Haken an die Tour-Etappe

Jonathan Milan hat seinen ersten Tour-Etappensieg eingefahren. Der superschnelle Italiener setzte sich am Ende souverän durch und fügte den vier Giro-Etappensiegen nun bei seiner Tour-Premiere den ersehnten Tour-Etappenerfolg hinzu. Das Team Lidl-Trek hatte Milan das Vertrauen ausgesprochen, schickte Mads Pedersen zum Giro und gab Milan die Chance bei der Tour. Die Erwartungen waren riesig, schon am ersten Tag wollte Milan zuschlagen und direkt den Traum vom Tagessieg und dem Gelben Trikot erfüllen. Daraus wurde nichts, als er bei Seitenwind nicht in der vordersten Gruppe war. In Dünkirchen dann von Tim Merlier geschlagen, sollte es nun endlich klappen. Das gelang!

„Ich bin glücklich über den Sieg. Wir haben hart dafür gearbeitet und beim dritten Versuch ist es uns endlich gelungen“, so Milan. „Das Finale war hart. Ich war ganz vorne mit dabei und habe auf den richtigen Moment gewartet, um meinen Sprint zu starten. 200 Meter vor dem Ziel zu starten, war vielleicht etwas zu früh, aber es war für alle schwer. Ich habe alles gegeben und es hat geklappt. as machte er gekonnt und spielte dann seine Power aus. Ein starker Etappensieg – vielleicht nicht der letzte bei dieser Tour de France“, sagte Mlílan und fügte an: „Ich wusste, dass es wichtig war, heute zu gewinnen. Es ist wirklich schön, nach all den Anstrengungen des gesamten Teams den Sieg zu holen. Wenn das ganze Team an dich glaubt, macht das die Dinge einfacher. Und jetzt wollen wir noch mehr!“

Das Finale dieser achten Etappe verlief für Milan etwas ungewöhnlich, denn meist wird er von seinem Lidl-Trek-Team bestens abgeliefert. Diesmal musste er sich aber am Ende allein durchschlagen. Bis zur 1000-Meter-Marke bereiteten seine Kollegen Milan perfekt den Weg, dann aber musste er sich selbst die Hinterräder suchen. Das machte er herausragend und spielte am Ende seine Power aus. Ein verdienter Sieg.

Im Kampf um Grün ist Milan nun vorn – allerdings kassierte er eine Strafe wegen „Behinderung eines Fahrers“ und bekam 10 Zähler in der Punktewertung abgezogen. Sein Vorsprung auf Pogacar in der Sprintwertung beträgt nun 26 Zählern.

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Van Aert stark, Ackermann vorn dabei, Bauhaus im Pech

Im Finale der sonst wenig ereignisreichen Etappe kam es zum erwartet hart umkämpften Massensprint. Pascal Ackermann erreichte als Vierter das Ziel und war vor allem froh, nach verpassten Chancen endlich mal seinen Sprint fahren zu können. Bislang war Ackermann in den Sprintfinals ohne Glück, nun konnte er am Ende den respektablen vierten Platz einfahren. Das dürfte Selbstbewusstsein für die kommenden Tage geben!

Phil Bauhaus hatte hingen Pech – als Kaden Groves im Finale in einen Kreisverkehr resolut innen ‚reinsteckte‘, drängte er Milan ab, der dann Bauhaus zum Ausweichen zwang. Pech für den Deutschen vom Team Bahrain-Merida, denn so war sein Sprint gelaufen und er musste sich mit Rang zwölf begnügen.

Ein richtig starkes Finale zeigte Wout van Aert. Der Belgier musste schon einige Kraft investieren, um sich in Position für den Sprint zu bringen. Am Hinterrad von Milan konnte Van Aert dann folgen, aber nicht am Italiener vorbeiziehen. Insgesamt aber ein richtig starker Sprint von Van Aert, der sich bislang in den Sprints zurückgehalten hatte, nun aber zeigte, dass er noch immer sehr explosiv ist.


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Keine Gruppe, danke TotalEnergies

Das TotalEnergiers-Duo Mathieu Burgaudeau und Mattéo Vercher (Foto: © Cor Vos)

Wir hatten es bereits in der #Nachbesprechung zur dritten Etappe thematisiert – im modernen Radsport verblasen die Teams auf Flachetappen keine Energie für wenig erfolgversprechende Ausreißversuche. Die Mannschaften haben große Ziele, wollen nicht verschwenderisch mit den Ressourcen umzugehen und bei einem so hart ausgefahrenen Rennen nicht für ein TV-Minuten die Körner auf der Straße liegen lassen, die in den Folgetagen fehlen. Die Zeiten sind vorbei, wo der Werbewert der TV-Sichtbarkeit ausreichend war, um an Tagen ohne Chance auf den Sieg in die Fluchtgruppe zu gehen. So gab es eben lange Zeit das Bild eines geschlossenen Feldes.

Nach der Sprintwertung aber dann entzückte das Team TotalEnergies die Radsportfans – denn die Kommentatoren bekamen endlich Futter und die Gelegenheit über den Sport zu sprechen.Zu zweit machten sich Mathieu Burgaudeau und Mattéo Vercher aus dem Staub. Die Chancen auf Erfolg standen nicht riesig, aber gerade dann, wenn es hektisch im Feld wird, können unerwartete Dinge passieren. Die TotalEnergies-Jungs mussten sich nicht den ganzen Tag gegen den Wind stemmen, arbeiteten gut zusammen. „Niemand war heute an der Flucht interessiert, aber es ist immer noch eine Chance, bei der Tour de France dabei zu sein, also versuche ich es gerne, auch wenn ich weiß, dass die Chancen, bis zum Ende durchzukommen, sehr gering sind. Vielleicht habe ich die Beine, um eine Etappe zu gewinnen, aber ich muss abwarten, ob sich in der zweiten oder dritten Etappe, wenn alle müde sind, eine Gelegenheit ergibt“, so Burgaudeau.

Gelohnt hat sich der Ausritt zu zweit auch ohne Chance auf den Tagessieg – sie holten sich die Ehrung als kämpferischste Fahrer gemeinsam ab! „Wir beide sind Freunde, daher ist es ein großartiger Moment, diese Ausreißergruppe bei der Tour de France als Duo zu erleben. Das Gleiche gilt für die Aufteilung des Preisgeldes“, so Burgaudeau nach dem Rennen.


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Der Stand in der Gesamtwertung nach Etappe 8

PlatzFahrerTeamZeit
1POGAČAR TadejUAE Team Emirates – XRG29:48:30
2EVENEPOEL RemcoSoudal Quick-Step0:54
3VAUQUELIN KévinArkéa – B&B Hotels1:11
4VINGEGAARD JonasTeam Visma | Lease a Bike1:17
5VAN DER POEL MathieuAlpecin – Deceuninck1:29
6JORGENSON MatteoTeam Visma | Lease a Bike1:34
7ONLEY OscarTeam Picnic PostNL2:49
8LIPOWITZ FlorianRed Bull – BORA – hansgrohe3:02
9ROGLIČ PrimožRed Bull – BORA – hansgrohe3:06
10SKJELMOSE MattiasLidl – Trek3:43
11HEALY BenEF Education – EasyPost3:55
12JOHANNESSEN Tobias HallandUno-X Mobility4:28
13MAS EnricMovistar Team4:35
14GALL FelixDecathlon AG2R La Mondiale Team4:49
15RODRÍGUEZ CarlosINEOS Grenadiers4:51
16JEGAT JordanTeam TotalEnergies5:39
17PARET-PEINTRE AurélienDecathlon AG2R La Mondiale Team7:23
18NARVÁEZ JhonatanUAE Team Emirates – XRG8:11
19MARTIN GuillaumeGroupama – FDJ8:13
20O’CONNOR BenTeam Jayco AlUla8:25
21BUCHMANN EmanuelCofidis8:35

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