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Jumbo-Visma – das Überteam

Das Team Jumbo-Visma hat alle drei Grand Tours der Saison gewonnen – beeindruckend! Roglic gewann den Giro knapp, aber verdient, Vingegaard dominierte die Tour und bei der Vuelta holte Jumbo-Visma gar den Dreifachsieg. Satte 62 Siege stehen bislang zu Buche, in diesem Jahr. Elf Etappenrennen konnte man gewinnen – schaut man nur auf die Siege auf World-Tour-Level, sind das allein 34! Das sind Zahlen, die mehr als nur beeindrucken. Jumbo-Visma ist aktuell das beste und erfolgreichste Team der Welt.

Vor einer Woche schrieben wir darüber, dass „mit großen Erfolgen immer auch etwas Skepsis einhergeht„. Nach dieser Vuelta wird man wohl noch etwas skeptischer hinschauen. Die Mannschaft muss damit klarkommen, dass man ihre Erfolge hinterfragt. Denn große Dominanz sorgte in der Vergangenheit des Radsports oft für ein böses Erwachen im Nachgang. Nach dem positiven Dopingtest von Michel Heßmann steht das Team ohnehin unter Beobachtung.

Als Argument für die eigene Überlegenheit führt Jumbo-Visma oft die akribische Arbeit an, die wissenschaftliche Herangehensweise und professionelle Arbeit. Wie sehr diese Mannschaft tatsächlich anderen Teams voraus ist, ist von außen schwer zu beurteilen. Insider bestätigen die herausragende Arbeit beim Team, doch in Sachen Trainingswissenschaft sind die Top-Teams alle auf ähnlichem Level, heißt es.

Was man beim Team Jumbo-Visma in jedem Fall berücksichtigen sollte, ist die Qualität des Kaders. Das Team hat eine kluge Transferpolitik betrieben, dessen Grundlage ein sehr üppiges Budget ist. So konnte man die stärkste Mannschaft im Peloton werden und spielt dies nun aus. „Wenn du bei der Tour de France schaust, dann ist der erste Fahrer, der Tempo fahren muss, schon Millionär“, sagte ein sehr erfahrener Profi süffisant über die Stärke des Teams Jumbo-Visma.

Ob die Mannschaft ihre Dominanz über Jahre halten kann, wird auch vom Budget abhängen, das der neue Sponsor bereitstellt. In der langen Geschichte der Mannschaft gab es immer wieder Höhen und Tiefen. Die lange Rabobank-Zeit mit dominantem Nachwuchsteam und vielen Erfolgen endete nach dem Fall Rasmussen dramatisch. Nach einigen schwierigen Jahren ist man nun wieder ganz oben angekommen. Man darf gespannt sein, wie hoch es noch hinausgeht, und wie lange man an der Spitze thront.

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