Lipowitz stark, Roglic mit großem Rückstand

Eine Minute und 19 Sekunden war Primoz Roglic langsamer als Tagessieger Remco Evenepoel. Damit setzt sich fort, was sich in den ersten Tagen andeutete – Roglic ist nicht stark genug, um ein echter Kandidat auf den Gesamtsieg zu sein. Doch die Tour ist noch lang und die schwersten Etappen stehen noch an – so sollte man einen Fahrer mit seinen Qualitäten noch lange nicht abschreiben. Doch der Rückstand auf Pogacar beträgt in der Gesamtwertung inzwischen zweieinhalb Minuten, der Trend müsste schnell umgekehrt werden, will man Gelb tatsächlich angreifen.
Auf Gesamtrang neun, nur eine Sekunde und einen Platz hinter Roglic, liegt nun Florian Lipowitz. Der Deutsche lieferte ein exzellentes Zeitfahren und wurde Tagessechster! Schneller als Jorgenson und Vingegaard, aber doch knapp eine Minute langsamer als Tagessieger Evenepoel. Für Lipowitz war es ein sehr erfolgreicher Tag und ein echtes Erfolgserlebnis nach schwierigen Tagen. Er hatte etwas gezweifelt, sagte er im ARD-Interview. Das starke Zeitfahren wird ihm ganz sicher Moral und Auftrieb geben. Bei Red Bull-Bora-hangrohe wird man nun vermehrt die Frage gestellt bekommen, wer denn nun der Kapitän sei. Noch liegt Roglic vor Lipowitz und die Antwort ist erwartbar – gestellt wird sie dennoch. Vermutlich täglich, solange sich die Situation nicht ändert. Auf das „Wo ist Lipowitz?“ können sich die TV-Zuschauer wohl bereits einstellen, das Red-Bull-Team wird versuchen den Rummel nicht ausufern zu lassen. Und Lipowitz ist zu wünschen, dass er den Rest der ersten Woche ebensogut meistert, wie das Zeitfahren in Caen.
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