Jonas Vingegaard – Zuversicht?

Das Team Visma | Lease a Bike hatte in den Wochen vor dem Critérium du Dauphiné angefangen, ihren Kapitän öffentlich zu loben. Jonas Vingegaard habe sich verbessert, man glaube, er habe die Lücke zu Pogacar verkleinern können. So hieß es vor der Dauphiné. Ein paar Psychospielchen gehören zum Radsport dazu, bei Visma | Lease a Bike setzt man nicht auf die Strategie, den Gegner in Sicherheit zu wiegen.
Das Zeitfahren von Vingegaard war beeindruckend, er machte reichlich Zeit auf Pogacar gut. Dazu griff Vingegaard auf den anderen Etappen mehrfach an, fuhr offensiv und stark. Es wirkte zunächst so, als sei Vingegaard tatsächlich auf Augenhöhe mit Pogacar. Doch als es richtig in die Berge ging, setzt Pogacar ein Statement. Er hängte Vingegaard ab, distanzierte ihn auf dem Weg nach Combloux um mehr als eine Minute.
So stellt sich am Ende des Critérium du Dauphiné die Frage, wie viel Zuversicht das Team Visma | Lease a Bike für die Tour mitnehmen kann. Das Zeitfahren war super, auch fuhr Matteo Jorgenson stark. Doch bergauf war Pogacar wieder in einer anderen Liga unterwegs. Seine Werte seien sehr gut, betonte Vingegaard immer wieder. In die Tour geht er in der Rolle des Herausforderers. Man darf gespannt sein, ob die Kräfteverhältnisse im Juli anders sind, als beim Critérium du Dauphiné.


