Profil der 18. Etappe der Vuelta 2022

Es ist die vorletzte richtig schwere Bergetappe dieser Vuelta. Rund 3600 Höhenmeter hat dieses Teilstück. Der erste Teil der Etappe ist nicht sonderlich anspruchsvoll, aber im Finale müssen zwei lange Anstiege bewältigt werden. Die Anstiege sind nicht extrem steil, aber nach fast drei Wochen werden die Fahrer die Anstrengungen spüren. Wer hier einen schlechten Tag erwischt, kann schnell einiges an Zeit verlieren.

Remco Evenepoel agiert bislang souverän und hat zwei Minuten Vorsprung auf Enric Mas. Läuft es beim Belgier normal, dürfte er keine Probleme bekommen. Doch es ist seine erste Grand Tour über drei Wochen, man muss abwarten, ob er sein Niveau tatsächlich halten kann. Bislang spricht allerdings wenig für einen Einbruch des Belgiers.

Spannung verspricht der Kampf um das Podium. Nach dem Ausfall von Primoz Roglic kämpfen Juan Ayuso, Carlos Rodríguez und Miguel Ángel López um den Platz auf dem Treppchen. Auch Ayusos Teamkollege João Almeida ist nicht all zu weit zurück. Gut möglich, dass im Finale der Großkampf zwischen diesen Fahrern entbrennt.

Es ist durchaus zu erwarten, dass erneut ein Ausreißer den Tagessieg einfahren kann. Der erste Teil der Etappe ist nur leicht wellig, so könnten Ausreißer einen komfortablen Vorsprung herausfahren, ehe es ins Finale geht. So wird es wohl zwei Rennen in einem geben – eines um den Tagessieg aus der Fluchtgruppe, das andere zwischen den GC-Fahrern.

Die Strecke

Die ersten rund 100 Kilometer der Etappe sind nur leicht wellig. Es geht zunächst mehr als 70 Kilometer gen Norden, dann gen Osten. Der erste kategorisierte Anstieg beginnt rund 85 Kilometer vor dem Ziel. Kurz, aber steil ist dieser Alto de la Desperá.

Es folgt eine Abfahrt und ein Flachstück, ehe rund 55 Kilometer vor dem Ziel das schwere Finale beginnt.

Die vorletzte Steigung des Tages ist lang, aber nicht extrem steil. Im oberen Teil gibt es eine kurze, steilere Passage, aber insgesamt ist der Anstieg mit 5% im Schnitt nicht sehr steil.

Nach der Steigung geht es rund 20 Kilometer bergab und dann einige Kilometer flach, ehe der Schlussanstieg beginnt.

Auch der Schlussanstieg ist nicht superhart. Es geht jetzt von Westen den Alto de Piornal hinauf. Mit 14 Kilometern ein recht langer Anstieg, aber mit etwas mehr als 5% ebenfalls nicht extrem steil. Es ist eine recht gleichmäßige Steigung ohne extrem steile Passagen. Ideal für kraftvolle Kletterer mit großem Motor.

Bergwertung:
ALTO DE LA DESESPERÁ Km 109,7 | 3,7 km 9,4%
ALTO DE PIORNAL Km 151,2 | 13,5 km 5%
ALTO DE PIORNAL Km 192 | 13,4 km 5,6%

Sprintwertung:
GARGANTA LA OLLA Km 137,8

Die Favoriten

Für den Etappensieg aus einer Fluchtgruppe kommen nur bergfeste Fahrer in Frage. Es sind einige im Rennen, die in der Gesamtwertung keine Gefahr für das Rote Trikot sind. Richard Carapaz, Jay Vine, Jan Polanc, Jose Parra, David de la Cruz, Thibaut Pinot, Tao Geoghegan Hart, Hugh Carthy, Mark Padun, Carlos Verona, Wilco Kelderman, Sergio Higuita, Mikel Landa und Juan Pedro López … vielleicht schafft auch Marco Brenner den Sprung in die Gruppe des Tages.

Je größer die Chance für eine erfolgreiche Flucht, desto intensiver ist meist der Kampf um die Gruppe des Tages. Sollte es zu lange dauern, ehe sich eine Gruppe löst, könnte sich im Feld ein Team der GC-Fahrer einspannen, um am Ende die Chance auf den Tagessieg zu haben. Movistar beispielsweise. Denn mit Enric Mas haben sie einen exzellenten Kletterer im Rennen, der zum einen vielleicht einen Angriff auf Evenepoel starten könnte, zum anderen aber auch den Tagessieg holen könnte. Dass sie jedoch bereits auf den ersten 100 Kilometern auf flachem Terrain die Helfer einspannen wollen, ist vielleicht eher nicht zu erwarten. Doch sollte die Gruppe des Tages erst spät entstehen und der Vorsprung beim ersten Anstieg überschaubar sein, könnte man die Chance auf den Tagessieg nutzen wollen.

Die Schlusssteigung ist nicht extrem steil, hier wird es nicht leicht, die Konkurrenz abzuhängen. Es wird darum gehen, die Kräfte gut einzuteilen und taktisch clever zu agieren, vor allem in der Fluchtgruppe. Teams mit mehreren Fahrern in der Ausreißergruppe sind taktisch im Vorteil – gut möglich, dass einige Mannschaften versuchen, mehrfach in der Gruppe vertreten zu sein.

***** Richard Carapaz
**** Jay Vine, Jan Polanc
*** Thibaut Pinot, Mikel Landa
** De la Cruz, Verona, Mas, Almeida, Evenpoel,
* Parra, Carthy, Kelderman, Ayuso, Rodriguez, Meintjes, Harper

Start: 12:10 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr


Die noch anstehenden Etappe der Vuelta:

Profil der 20. Etappe der Vuelta 2022

Bild 3 von 4