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RedBull-Bora-hansgrohe – eine Achterbahnfahrt mit Happy End?

Primoz Roglic (Foto: © Roth&Roth / SCA)

Diese Vuelta ist für Primoz Roglic und sein Team eine echte Achterbahnfahrt. Zunächst ein guter Start, dann mit Etappensieg ins Rote Trikot. Die Mannschaft bockstark, alles schien gut zu laufen. Dann diese sechste Etappe, die alles auf den Kopf stellte. Der noch junge und wenig erfahrene Florian Lipowitz folgte an der Spitze in der Ausreißergruppe nicht Ben O’Connor, im Feld setzte man nicht nach – so entstand die Situation, dass am Ende O’Connor mit fast fünf Minuten Vorsprung auf Roglic in Rot fuhr.

Ein Tiefschlag für das deutsche Team, das sich mit groben taktischen Fehlern an einem Tag selbst in die Bredouille brachte. Anschließend brauchte es einige Tage, ehe man wieder eine klare Linie fand. Denn es war sowohl Roglic, als auch dem gesamten Team anzumerken, dass man nun mit der Brechstange den Rückstand aufholen wollte. Die Konkurrenz nutzte das aus, wo sie konnte.

Doch bei einer Achterbahnfahrt geht es nach dem Tief auch wieder hinauf. Auf Etappe 11 agierte man klug und stark! Schickte Fahrer nach vorn, die dann im Finale helfen konnten. Roglic attackierte und machte Zeit gut. Ähnlich auf Etappe 13 – als man nicht die Nachführarbeit machte und auf mögliche Bonussekunden ging, sondern der Konkurrenz lange das Feld überließ, dann aber im Finale eiskalt zuschlug.

Die letzte Etappe vor dem Ruhetag wird man jedoch mit gemischten Gefühlen betrachten. Zwar konnte Roglic erneut O’Connor abhängen, doch die berechtigten 20 Sekunden Zeitstrafe – weil Roglic nach einem Radwechsel hinter dem Teamauto im Windschatten fuhr – werden schmerzen. Wie geht es weiter, in Woche drei? Roglic ist der Top-Favorit auf den Gesamtsieg, doch er darf sich keine groben Fehler erlauben. Das Zeitfahren am Schlusstag spielt ihm in die Karten.

Sollte er am Dienstag an den Lagos de Covadonga noch näher an das Rote Trikot heranrücken können, würde das taktisch für die RedBull-Mannschaft die Situation verbessern und vielleicht sogar dahingehend ändern, dass man eher „verwaltet“, als angreift. Dann würde es reichen, wenn Roglic bei den folgenden Bergetappen die Konkurrenz nicht ziehen lässt, vielleicht über seine Explosivität Sekunden holt. Es wäre sicher ratsam, den Druck zur offensiven Fahrweise schnell zur Konkurrenz zu schieben. Doch diese Schlusswoche der Vuelta ist schwer, und auch Roglic kann vielleicht aufgrund der „nicht optimalen“ Vorbereitung nach dem Wirbelbruch bei der Tour de France unerwartet in eine Krise geraten. Man darf gespannt sein, was in Woche drei passiert.

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