Die Meldung sorgte am Sonntag für ein Erdbeben in der Radsportwelt – laut dem renommierten und stets gut informierten Journalisten Raymond Kerckhoffs verhandeln die Mannschaften Soudal-QuickStep und Jumbo-Visma über eine eine Fusion. Das schrieb Kerckhoffs bei Wielerflits.be. Beide Teams haben weder bestätigt, noch dementiert. Laut GCN habe QuickStep-Teamboss Patrick Lefevere am Montag eine Mail an seine Mitarbeiter geschrieben, dass es keine konkreten Pläne gäbe. Ausgang offen.
Doch was wäre wenn? Wer wären die Gewinner und Verlierer dieser Superfusion? Wir haben jeweils fünf zusammengetragen.
Gewinner – Richard Plugge
Jumbo-Visma ist das beste Team der Welt. Alle drei Grand Tours gewonnen, viele Rennen dominiert, den Titel bei der Tour verteidigt …. dazu hat man ein erfolgreiches Frauenteam und eine sehr gute Nachwuchsmannschaft. Richard Plugge ist Boss eines großen Players im Radsport. Doch komplett sorgenfrei kann der Teamchef nicht in die Zukunft blicken. Denn Sponsor Jumbo hat für Ende 2024 den Ausstieg angekündigt. Damit fällt der aktuell wichtigste Geldgeber für die übernächste Saison weg. Durch die Fusion mit Soudal-QuickStep würde diese Lücke ausgefüllt – mit Soudal als Partner.
Die Radsportteams sind von den Hauptsponsoren abhängig, es ist ihr größte Einnahmequelle. Große internationale Unternehmen für den Radsport zu begeistern, ist nicht einfach, auch wenn der Sport im Vergleich zum Fußball bei gleichem finanziellen Aufwand viel mehr Aufmerksamkeit bietet. Doch auch der Radsport hat sich entwickelt, die Kosten für die Teams sind gestiegen. Um oben mitzuspielen, braucht es inzwischen ein sehr üppiges Budget.
Mäzenatentum und inzwischen auch reichlich Petroldollar prägen den aktuellen Top-Radsport. Für einen Mann wie Plugge wäre Geld aus klassischen Unternehmen mit reichlich Marketingbudget vielleicht wertvoller, als ein spendierfreudiger Scheich. Allein in Sachen Kommunikation und Außendarstellung bietet dies Vorteile. Doch am Ende muss das Budget eben stehen, sonst droht der Star-Truppe der Ausverkauf.
Mit der Fusion auch Soudal an Bord zu holen, könnte sich für Plugge auszahlen, auch wenn an einen neuen Partner natürlich Erwartungen geknüpft sind und man vielleicht auch beim Kader Kompromisse machen muss. Sportlich könnte man durchaus den ein oder anderen Abgang verkraften, bekommt man Evenepoel, Alaphilippe, Van Wilder oder Asgreen hinzu.


