Tadej Poagcar (Foto: © Roth&Roth / CV)

Tadej Pogacar (UAE Emirates) hat den ersten Schlagabtausch der Top-Favoriten im Hochgebirge bei der diesjährigen Tour de France gewonnen. Der 25-jährige Slowene konnte sich auf der 4. Etappe von Pinerolo nach Valloire kurz vor dem Gipfel des Galibier erfolgreich absetzen und kam mit 35 Sekunden vor Remco Evenepoel (Soudal QuickStep) und Juan Ayuso (UAE) ins Ziel. Primoz Roglic (Red Bull Bora-hansgrohe) und Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike) folgten auf den nächsten Plätzen.

In der Gesamtwertung liegt Pogacar, der einmal mehr während der gesamten Etappe von seinem UAE-Team stark unterstützt wurde, nun 45 Sekunden vor Remco Evenepoel und 50 Sekunden vor Jonas Vingegaard. Richard Carapaz (EF Education-EasyPost) musste das Gelbe Trikot nach einem Tag wieder abgeben, er kam als 32. mit 5:10 Min. Rückstand ins Ziel. 

Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) ist auch nach der 4. Etappe weiter im Bergtrikot unterwegs. Der Norweger führt hier nun vor Pogacar und Valentin Madouas (Groupama FDJ). Abrahamsen konnte auch das Punktetrikot verteidigen. In dieser Sonderwertung liegt er vor Biniam Girmay (Intermarche-Wanty) und Mads Pedersen (Lidl-Trek). 

So lief die Etappe: 

Die Tour de France ist nach dem Start in Italien nun in Frankreich angekommen. Die kurze und knackige 4. Etappe der Tour de France führte über knapp 140 Kilometer von Pinerolo nach Valloire. Im Gegensatz zur gestrigen Bummeletappe gab es vom Start weg die ersten Angriffe.

Da die einzige Sprintwertung des Tages schon nach gut 19 km auf dem Programm stand, waren es die Sprinterteams, die attackierten. Mads Pedersen (Lidl-Trek) konnte sich zeitweise etwas absetzen, kurz danach schlossen Frank van den Broek (dsm-firmenich – PostNL), Magnus Cort (Uno-X Mobility), Kevin Geniets (Groupama – FDJ), Wout Poels (Bahrain – Victorious) und Harold Tejada (Astana Qazqastan) auf. Doch das vor allem von Intermarche-Wanty und Alpecin-Deceuninck angeführte Feld ließ nicht locker und stellte die Ausreißergruppe noch vor der Sprintwertung.

Beim Bergauf-Zwischensprint sicherte sich Mads Pedersen dennoch 20 Punkte vor Biniam Girmay (Intermarche-Wanty), Bryan Coquard (Cofidis), Jasper Philipsen (Alpecin-Deceuninck) und Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility). 

Anschließend begann der Kampf um die Ausreißergruppe des Tages. Nach mehreren Attacken konnte sich schließlich eine Gruppe mit 17 Fahrern absetzen.
Die Gruppe: Bruno Armirail (Decathlon-Ag2r La Mondiale), Warren Barguil (Team dsm-firmenich PostNL), Julien Bernard (Lidl-Trek), Mathieu Burgaudeau (TotalEnergies), Alexey Lutsenko (Astana Qazaqstan), Raúl García Pierna, Cristian Rodríguez (Arkéa-B&B Hotels), Chris Juul-Jensen (Jayco-AlUla), David Gaudu, Romain Gregoire, Valentin Madouas (Groupama-FDJ), Mathieu Van der Poel (Alpecin-Deceuninck), Stephen Williams (Israel-Premier Tech), Oier Lazkano (Movistar Team), Kobe Goossens (Intermarche-Wanty), Odd Christian Eiking, Tobias Halland Johannessen (Uno-X).

Viel mehr als 3 Minuten Vorsprung konnten sie aber nicht herausfahren. Im Peloton machten vornehmlich UAE Emirates in Gestalt von Nils Politt, EF Education-EasyPost und Soudal-Quick Step das Tempo. Die erste Bergwertung in Sestrières gewann Williams vor Madouas und Barguil. Nach einer kurzen Abfahrt folgte der nächste Anstieg zum Col de Montgenèvre. Erneut war es Williams, der sich die Bergunkte vor Barguil und Madouas sicherte. In der folgenden Abfahrt drückte UAE mächtig aufs Tempo – kurzzeitig riss das Hauptfeld auseinander. Der Vorsprung der Ausreißer betrug keine 2 Minuten mehr, als es in den 23 km langen Anstieg zum Galibier ging. 35 km vor dem Ziel durfte sich Nils Politt zurückfallen lassen, nachdem er an der Spitze des Feldes unermüdlich Tempo gebolzt hatte und den Vorsprung der Ausreißer weiter minimiert hatte. In dieser Rennphase rückten nun auch Decathlon-Ag2r La Mondiale und Red Bull-Bora-hansgrohe nach vorne – in der Fluchtgruppe gab es derweil bei starkem Wind verschiedene Attacken, bei denen sich am Ende noch Lazkano, Gaudu, Juul-Jensen und Johannessen vorne halten konnten. Als sich Lazkano knapp 10 Kilometer vor dem Gipfel des Galibier noch einmal als Solist probierte, war der Vorsprung auf die Top-Fahrer im Feld schon deutlich unter die 1 Minuten-Grenze gefallen.

Kurz darauf waren alle Ausreißer eingeholt. Während UAE weiter das Tempo machte, fielen u. a. Simon Yates (Jayco-Alula), Richard Carapaz (EF Education-EasyPost), Enric Mas (Movistar), Romain Bardet (dsm) zurück. 5 km vor dem Gipfel lagen nur noch 15 Fahrer an der Spitze – es wurden immer weniger.

800 Meter vor der Bergwertung attackierte Tadej Pogacar aus einer Gruppe von 8 Fahrern. Nur Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike) konnte zeitweise folgen. Pogacar sicherte sich am Galibier nicht nur 20 Bergpunkte und die mit 5000 Euro dotierte Sonderwertung Souvenir Henri Desgranges, sondern auch 8 Bonussekunden. In der Abfahrt konnte der Slowene den Vorsprung weiter ausbauen, während dahinter Primoz Roglic, Carlos Rodriguez, Juan Ayuso und Remco Evenepoel zu Vingegaard aufschließen konnten und die weitere Plätze hinter dem Tagesbesten ausfuhren.  

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