Visma – erst in die Gruppe, dann im Finale Vollgas

Wout van Aert, Victor Campenarts, Tiesj Benoot, Simon Yates und sogar Matteo Jorgenson – sie alle setzten zu Beginn Attacken, oder gingen Angriffe mit. Ganz offensichtlich sah der Plan für den Tag ganz unbedingt einen Fahrer in der Ausreißergruppe vor. Das bestätigte Simon Yates nach dem Rennen im Interview mit Daniel Friebe für ITV. Warum genau man unbedingt in der Gruppe sein wollte, führte Yates trotz Nachfrage nicht aus.
Grundsätzlich ist es wenig überraschend, dass die Mannschaft der Top-Favoriten an einem Tag für Ausreißer einen Fahrer vorn platzieren wollen. Doch Visma investierte viel Energie. Da können unterschiedliche taktische Überlegungen dahinterstecken. Zum einen kann man das UAE-Team zur Arbeit im Feld zwingen, vor allem dann, wenn es anderen Klassementfahrer in die Gruppe des Tages schafften. Zum anderen kann man sich hinten in der Nachführarbeit raushalten, sollte die Konkurrenz die Verantwortung weiter geben wollen. Und natürlich kann man an einem Tag für Ausreißer nur um den Etappensieg fahren, wenn man in der Gruppe des Tages vertreten ist. Oder lag das Ziel des Teams vor allem daran, zu Beginn für Attacken zu sorgen und der Konkurrenz „Stress“ zu bereiten? Den Druck hoch halten?
Im Finale drückte das Team Visma | Lease a Bike dann wieder mächtig aufs Tempo. Wohl mit dem Ziel, Pogacar in Gelb zu halten, sodass er erneut sämtliche Pflichten des Gesamtführenden durchlaufen müsste, statt bereits mit der Regeneration zu beginnen – so vermutete es Pogacar. Oder wollte man Pogacar angreifen, ihm ein paar Sekunden abnehmen? Beides klappte nicht.
Dieser Tag verlief für das Visma-Team vermutlich nicht optimal, doch ihre Ziele sind langfristig angelegt. Betrachtet man diese Etappe als Duell der Teams von Pogacar und Vingegaard, geht Etappe sechs wohl an UAE.
Update: Der Sportliche Leiter Arthur van Dongen sagte gegenüber Wielerflits, dass man nicht die Absicht hatte Pogacar in Gelb zu belassen. Man wollte das Rennen schwer machen, fuhr daher offensiv – so seine Begründung.
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