Insgesamt 30 Anstiege hat die Tour de France 2026, verteilt auf Pyrenäen, Zentralmassiv, Vogesen, Jura und Alpen. Insgesamt 8 Bergetappen weist Veranstalter ASO aus – fünf Etappen enden mit einer Bergankunft. Insgesamt hat diese Tour de France 2026 satte 54.450 Höhenmeter, damit rund zweitausend Höhenmeter mehr als die Tour im vergangenen Jahr. Der Parcours ist anspruchsvoll, die Etappen haben es in sich.
Verteilung der Anstiege:
1 in Katalonien
6 in Pyrenäen
4 im Zentralmassiv
5 in den Vogesen
1 im Jura
13 in den Alpen
Die Bergetappen der Tour 2026 in der Übersicht
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Etappe 3 | Granollers – Les Angles | 196 km, 3950 Hm

Die erste Bergetappe der Tour steht bereits am dritten Tag an. Es geht von Granollers nach Les Angles. Moderater Beginn, aber ein durchaus anspruchsvolles Finale! Fast 4000 Höhenmeter hat dieses Teilstück und auch wenn die finale Steigung zum Ziel nur rund eineinhalb Kilometer lang ist, diese Etappe ist ein erster Bergtest für die Klassementfahrer!
Etappe 6 | Pau – Gavarnie-Gèdre | 186 km, 4140 Hm

Das sechste Teilstück ist dann die erste richtig heftige Bergetappe. In den Pyrenäen geht es zur Sache! Über den Aspin geht es zum legendären Col du Tourmalet. Ein langer und sehr schwerer Anstieg – 17,1 Kilometer mit mehr als sieben Prozent im Schnitt! Nach dem Tourmalet geht es zur Bergankunft in Gavarnie-Gèdre – eine eher moderate Steigung.


Wer die Konkurrenz abhängen will, muss wohl den Tourmalet zur Attacke nutzen. Man darf gespannt sein, ob so früh im Rennen die Top-Klassementfahrer bereits die Karten auf den Tisch legen wollen. Der Tourmalet ist in jedem Fall schwer genug für Abstände zu sorgen.
Etappe 10 | Aurillac – Le Lioran | 167 km, 3900 Hm

Eine typische Zentralmassiv-Etappe. Die zweite Hälfte dieses Teilstücks hat keinen flachen Meter. Hoch und runter, auf den typischen Straßen dieser Gegend. Es sind zwar keine superlangen Anstiege, aber ein Terrain, auf dem das Rennen nur schwer zu kontrollieren ist. Es ist eine gefährliche Etappe für die Klassementfahrer, denn ein kleiner Fehler kann schnell bestraft werden. Wer hier ins Hintertreffen gerät kann große Problemen bekommen, selbst mit starken Teamkollegen an seiner Seite. Terrain für explosive Fahrer, dass durchaus für Überraschungen sorgen kann und auf keinen Fall unterschätzen sollte.
Etappe 14 | Mulhouse – Le Markstein | 155 km, 3800 hm

Teilstück 14 ist eine heftige Etappe in den Vogesen! Nur 155 Kilometer lang, aber mit 4000 Höhenmetern. Die ersten Kilometer sind flach, dann beginnt das Auf & Ab!

Direkt die erste Steigung hat es in sich. Es geht hinauf zum Grand Ballon. Der Anstieg ist zweigeteilt, hat ein längeres Flachstück im Mittelteil. Doch die letzten rund sechs Kilometer haben es durchaus in sich!
Nach der Abfahrt vom Grand Ballon geht es erst über den Col du Page, dann zum Ballon d’Alsace. Fast neun Kilometer mit knapp sieben Prozent im Schnitt geht es hinauf – ein typischer Anstieg in der Region.


Über den Col du Hundsruck geht es dann zur letzten Steigung des Tages – den Col du Haag. Es geht von Süden hinauf nach Le Markstein am Grand Ballon. Diese Steigung hat es in sich! Unregelmäßig, im zweiten Teil auf einem schmalen Radweg. Der Asphalt ist gut, aber es gibt auch immer wieder steile Passagen. Dieser Anstieg eignet sich super zu einem Angriff!
Strava-Segment zweiter Teil Col du Haag
Etappe 15 | Champagnole – Plateau de Solaison | 184km, 3950 hm
Ein genaues Profil dieser Etappe ist noch nicht verfügbar, doch die Eckdaten sind bekannt! Das Finale ist dann eine Kombination aus einem kurzen, aber sehr steilen Anstieg zum Col de la Croisette und der langen Schlusssteigung zum Plateau de Solaison.
Es ist die letzte Etappe der zweiten Woche, am Sonntag vor dem letzten Ruhetag. Man darf mit einem heftigen Kampf der Klassementmentfahrer an der Schlusssteigung reichen. Es ist ein übler Anstieg mit mehr als neun Prozent im Schnitt! Bei mehr als 11 Kilometern Länge! Vor allem der Einstieg in die Schlusssteigung ist heftig – wer kann, wird hier wohl direkt versuchen die Konkurrenz ans Limit zu führen oder abzuhängen. Diese Bergankunft kann von großer Bedeutung für den Kampf um die Gesamtwertung der Tour sein. Sollte Pogacar erneut überlegen sein, kann die Gesamtwertung eventuell bereits nach dieser Etappe eine ganz klare Struktur haben und eine Vorentscheidung gefallen sein. Oder nimmt das Rennen hier eine bedeutende Wendung? An diesem Anstieg ist viel möglich!

Etappe 18 | Voiron – Orcières Merlette | 185 km, 3800 Hm

Es ist keine superschwere Etappe, aber man sollte sie dennoch nicht unterschätzen. Immerhin gilt es fast 4000 Höhenmeter zu bewältigen und zum Ziel geht es bergauf. Gut möglich, dass den Fans hier zwei Rennen in einem geboten werden – eines um den Tagessieg aus der Fluchtgruppe, eines um die Gesamtwertung aus der Favoritengruppe.

Die Schlusssteigung ist kein Monsterberg. Etwas mehr als sieben Kilometer bei rund sechseinhalb Prozent. Doch es geht bis auf mehr als 1800 üNN und die letzten sechs Kilometer sind durchaus anspruchsvoll. Keine superkrasse Bergankunft, doch am 18. Tag einer Rundfahrt ganz sicher nicht zu unterschätzen.
Etappe 19 | Gap – Alpe d’Huez | 128 Km, 3500 Hm

Alpe d’Huez – ein echter Tour-Klassiker! Die legendären 21 Kehren hinauf ins wenig attraktive Skigebiet. Diese Etappe ist kurz und sie dreht sich komplett um den finalen Anstieg. Dennoch sollte man diese Etappe nicht darauf reduzieren! Denn es geht direkt nach dem Start bergauf und das zunächst zum Col Bayard und dann direkt hinauf zum Col du Noyer.

Diesen Noyer sollte man nicht unterschätzen. Klar, es ist noch weit bis zum Ziel, doch es ist eine happige Steigung und hier könnte sich eine extrem starke Fluchtgruppe formieren. Für die Sprinter ist es ein Alptraum-Start!
Vom Gipfel sind es noch satte 100 Kilometer bis ins Ziel.
Das große Finale ist dann die Steigung nach Alpe d’Huez. Echter Radsport-Mythos. DER Partyberg der Tour de France. Es wird ein Spektakel, ein großes Fest der Fans. Sportlich ist diese Ankunft natürlich auch bedeutungsvoll! Denn ist ein schwerer Anstieg!

Fast 14 Kilometer geht es hinauf, mit mehr als acht Prozent im Schnitt. Vom Einstieg an ist es steil, gibt es für mehr als 10 Kilometer keine Chance mal durchzuschnaufen. Wer an der Alpe siegt, schreibt Radsportgeschichte! Ganz sicher wird es ein besonderer Tag dieser Tour de France 2026.
Etappe 20 | Le Bourg d’Oisans – Alpe d’Huez | 171 Km, 5600 Hm

Das große Berg-Finale am vorletzten Tag. Eine ganz üble Etappe mit 5600 Höhenmetern. Ein Monster-Teilstück! Drei Wochen haben die Fahrer in den Beinen und dann diese brutale Etappe! Ein ganz fieses Ding, dass keine Schwäche verzeigt. Wer hier in eine Krise gerät kann ruckzuck Minuten verlieren.

Schon der erste Anstieg ist übel. Von Süden geht es hinauf zum Croix de Fer. In Summer 24 Kilometer sind es, bis der Gipfel in über 2000 Metern erreicht wird. Es gibt zwar einige flache Abschnitte und auch eine Abfahrt, aber immer wieder auch steile Passagen. Eine langen Anstieg direkt zum Auftakt der Etappe – das liegt nicht allen Fahrern.
Dann geht es nach der Abfahrt ins Maurienne-Tal zum Fuße des Galibier. Noch so ein ewig langer Anstieg bis auf 2642 m ÜNN. Von Norden geht es zunächst über den Col du Telegraphe – schon das ein schwerer Anstieg! Danach dann die leichte Abfahrt und dann weiter zum Galibier. In Summe sind es 35 Kilometer vom Beginn des Telegraphe zum Gipfel des Galibier. Die Fahrer werden die Anstrengungen der drei Wochen und die dünne Luft ganz sicher spüren!


Dann geht es zum Berg-Finale dieser Tour. Über den Col de Sarenne geht es nach Alpe d’Huez. Der Sarenne ist ebenfalls ein schwerer Anstieg und man sollte ihn nicht unterschätzen. Es geht höher hinaus, als das Etappenziel in Alpe d’Huez. Satte 12,8 Kilometer mit 7,3%! Im unteren Teil noch mit steilen und moderaten Abschnitten, dann aber heftig bis auf nahezu 2000 m ÜNN! Eine kurze Abfahrt unterbrochen durch eine Geensteigung, dann kommt man am Kreisverkehr kurz vor dem Skiort von Alpe d’Huez raus. Die letzten dreieinhalb Kilometer kennen die Fahrer vom Vortag.
Gut möglich, dass es an diesem Tag in den Top10 der Gesamtwertung noch einige Verschiebungen gibt.


