

Die Pflasterklassiker sind spezielle Rennen. Die Tradition, die einzigartige Stimmung, das Pflaster, die Positionskämpfe, aber auch die besondere Herausforderung an die Renntaktik. Streckenkenntnis ist von großer Bedeutung, dazu muss man an den Schlüsselstellen im richtigen Moment an der richtigen Stelle sein. Entscheidend auch das Gespür für den richtigen Moment zur Attacke. Ein Pflasterklassiker ist ein komplexes System aus vielen Variablen. Oder ganz einfach.

Das Team Jumbo-Visma hat beim E3-Prijs gezeigt, wie einfach ein Radrennen zu gewinnen ist, wenn man die größte Power hat. Sie haben das Rennen exakt so gestaltet, wie es jahrelang QuickStep erfolgreich gemacht hat. Vorn in den Taaienberg rein, dann Vollgas. Stets in der Überzahl und dann auf Stärke die Entscheidung erzwingen. Dass nur Laporte und Van Aert am Paterweg wegfahren konnten, war schon eine besondere Nummer. Sie zogen es durch, während Tiesj Benoot in der Gruppe dahinter aufpasste.

So kann man ein Rennen gestalten, wenn man mit Abstand das stärkste Team hat. Das Kräfteverhältnis bei den Klassikern hat sich verändert – Jumbo-Visma ist in diesem Jahr das Team, was die Rennen gestaltet und dominiert. Das hat auch damit zu tun, dass andere Mannschaften von den zahlreichen Infektionswellen stärker betroffen waren. Aber das hat ganz sicher auch damit zu tun, dass Jumbo-Visma sehr viel richtig macht. In der Kaderplanung, im Training und in der Renngestaltung. Jumbo ist das neue QuickStep – zumindest im Moment.