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Das Ineos-Problem

Ineos Grenadiers stellt die stärkste Mannschaft dieses Giro und sie gestalten das Rennen. Das wurde am Sonntag auf dem Weg nach Blockhaus wieder deutlich. Swift, Sivakov, Porte & Co lieferten eine starke Leistung ab und bereiteten ihrem Kapitän Richard Carapaz das Feld. Doch der Olympiasieger konnte nicht vollenden. Klar, er erreichte in der ersten Gruppe das Ziel, aber wirklich abhängen konnte er die direkte Konkurrenz nicht. Das dürfte Ineos vor Probleme stellen. Denn sie nehmen das Rennen komplett in die Hand, gestalten es im Sky-Stil. Doch damals bei Sky war der eigene Kapitän meist der Stärkste, düste am letzten Anstieg los und hängte die Konkurrenz ab. Das gelingt nun nicht.

Dabei zieht Ineos fast alle Register. Hat einer der Konkurrenten Defekt, wird das Tempo gern mal noch etwas erhöht. Eklig, aber nicht gänzlich unüblich. Es gibt im Radsport selten Geschenke zwischen den Teams, damit müssen alle klarkommen. Ineos Grenadiers muss nun damit klarkommen, dass die gute alte Sky-Taktik nicht die Wirkung brachte, die man erhoffte. Muss man nun umplanen, oder kann am kommenden Wochenende Carapaz den Rest abhängen? Kontrolliert man weiter und verschleißt die Helfer? Oder muss man umstellen, weil Carapaz ein Polster vor dem Zeitfahren braucht, mindestens auf Almeida?

Man darf darauf gespannt sein, wie der taktische Plan dieses Teams in den nächsten Tagen aussehen wird. Sie haben nicht das Rosa Trikot, können also frei rangehen. Carapaz ist ein offensiv agierender Fahrer, der genau da seine Vorteile hat. Vielleicht begräbt man die alte Sky-Kontroll-Taktik und sorgte für Überraschungen. Den Fans wird es recht sein.

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