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Das Rennen im Rennen: Pogacar und Evenepoel attackieren spät

Heute war ein Tag, an dem die GC-Teams einmal die Ausreißer gewähren ließen. Während an der Spitze Richard Carapez als Solist dem Ziel entgegenfuhr, kämpften sich die Klassementfahrer noch hinauf zum Col du Noyer. Es war einmal mehr Tadej Pogacar, der dort explosiv antrat und bis zum Gipfel Remco Evenpoel und Jonas Vingegaard distanzieren konnte. Auf den finalen Kilometern war es überraschenderweise der Belgier, der zu Pogacar aufschließen konnte und schließlich sogar selber noch einmal attackierte und so zehn Sekunden auf den Gesamtersten herausfahren konnte.

Jonas Vingegaard indes konnte das Tempo der beiden nicht mitgehen und kam schließlich zwei Sekunden hinter dem Gelben Trikot ins Ziel. Im Interview mit NBC Sports betonte Remco Evenepoel, dass er mit seiner Attacke aber keineswegs den 2. Platz im Klassement im Visier hatte, sondern vielmehr seinen 3. Platz nach hinten absichern wollte. „Ich wusste, dass Jonas Vingegaard noch Helfer hatte, mit derer Hilfe er den Rückstand nicht all zu groß werden würde“, sagte der Belgier.  

Überhaupt unterschieden sich die Renntaktiken der GC-Teams. Visma | Lease a Bike fuhr am aktivsten und strebte mit Wout van Aert und Tiesj Benoot als Teil von Ausreißergruppen den Tagessieg an. UAE Emirates war über eine lange Zeit nicht im vorderen Teil des Feldes zu sehen – einige Helfer von Pogacar schienen nicht ihren besten Tag gehabt zu haben. Im Finale war nur noch Pavel Sivakov an der Seite des Gesamtführenden, der selber aber keine Schwäche zeigte. 

Statt um den Tagessieg zu fahren, unterstützten die zurückfallenden Van Art und Benoot im Finale ihren Teamkapitän Vingegaard auf den letzten Kilometern – ähnlichen Support hatte auch Remco Evenepoel, der auf Jan Hirt aus der ehemaligen Ausreißergruppe zählen konnte. „Wir wollen aggressiv fahren, das werden wir auch weiterhin tun“, erklärte anschließend Benoot laut wielerflits. „Heute hat es sich eher defensiv ausgezahlt, aber hoffentlich wendet sich das Blatt wieder zu unseren Gunsten.“ Das explosive Finale sei nicht zum Vorteil von Vingegaard gewesen, doch die nächsten Tage seien anders.

Und wie sah der Träger des Gelben Trikots den Tag? „Ich weiß selber gar nicht, warum ich attackiert habe, aber ich bin zufrieden“, erklärte er im Siegerinterview. Er habe weitere zwei Sekunden auf Vingegaard herausgefahren. Ein Lob gab es von ihm für die Teamarbeit von Visma | Lease a Bike: Wenn Vingegaard keine Fahrer an seiner Seite gehabt hätte, hätten Evenepoel und er noch mehr Druck auf den Dänen ausüben können.

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