Ben Turner (Foto: © Cor Vos)

Ben Turner (Ineos Grenadiers) hat die 4. Etappe der Spanien-Rundfahrt gewonnen, die in Voiron mit einem Massensprint endete. Der 26-jährige Brite behielt die Oberhand vor Jasper Philipsen und Edward Planckaert (beide Alpecin-Deceuninck).

Einen Wechsel gab es in der Gesamtwertung: Aufgrund der besseren Tagesplatzierungen hat David Gaudu (Groupama FDJ) das Rote Trikot von Jonas Vingegaard (Visma | Lease a Bike) übernommen. Die beiden liegen weiterhin zeitgleich an der Spitze. Joel Nicolau (Caja Rural-Seguros RGA), der zu den Ausreißern des Tages gehörte, ist der neue Träger des Bergtrikots. In der Punktewertung liegt jetzt Mads Pedersen (Lidl-Trek) vorne, der die Etappe auf dem 6. Platz beendete.

Die Etappe: Das 4. Teilstück der Spanien-Rundfahrt führte von Italien nach Frankreich: 206 Kilometer musste das Peloton zwischen dem Start in Susa und dem Ziel in Voiron zurücklegen. Da sich die meisten der knapp 3000 Höhenmeter auf die erste Rennhälfte verteilten, durften sich vor der Etappe Ausreißer ebenso Hoffnung machen wie die Sprinter.    

Profil der 4. Etappe der Spanien-Rundfahrt 2025

Was sonst so passierte:

Louis Vervaeke (Soudal Quick-Step), Sean Quinn (EF Education-EasyPost), Joel Nicolau (Caja Rural-Seguros RGA), Kamiel Bonneu (Intermarché-Wanty) und Mario Aparicio (Burgos Burpellet BH) bildeten die erste Ausreißergruppe des Tages und teilten die drei Bergwertungen unter sich auf: Am Puerto Exilles lag Nicolau vorne, am Montgenévre war es Vervake, während sich Quinn die Bergwertung am Lautaret holte. Nicolau, der bei allen drei Anstiegen Punkte sammelte, sicherte sich die Führung in der Bergwertung.

Der Abstand zum Feld, in dem einmal mehr Lidl-Trek das Tempo kontrollierte, schmolz auf der alpinen Abfahrt allmählich zusammen. Auch Alpecin-Deceuninck mischte angesichts der Aussichten auf Alpe d‘ Huez einen Massensprint vorne mit. 100 km vor dem Ziel hatte das Quintett an der Spitze nur noch knapp 1 Min. Vorsprung. Es dauerte nicht lange, bis die Gruppe gestellt war. Sinhué Fernandez (Burgos Burpellet BH) versuchte sein Glück als Solist, wurde aber noch vor dem Zwischensprint eingeholt. Die Sprintwertung in Noyarey gewann Mads Pedersen vor Ethan Vernon. Anschließend setzte sich für eine kurze Zeit Bruno Armirail (Decathlon AG2R La Mondiale) ab. Die Zeichen standen klar auf Massensprint, den Ben Turner überraschend gewinnen sollte.

Erkenntnisse:

  • Man muss sich nicht immer wochenlang auf eine große Rundfahrt vorbereiten, um einen großen Sieg zu erringen: Ben Turner sollte eigentlich gar nicht bei der Rundfahrt an den Start gehen. Er wurde vom Team von der Renewi Tour abgezogen, um kurzfristig für Lucas Hamilton einzuspringen. Diese Entscheidung dürften die Ineos-Verantwortlichen nicht bereuen. 
  • David Gaudu hatte Rot im Blick: Der Franzose zeigte sich beim einzigen Zwischensprint des Tages vorne – bei den erhofften Bonussekunden ging er aber leer aus. Plan B: bei gleichem Zeitabstand mindestens 8 Plätze vor Vingegaard ins Ziel kommen. Das klappte.   
  • Lidl-Trek investierte auch heute viel, um endlich den ersehnten ersten Tagessieg bei der Vuelta zu holen – doch auch heute zahlte sich die Investition nicht aus. Am Ende wurde Mads Pedersen nur Sechster. 
  • Bei Alpecin-Deceuninck lief es heute im Finale ebenfalls nicht rund: Die Abstimmung von Jasper Philipsen und Edward Planckaert auf den letzten Metern war suboptimal. Statt des Tagessieges blieben dem Team nur die Plätze 2 und 3.
  • Wie schon bei den vorherigen Etappen konnte sich heute nur eine kleine Ausreißergruppe absetzen. Eine größere Gruppe, bei der sich mehrere Teams Chancen auf einen Tagessieg ausrechnen könnten, hätte heute realistische Chancen aufs Durchkommen gehabt. So blieb den Ausreißern das übliche Trostpflaster: Joel Nicolau holte sich das Bergtrikot.

Spannungspunkte:
** erneut kein Feuerwerk, dafür ein packendes Sprintfinale  

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