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Ein Test für die neue 5 km-Regel 

Im Rahmen der 3. Etappe wurde zum ersten Mal eine neue Regel getestet, die im Finale für eine verbesserte Sicherheit der Fahrer sorgen soll. Die bisher gültige Regel lautet so: „Wenn ein Fahrer auf den letzten drei Kilometern einer Etappe stürzt, einen Reifenschaden oder sonstigen technischen Defekt hat, erhält er die Endzeit jener Fahrer gutgeschrieben, mit denen er zu diesem Zeitpunkt unterwegs waren.“ Diese Zeitnahme wurde heute testweise nun auf 5 Kilometer ausgeweitet – auch auf der 12. und der 13. Etappe soll diese 5 km-Regel zur Anwendung kommen.

Wie Ex-Profi Adam Hansen von der CPA ausführte, erhofft man sich dadurch, dass es weniger hektisch im Finale von Flachetappen zugeht, wenn sich ansonsten die Sprinterteams und GC-Mannschaften in die Quere kommen, um ihre Fahrer nach vorne zu bringen bzw. vorne zu halten. Für mehr Sicherheit soll auch die 3-Sekunden-Regelung im Ziel führen, wonach Fahrer selbst bei einem Abstand von 50 Metern noch in derselben Zeit gewertet werden.

Tatsächlich sah es bei der heutigen Flachetappe so aus, dass die Klassementteams bis 5 km vor dem Ziel vorne fuhren, sich dann aber etwas zurückfallen ließen und die verschiedenen Sprinterteams den Ton angaben. Trotz breiter Straßen und einer langen Anfahrt kam es dennoch zum Sturz einiger Fahrer. Während vorne die verbliebenen Sprinter (und Richard Carapaz) um die Top-Platzierungen kämpften, trudelten die GC-Favoriten deutlich später über die Linie, ohne Zeit zu verlieren. 

Es bleibt müßig, darüber zu spekulieren, wie das Rennen mit der 3 km-Regel ausgegangen wäre. Die Sicherheit der Fahrer ist natürlich das höchste Gut – weshalb Anpassungen des Regelwerks immer wichtig sind. Welche Maßnahmen am effizientesten sind, sollte mit Studien unterfüttert werden, die die Komplexität des Renngeschehens berücksichtigen. Denn eine Flachetappe zum Tour-Auftakt bedingt nun mal ein anderes Fahrverhalten als eine spätere Flachetappe wie die heutige.     

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