
Nach dem Sieg von Jay Vine bei der Bergankunft am Donnerstag in Andorra geht es anspruchsvoll weiter! Die 7. Etappe der Vuelta 2025 führt von Andorra la Vella nach Huesca. Mehr als 4200 Höhenmeter gilt es auf den 188 Rennkilometern zu bewältigen. Eine schwere Bergetappe, die erneut mit einer Bergankunft endet.
Die erste Steigung des Tages ist lang und beginnt nach wenigen Kilometern – so haben bergfeste Ausreißer sicher die Chance, einen größeren Vorsprung auf das Feld herauszufahren. Gut möglich, dass es zwei Rennen in einem gibt – eines um den Tagessieg aus der Fluchtgruppe, das andere zwischen den Klassementfahrern im Finale.
Das Rote Trikot trägt nach erfolgreicher Flucht Torstein Træen. Gern würden er und sein Bahrain-Team die Gesamtführung verteidigen, doch das wird keine leichte Aufgabe. Zum einen ist sein Polster nicht sehr üppig, zum anderen werden die Teams Visma | Lease a Bike und UAE Emirates-XRG wohl die Verantwortung fürs Rennen auf den Schultern von Træen lassen. Nur dann, wenn ein wirklich gefährlicher Mann im Kampf um den Gesamtsieg in die Offensive geht, werden auch sie die Helfer einspannen. Doch zunächst liegt die Verantwortung für die Verfolgungsarbeit bei Bahrain-Victorious.
Auf diesem Terrain kann sich schnell eine stark besetzte Gruppe formieren, die sich vielleicht auch bis zum Ende vorn behaupten kann. Gut möglich, dass die Teams von Vingegaard und Almeida einen starken Fahrer mitschicken. Sepp Kuss beispielsweise – der mit einer erfolgreichen Flucht vor zwei Jahren den Grundstein für seinen Gesamtsieg legte. Auch Red Bull hat noch zwei Fahrer weit vorn in der Gesamtwertung, Soudal-QuickStep könnte offensiv agieren und weitere Mannschaften ebenso. Man wird sich gegenseitig genau beobachten und es könnte ein interessanter Kampf um die Gruppe des Tages werden.
Die Strecke der 7. Etappe der Vuelta 2025

Die ersten Kilometer geht es bergab, dann direkt in den ersten langen Anstieg des Tages! Der Port del Canto ist als Berg der ersten Kategorie eingestuft und vor allem zu Beginn steil.

Die ersten sechs Kilometer des Anstiegs sind happig, dann flacht es etwas ab und die Steigung hat im weiteren Verlauf auch flache Passagen. Insgesamt geht es fast 25 Kilometer bergan, mit rund viereinhalb Prozent im Schnitt.
Es folgen eine lange Abfahrt und ein Flachstück, ehe es wieder bergauf geht. Diese zweite Steigung des Tages ist deutlich kürzer und zählt zur zweiten Kategorie. Es folgt eine kurze Abfahrt und ein Flachstück zum dritten Berg. Nach dieser Bergwertung geht es nicht sofort bergab, dann aber hinunter und leicht ansteigend zum letzten Berg des Tages.

Die Schlusssteigung nach Cerler ist 12 Kilometer lang und hat fast 6% im Schnitt. Es gibt flache Abschnitte – sogar kurze Abfahrten. Aber auch sehr steile Passagen mit mehr als 14% Steigung! Vor allem im unteren Teil wird es happig! Oben raus flacht es kurz vor dem Gipfel etwas ab.

Sprintwertung:
BENASQUE Km 174
Bergwertungen:
PORT DEL CANTÓ Km 37,9 | 24,7 km – 4,4 %
PUERTO DE LA CREU DE PERVES Km 107,7 | 5,7 km – 6,3 %
COLL DE L’ESPINA Km 141,5 | 7,1 km – 5,5 %
CERLER Km 188 | 12,1 km – 5,8 %
Die Favoriten
Jubeln erneut Ausreißer? Oder setzen die GC-Teams zu einem Großangriff an? Es ist wohl mit einem ähnlichen Rennverlauf wie gestern zu rechnen – eine Gruppe von starken Ausreißern macht sich aus dem Staub und ein exzellenter Kletterer holt sich den Tagessieg. Das Bahrain-Team würde eine ungefährliche Gruppe sicher ziehen lassen und versuchen, das Rote Trikot zu verteidigen. Für Torstein Træen wäre es sicher besser, würde es erst am Schlussanstieg zur Sache gehen, und würden nicht schon weit vor dem Ziel die Top-Fahrer eskalieren. Für einen Angriff der Top-Favoriten auf den Gesamtsieg eignen sich die Anstiege nicht wirklich. So kann man wohl davon ausgehen, dass die ganz große GC-Action erst am Schlussanstieg passiert. Es sei denn, es geht ein durchaus aussichtsreicher Klassementfahrer in die Gruppe des Tages. So wie es – wie oben angesprochen – Sepp Kuss vor zwei Jahren tat. Die Konkurrenz wird aber sich nicht tatenlos zuschauen.
Die Chance für kletterstarke Ausreißer auf den Tagessieg ist groß. Fahrer mit ausreichend Rückstand in der Gesamtwertung gibt es einige. Eddie Dunbar, Esteban Chaves, Emanuel Buchmann, Johannes Staune-Mittet, Ben Zwiehoff, Jan Hirt, Marco Frigo, Cristián Rodríguez, Junior Lecerf, Markel Beloki …. Hat Jay Vine wieder ein Bein wie am Donnerstag, kann man auch ihn erneut in der Gruppe des Tages sehen.
Springen aber Kuss, Soler, Pellizzari, Gall oder Pidcock mit in die Gruppe, könnte es ein schnelles Rennen werden und am Ende auch die Top-Klassementfahrer um den Tagessieg fahren. Visma würde wohl gern einen Fahrer mitschicken, denn sie haben mit Vingegaard den Top-Favoriten auf den Gesamtsieg in den eigenen Reihen, und sollte das Team Bahrain Victorious eine starke Fluchtgruppe nicht kontrollieren können, würde man im Feld wohl zunächst Vingegaard die Verantwortung für die Nachführarbeit übertragen. Die Teams bereiten sich ganz sicher auf alle taktischen Eventualitäten vor – doch im Radsport lässt sich nicht alles vorhersehen und passieren manchmal Überraschungen.
***** –
**** Dunbar, Vingegaard, Frigo,
*** Ciccone, Almeida, Harper, Gall
** Bernal, Tejada, Tiberi, O’Connor, Hindley, Beloki, Cepeda
* Staune-Mittet, Castrillo, Poels, Harper, Zwiehoff, Tulett
Start: 11:55 Uhr
Ziel: ~17:30 Uhr
Offizielle Website: lavuelta.es

