Die Strecke der Hamburger Cyclassics wurde verändert, das beeinflusst auch den Charakter des WorldTour-Rennens. Gestartet wird das Elie-Rennen der ADAC Cyclassics Hamburg am 17. August 2025 in Buxtehude, auf dem Marktplatz in der Altstadt. Anschließend geht es durch den Landkreis Harburg und Rosengarten in Richtung Hamburg, über die Köhlbrandbrücke ins Zentrum und dann in mehreren Schleifen insgesamt fünf Mal über den Waseberg. Das Ziel ist weiterhin in der Mönckebergstraße in Hamburgs Innenstadt, wo im vergangenen Jahr Olav Kooij im Massensprint gewann.
„Das Rennen hat sich schon verändert, rückt vom Charakter her mehr in Richtung Klassiker“, sagt Nikias Arndt vom Team Bahrain-Victorious. „Ich wäre natürlich gern dabei, aber nach meinem Sturz im Frühjahr sieht mein Fahrplan für das Comeback nun anders aus“, erklärt Arndt (Foto unten gemeinsam mit Teamkollege Matej Mohoric). Der endschnelle Mann stammt aus Buchholz in der Nordheide, nur wenige Kilometer vom Startort entfernt.

„Mein Heimatverein ist die RG Hamburg, natürlich haben die Cyclassics eine besondere Bedeutung für mich“, so Arndt.
Im März war er schwer gestürzt und hatte sich einen Wirbelbruch zugezogen. So war er bis Ende Juli außer Gefecht.
Köhlbrandbrücke – vor allem für Hobbyfahrer von Bedeutung
„Der Start ist etwas anspruchsvoller geworden, aber für die Profis sind das kleine Hindernisse. Aber für die Hobbyfahrer und Hobbyfahrerinnen ist die Köhlbrandbrücke sicher ein Highlight. Mich freut es dennoch, dass es wieder in den Süden geht. Für uns Profis sind eher die Veränderungen bei den Schleifen in Hamburg interessant. Fünf Mal Waseberg, das ist schon anspruchsvoll. Da geht es aber nicht nur um den Anstieg selbst, sondern auch um die Positionierung vor dem Anstieg. Ich hoffe auch, dass es durch die Veränderung weniger Stürze gibt, weil das Finale etwas ausgedehnt wird“, sagt Arndt.

Es geht nach rund 90 Rennkilometern das erste Mal über den Waseberg, dann in die Hamburg Innenstadt und über die Ziellinie. Dann wieder raus nach Blankenese und zum Waseberg – dieser wird zwei Mal erklommen, ehe es wieder in die Stadt geht.
„Auf der Schleife mit dem ersten Waseberg-Doppel sind wir in einem Bereich, wo man schon etwas probieren kann. Wir haben gesehen, dass es im modernen Radsport gern mal 80 Kilometer vor dem Ende losgeht. Da wird jetzt nicht zum Solo angesetzt, aber wenn ein Team schon bei diesen beiden Passagen das Tempo richtig anzieht, werden die Sprinter das spüren. Und dann fehlen ihnen vielleicht ganz am Ende die Körner“, erklärt Arndt.
Nach den zwei aufeinanderfolgenden Waseberg-Passagen (Passagen 2 & 3) geht es wieder in die Stadt zur Mönckebergstraße und dann wieder raus nach Blankenese. „Wäre diese lange Runde nicht, könnten wir definitiv von einem richtigen Klassiker sprechen und das Feld sich komplett zerlegen. Durch das lange Stück an der Elbe in Richtung Ziel kann man mit Helfern wieder Löcher stopfen. Allerdings sollte man nicht unterschätzen, was noch kommt“, so Arndt.

Finale – die entscheidende Attacke am Waseberg?
Es geht wieder raus nach Blankenese und dann wieder auf die kleinen Runde – die letzten zwei Mal über den Waseberg. Gut möglich, dass hier die Entscheidung fällt. „Wenn du da hinkommst hast du den Waseberg schon drei Mal in den Beinen, das merkst du schon. Dann wird es sicher Attacken geben und sind die Sprinter isoliert, kommen sie nicht mehr zurück. Auf dem Weg zurück in die Stadt können sich noch einmal Gruppen zusammenschließen, aber ganz viel reparieren kann man dann nicht mehr. Ein Sprint aus einer kleinen Gruppe ist recht wahrscheinlich“, sagt Arndt.
Insgesamt dürften die Streckenänderungen das Rennen offener gemacht haben, bieten sich mehr Chancen für Angriffe. „Es ist definitiv anspruchsvoll! Die Chance, dass eine Gruppe durchkommt ist größer. Aber man muss immer abwarten, wie die Mannschaften nominieren und ob sie sich schon jetzt auf die veränderte Strecke eingestellt haben. Vielleicht wird die Veränderung der Strecke dann für die nächsten Jahre auch noch mehr taktische Veränderungen nach sich ziehen. Das muss man abwarten und darf gespannt sein, wie das Rennen in diesem Jahr läuft. Kommt da ein starkes Team mit 5-6 Klassikerspezialisten und fängt früh an, alles auseinander zu nehmen, kann das Rennen auch ganz anders laufen. Aber ein Sprint aus einer Gruppe erscheint mir das wahrscheinlichste Szenario. Aber warten wir es mal ab“, sagt Arndt und lacht.
Alle Infos: cyclassics-hamburg.de


