Profil E3 Saxo Classic 2025

Die E3 Saxo Classic ist vielleicht nicht so bekannt wie die große Flandern-Rundfahrt, aber bei vielen Klassiker-Fans mindestens genauso beliebt. Das Rennen wird oft „kleine Flandern-Rundfahrt“ genannt, weil es über die gleichen Anstiege geht und ebenfalls ein sehr, sehr schweres Rennen ist. Der größte Unterschied liegt in der Länge, und damit verbunden an der Renngestaltung der Mannschaften.

„Der E3-Prijs ist ein wirklich schweres Rennen. Die Herausforderungen sind kompakter, als bei der Ronde und oft wird das Rennen sehr offensiv gefahren“, sagt Jens Zemke, Sportlicher Leiter beim Team Q36.5 Pro Cycling. 50 Kilometer ist das Rennen kürzer als die große Ronde van Vlaanderen. Hat aber ebenfalls satte 17 „Hellinge“ – die gefürchteten kurzen Anstiege in den flämischen Ardennen.

Meist ist der E3-Prijs einer der spektakulärsten Klassiker des gesamten Frühjahrs. „Das Finale wird meist früh eröffnet und weil es nur rund 200 Kilometer sind, sehen viele Fahrer hier eher ihre Chancen. Oft wird es im Rennen dann sehr taktisch, weil einige Teams versuchen, Überzahl herzustellen und das zu nutzen. So muss man hellwach sein und schon früh im Rennen bereit sein, auf Angriffe zu reagieren. Sonst gerät man schnell in die Defensive und verliert die Chance auf eine Top-Platzierung“, so Zemke.

Die ersten 80 Kilometer des Rennens sind überschaubar schwer, doch dann geht es nur noch auf und ab. „Eine der Schlüsselstellen ist meist der Taaienberg. Es sind dann zwar noch 80 Kilometer bis ins Ziel, doch hier kann durchaus eine Vorentscheidung fallen. Die Anfahrt über Knokteberg und Kortekeer macht es nicht einfach, sich zu positionieren. Ganz sicher muss man hier hellwach und bereit sein“, so Zemke.

Im Finale wartet dann das Paterberg-Kwaremont-Doppel – die beiden legendären Anstiege werden in umgekehrter Reihenfolge gefahren, wie bei der Flandern-Rundfahrt rund eine Woche später. Leichter werden sie dadurch aber nicht. „Wir haben gesehen, dass diese beiden Anstiege auch beim E3-Prijs für die Entscheidung sorgen können. Doch anders als bei der Ronde sind es dann noch fast 40 Kilometer bis ins Ziel“, so Zemke. Das Team Q36.5 will versuchen, in einer Fluchtgruppe dabei zu sein, zählt ohne Topstar Tom Pidcock am Start nicht zu den Favoriten und muss zudem den Ausfall von Frederik Frison verkraften.

Für viele Top-Fahrer ist die E3 Saxo Classic ein echter Härtetest mit Blick auf die Ronde. Einige lieben den E3-Prijs, andere hassen dieses Rennen regelrecht. Man wird vermutlich gut sehen können, wer konkurrenzfähig ist und dann auch zu den Favoriten für die Flandern-Rundfahrt zählt.

Übrigens: Das „E3“ im Namen hängt mit der Geschichte des Rennens und der Autobahn E3 zusammen, diese wurde in den 1950er Jahren gebaut und führt von Harelbeke nach Antwerpen. Heute trägt diese Straße aber nicht mehr den Namen „E3“, sondern heißt A14.

Die Vorschau wird präsentiert von Q36.5

Die Strecke der E3 Saxo Classic 2025

Die Strecke wurde im Vergleich zu 2024 kaum verändert. Start und Ziel des Rennens sind wie immer in Harelbeke, insgesamt sind es in diesem Jahr 208,8 Kilometer.

Nach dem Start geht’s nach Norden weg in Richtung Waregem, dann nach Oudenaarde. Der erste der insgesamt 17 Hellinge ist der Katteberg – er wird über das Pflasterstück Beaucarnestraat angefahren und steht nach rund 30 Kilometern an. Danach geht es in einem großen Bogen über Holleweg und Paddestraat nach Zottegem und anschließend nach Geraardsbergen. Dann zurück gen Westen, in Richtung Ronse – Rund 120 Kilometer vor dem Ende beginnt dann so richtig das Auf & Ab.

Über Oude Kruisberg, Knokteberg, Hotond und Kortekeer geht’s zum Taainenberg, eine der Schlüsselstellen des Rennens. Meist fliegt das Peloton hier auseinander und es formieren sich verschiedene Gruppen.

Oft beginnt damit bereits rund 80 Kilometer vor dem Ziel das spannende Finale des Rennens.

Über Berg Ten Stene geht es in diesem Jahr wieder zum Eikenberg und dann über den Stationsberg und den Kapelberg zum Paterberg-Kwaremont-Doppel. Die letzten Hellinge sind auch 2025 Paterberg, Oude Kwaremont, Karnemelkbeekstraat – der den Namen E3 Col trägt. Der Tiegemberg ist die letzte Steigung auf dem Weg zum Ziel in Harelbeke.

Anfahrt zum Ziel des E3-Prijs 2025

Die Favoriten der E3 Saxo Classic 2025

Der Top-Favorit auf den Sieg ist Mathieu van der Poel. Der Niederländer steht als Titelverteidiger am Start, hat vergangenen Samstag Mailand-Sanremo gewonnen und befindet sich in bestechender Form. Tadej Pogacar ist doch nicht am Start, der Weltmeister hat seine Rennpläne geändert. Ex-Champion Wout van Aert ist dabei – bei ihm muss man schauen, ob er nach seinem Höhentrainingslager direkt durchstarten kann. Mads Pedersen, Matteo Jorgenson, Filippo Ganna, Mateij Mohoric, Stefan Küng, Nils Politt, Michael Matthews, Biniam Girmay … was Klassikerspezialisten betrifft, ist außer Pogacar fast alles am Start, was Rang und Namen hat.

Lidl-Trek hat eine sehr starke Mannschaft, wird vermutlich – ähnlich wie andere Teams auch – versuchen, die Breite des Kaders zu nutzen, um Van der Poel in Bedrängnis zu bringen. Leicht wird das nicht, denn vermutlich wird das Rennen ohnehin recht früh Fahrt aufnehmen. Will man „besonders früh“ angreifen, bedeutet das wohl rund 100 Kilometer vor dem Ende. Auch das UAE Team hat mehrere starke Fahrer und kann flexibel agieren. Gegen Van der Poel & dessen Team wird es dennoch schwer.


Vermutlich wird der Taaienberg erneut eine der Schlüsselstellen und das Rennen dort vielleicht schon gesprengt und das Finale eröffnet. Bringt man Van der Poel nicht in die Defensive, wird dieser wohl spätestens am Paterberg-Kwaremont-Doppel seine Karten spielen.

***** Mathieu van der Poel
**** Ganna, van Aert, Jorgenson,
*** Pedersen, Pithie, Wellens
** Vacek, Politt, Abrahamsen, Stuyven, Tarling
* Küng, van Dijke, Girmay, Powless, Trentin, Matthews, Morgado

Startliste

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