
Etappe 6 Vuelta 2025 | 28. August | Olot – Andorra 170 km
Nach dem Teamzeitfahren am Mittwoch geht es direkt anspruchsvoll weiter. Die 6. Etappe der Vuelta führt von Olot zur Bergankunft in Pal Andorra. Insgesamt 170 Kilometer lang, mit satten 3600 Höhenmetern! Am Ende wartet eine schwere Bergankunft in Andorra – es geht hinauf zum Pal Arinsal Ski Resort. Ganz in der Nähe endete vor zwei Jahren eine Etappe, als sich Remco Evenepoel den Sieg holte. In diesem Jahr führt der Weg aber anders ins Skigebiet, wählte man eine Route, die zuletzt vor 15 Jahren im Programm der Vuelta war.
Es ist eine schwere Bergankunft – die letzten sieben Kilometer haben 7% im Schnitt. Für die Klassementfahrer ist es mehr als ein erster Härtetest. Die Karten müssen wohl endgültig auf den Tisch, was die Bergform betrifft. Anders als auf dem Weg nach Puerto Limone geht es nicht nur am Ende hinauf, sondern müssen schon vor der Schlusssteigung knapp 3000 Höhenmeter überwunden werden. Die Abstände in der Gesamtwertung sind noch gering, das wird sich nun sicher ändern. Ob die Fahrer mit Blick auf Freitag, an dem direkt die nächste schwere Bergetappe ansteht, die Kräfte ein wenig dosieren können, wird von der Renngestaltung abhängen.
Es ist eine echte GC-Etappe, bei der man die Favoriten auf den Gesamtsieg ganz vorn erwarten darf.
Die Strecke der 6. Etappe der Vuelta 2025

Los gehts in Olot und direkt nach dem Start bergauf. So darf man wohl direkt mit Action rechnen. Es geht gen Nordwesten und nach der ersten Bergwertung folgt eine längere Abfahrt und dann geht es zum ersten langen Anstieg des Tages.

Der Collada de Toses ist kein Monsterberg, aber berechtigt als 1. Kategorie eingestuft. Ein langer Anstieg mit mehr als 24 Kilometern bergan! Im Schnitt nur 3,5% steil, aber durchaus mit steilen Passagen.
Es folgt eine lange Abfahrt und dann ein langes abfallendes Stück zum Finale.

Der Alto de la Comella leitet das Finale ein. Eine kurze, aber giftige Steigung! Mehr als ein „Kicker“ auf dem Weg zur Schlusssteigung! Es folgt eine kurze und schnelle Abfahrt, dann gehts hinauf zum Ziel.

Die Schlusssteigung ist fast 10 Kilometer lang und hat rund sechseinhalb Prozent im Schnitt. Unten zunächst moderat steil, dann ein längerer giftiger Abschnitt. Die letzten fünfeinhalb Kilometer bis zu den letzten flachen Metern haben rund siebeneinhalb Prozent! Die letzten 400 Meter sind dann flacher.

Die Favoriten der 6. Etappe der Vuelta 2025
Es ist eine Etappe, bei der man wohl mit einem Kampf der Top-Favoriten auf den Gesamtsieg rechnen darf. Doch auf solchem Terrain, vor allem bei der Vuelta, gibt es hin und wieder Überraschungen und Ausreißer holen sich den Tagessieg, während die GC-Fahrer dahinter um das Rote Trikot kämpfen. Da die Abstände in der Gesamtwertung aber noch sehr gering sind, erscheint es sehr wahrscheinlich, dass die GC-Teams das Rennen kontrollieren und am letzten Anstieg die Kapitäne ihren Kampf austragen.
Jonas Vingegaard wirkt bislang souverän, das Terrain scheint passend für ihn, auch wenn es nach seinem Geschmack gern noch etwas steiler und härter sein dürfte. Ciccone, Almeida, Gall … es gibt einige gute Kletterer, die hier am Ende vorn landen könnten. Löst sich früh eine starke Gruppe mit exzellenten Kletterern, könnten sie auf dem Weg zum Finale einiges an Vorsprung herausfahren, sodass sie vielleicht bis zum Ziel vorn bleiben können. Tejada, Harper, Fortunato, De la Cruz, Poels, Hirt, Dunbar … – sie alle haben bereits etwas Rückstand in der Gesamtwertung und Vingegaard könnte ihnen durchaus etwas Vorsprung lassen, ohne in Panik zu geraten. Doch man muss abwarten, welches Team im Feld die Kontrolle übernimmt und wie das Rennen gestaltet wird.
***** Jonas Vingegaard
**** Ciccone, Almeida
*** Gaudu, Gall, Tejada, Buitrago
** Jorgenson, Bernal, Staune-Mittet, Frigo, Cepeda, Landa, Hindley, Pellizzari
* Pidcock, O’Connor, Ayuso, Hindley, Harper, Vermaerke, Bisiaux, Ryan, Riccitello
Start: 12:35 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr
Offizielle Website: lavuelta.es

