4. Die zwei Gesichter des Team DSM
Auch das Team DSM hatte in diesem Frühjahr mit Problemen zu kämpfen – siehe Bora-hansgrohe. Gerade die Klassiker-Fraktion war stark betroffen. Eekhoff, Degenkolb, Denz … sie alle fielen, bzw. fallen aus. Der Mann, der es nun richten muss, ist Sören Kragh Andersen. Nach dem bärenstarken Auftritt bei Mailand-Sanremo durfte man durchaus hoffnungsvoll in das E3-Wevelgem-Wochenende gehen.
Doch am Freitag bei E3 lief es gar nicht. Am Taaienberg, der Schlüsselstelle, war von DSM wenig zu sehen. Anschließend fuhr man hinterher, war nicht in der Lage, ins Geschehen einzugreifen. Ein schwacher Auftritt.
Am Sonntag dann ein anderes Gesicht. Nikias Arndt war in der Gruppe des Tages und arbeitete hinterher noch stark für Kragh Andersen. Vielleicht sogar sein bestes Rennen in diesem Jahr. Im Feld machte Niklas Märkl seinen Job, zuverlässig, wie immer. Überhaupt muss man festhalten, dass Niklas Märkl meist etwas untergeht, aber die ganze Saison bereits eine gute Leistung zeigt. Auch er hatte mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, ist aber stets für das Team da, wenn er gebraucht wird. Oft wird um Fahrer, die sich selbst herausragend in Szene setzen können, aber sich in der Helfer-Rolle gern mal abducken, ein Hype gemacht. Die verlässlichen Helfer gehen unter. In Zeiten von Insta-Fame & Twitterblasen gefühlt noch viel mehr, als noch vor Jahren.
Zurück zum anderen DSM-Gesicht in Wevelgem – es gelang der Mannschaft, sich in den Schlüsselmomenten gut zu positionieren und in den wichtigen Momenten dabei zu sein. So war Kragh Andersen nach dem Kemmelberg stets vorn dabei. Dass er die Gruppe um den Sieger verpasste, ist aus Sicht des Teams ärgerlich, aber in einem solchen Rennen nicht immer zu verhindern. Am Ende holte Kragh Andersen noch Rang fünf und somit ein ordentliches Resultat und wichtige Punkte. Es ist damit zu rechnen, dass auch Degenkolb nach der Krankheitspause vergangene Woche besser in Form kommt, vor allem mit Blick auf Paris-Roubaix. Dem oft gescholtenen Team dürfte das Top5-Resultat ein wenig Optimismus für die nächsten Rennen geben. Das war nach dem schwachen Auftritt beim E3-Prijs sicher auch nötig.


