
Das Peloton erreicht die hohen Berge! Endlich. Die 12. Etappe der Tour de France 2025 bringt die Fahrer in die Pyrenäen! Es ist die erste von drei aufeinanderfolgenden schweren Etappen! An diesem Donnerstag steht die erste richtige Bergankunft dieser Tour an. Es geht im Finale nach Hautacam – eine legendäre Bergankunft! Mehr als 13 Kilometer geht es am Ende bergauf, im Schnitt mit fast 8% – ein Berg der HC-Kategorie, der erste dieser Tour! Ideales Terrain für einen Großkampf der Klassementfahrer. In Summe hat diese Etappe rund 3900 Höhenmeter.
Die ersten rund 120 Kilometer sind nur leicht wellig, was starken Ausreißern die Chance bietet, vor dem schweren Finale einen Vorsprung auf das Feld herauszufahren. Doch bei Grand Tours wird am Tag der ersten Bergankunft meist das Tempo im Rennen durch die Favoriten hochgehalten und es siegt am Ende einer der Klassementfahrer. Ob das auch in Hautacam so sein wird, bleibt abzuwarten, erscheint aber wahrscheinlich. Die Karten müssen in jedem Fall auf den Tisch, die besten Kletterer der Welt werden zeigen, was in ihnen steckt. Diese Bergankunft liegt Tadej Pogacar und es wäre eine gute Gelegenheit für Klarheit in der Gesamtwertung zu sorgen.
Taktisch bietet dieses Teilstück wenig Optionen, mit starken Berghelfern als Relaisstation die Konkurrenz zu isolieren und anzugreifen – dafür fehlen schwere Anstiege vor der Schlusssteigung. Es ist eine Etappe, bei der die Schlusssteigung zählt – Watt/Kg über 13,5 Kilometer. Fühlt sich Pogacar gut, bekommt er hier die Chance, die Konkurrenz anzugreifen, Gelb zu holen und sich ein Polster zu verschaffen. Doch nach seinem Sturz am Mittwoch bleibt unklar, ob er sein volles Leistungspotenzial ausschöpfen kann, oder durch den Sturz doch etwas beeinträchtigt ist. Doch niemand weiß, wie stark Jonas Vingegaard ist, ob er die Lücke zu Pogacar schließen konnte und nun auf Augenhöhe ist. Das wird diese Etappe offenlegen.
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Die Strecke der 12. Etappe der Tour 2025

Von Auch geht es gen Südwesten – die Fahrer werden die Pyrenäen schon von Weitem sehen können. Die ersten rund 120 Kilometer sind nur leicht wellig, dann beginnt mit dem Soulor das Finale.

Der Col du Soulor ist ein Berg der 1. Kategorie – ein langer Anstieg mit mehr als 7% im Schnitt. Es ist keine gleichmäßige Steigung, hat steilere und flache Abschnitte. Im Mittelteil geht es sogar mit mehr als 10% bergan!
Vom Gipfel sind es genau 46,5 Kilometer bis ins Ziel. Zunächst eine kurze Abfahrt, dann die Gegensteigung zum Col des Bordères und dann lange bergab zur Schlusssteigung.

13,5 Km mit 7,8% – die Steigung nach Hautacam ist ein heftiger Anstieg! Im unteren Teil insgesamt noch moderat steil, auch wenn es auch dort schon steilere Passagen gibt – die letzten sieben Kilometer wird es dann garstig!
Auf den letzten sieben Kilometern geht es zunächst zwei mit 10% im Schnitt bergan – die ideale Stelle für einen Angriff! Es folgen eineinhalb Kilometer mit „nur“ 7%, dann wieder ein Kilometer mit mehr als 10% Steigung. Die letzten zwei Kilometer zum Ziel haben dann wieder 7%.

Die Steigung nach Hautacam ist vielleicht nicht die schwerste Steigung dieser Tour, es geht auch „nur“ auf 1500 m ÜNN – doch es ist nicht ohne Grund ein Berg der HC-Kategorie. Die Karten müssen auf den Tisch und diese Steigung wird offenlegen, wie die Kräfteverhältnisse bergauf sind!
Sprintwertung:
km 95.1 • BÉNÉJACQ
Bergwertungen:
km 91.4 – Côte de Labatmale | 1.3km 6.3%
km 134.1 – Col du Soulor | 11.8km 7.3%
km 145.7 – Col des Bordères | 3.1km 7.7%
km 180.6 – Hautacam | 13.5km 7.8%
Die Favoriten
Die Bergankunft in Hautacam ist der erste Berg-Test der Klassementfahrer. Die Karten müssen auf den Tisch, der Kampf um die Top10 der Gesamtwertung wird voll entbrennen. Haben Ausreißer eine Chance auf den Tagessieg? Durchaus, sollte sich früh eine große Gruppe absetzen und starke Kletterer mit reichlich Vorsprung in die Schlusssteigung gehen. Doch es scheint eher wahrscheinlich, dass die Klassementfahrer auch den Tagessieg unter sich ausmachen.
Der Sturz von Tadej Pogacar vom Mittwoch könnte diese Etappe beeinflussen. Ohne den Sturz wäre es zu erwarten gewesen, dass UAE das Tempo macht, das Rennen für Pogacar kontrolliert und dieser dann in der Schlusssteigung angreift. Sollte Pogacar mit den Sturzfolgen zu kämpfen haben – die Muskulatur durch den Aufprall beeinträchtigt, oder er sich etwas steif fühlen – würde er vielleicht eher einen taktisch defensiveren Ansatz wählen. Auch mit Blick auf das Einzelzeitfahren am Freitag. Wird er also sein Team nicht einspannen? Das könnte Spekulationen der Konkurrenz nach sich ziehen und diese dann versuchen, das Rennen noch härter zu machen und früher anzugreifen. Also wird Pogacar das Team fahren lassen, um Stärke zu zeigen, wenn er sich nicht so gut fühlt? Und sein Team im Umkehrschluss nicht nachführen lassen, wenn er sich besonders gut fühlt? Es bleibt alles Spekulation und klar – bis zum Schlussanstieg! Dann müssen die Karten auf den Tisch.
Fahrer für eine starke Fluchtgruppe gibt es einige. Michael Storer, Sergio Higuita, Ben O’Connor, Stef Cras, Thymen Arensman, Emanuel Buchmann, …sie alle haben ausreichend Rückstand in der Gesamtwertung um weggelassen zu werden. Und man wird auch sehen, wer ein Auge auf die Bergwertung geworfen hat. Gut möglich, dass auch Lenny Martinez wieder in die Gruppe des Tages möchte und an den ersten drei Anstiegen die insgesamt 16 Punkte einsammelt.
***** Tadej Pogacar
**** Jonas Vingegaard
*** Remco Evenepoel, Matteo Jorgenson
** Gall, Arensman, O’Connor, Storer,
* Skjelmose, Healy, Johannessen, Onley, Rodríguez, S.Yates
Start: 13:10 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr


