7 Erkenntnisse nach Mallorca Challenge, Vuelta San Juan und GP Marseillaise

Vuelta a San Juan, Mallorca Challenge und GP Marseillaise – die vergangene Radsport-Woche war vollgepackt mit Rennen – hier unsere Erkenntnisse.

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Neues Jahr, verändertes Team

Marius Mayrhofer

Hinter dem Team DSM liegen zwei katastrophale Jahre. Leistungsträger weg, Ärger, Stimmung schlecht, Kündigungswelle beim Staff … es lief einfach an vielen Stellen ganz viel schief. Große Krisen können dazu führen, dass sich selbst lange Zeit funktionierende Strukturen auflösen. Krisen können auch dazu führen, dass man enger zusammenrückt. Genau das scheint, zumindest bei den Sportlern im Team, passiert zu sein. Gleich mehrere Fahrer berichteten von einer sehr guten Stimmung im Trainingslager. Es habe sich etwas verändert, man spüre wieder ein Gefühl von Einheit. Ob das nun der „Reset-Knopf“ am Ende der Saison war, oder mit den Abgängen einiger Fahrer zu tun hat, oder einfach Teil des Entwicklungsprozesses einer Mannschaft ist, die immer wieder im Umbruch feststeckt – ganz schwer zu beurteilen.

Reichlich Talent steckte immer in dieser Mannschaft, zuletzt fehlten aber all zu oft die Erfolge. In die Saison war das Team holprig gestartet, direkt hatte man wieder Pech. Stürze beim Prolog der Tour Down Under, Leader Patrick Bevin nach zwei Tagen aus dem Rennen. Doch der Rest präsentierte sich gut – vor allem auch Marius Mayrhofer. Genau dieser sorgte nun beim Cadel Evans Great Ocean Road Race für den ersten WorldTour-Erfolg des Jahres. Dazu holte Sam Welsford zwei Siege bei der Vuelta a San Juan. Satte drei Erfolge innerhalb von zwei Tagen!

Ist der Knoten nun geplatzt? War es das, was die Mannschaft unbedingt benötigt hat, um aus der Schleife aus Frustration und Druck herauszufinden? Das wird sich zeigen! Ganz sicher lässt sich festhalten, dass dieses sehr junge Team die gute Stimmung aus der Vorbereitung in Erfolge umgemünzt hat – das gibt ganz sicher Rückenwind und Selbstvertrauen.

Für die Entwicklung der jungen Sportler sind solche Erlebnisse von großer Bedeutung. Vor rund 10 Jahren war die Mannschaft von Iwan Spekenbrink ein „kleines Team“, aber ein eingeschworener Haufen im Mix aus großen Talenten und erfahrenen, loyalen Helfern. Möglicherweise erinnern sich grad einige im Team an die alte Zeit und betrachten die Entwicklung der Mannschaft in den vergangenen Jahren mit anderen Augen.

Der Anfang ist gemacht, doch der Weg aus der Krise für das DSM sicher noch etwas länger, vielleicht auch steinig.

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