Lenny Martinez (Foto: © Cor Vos)

Rang 10 im WorldRanking bedeutet für das Team Bahrain-Victorious einen großen Sprung nach vorn. Satte sieben Plätze kletterte man im Vergleich zum Vorjahr. Mehr Siege konnte man aber nicht einfahren, eher im Gegenteil. Nur magere acht Erfolge stehen zu Buche – aber darunter immerhin der Gesamtsieg bei der Valencia-Rundfahrt durch Santiago Buitrago und ein Etappensieg bei Paris-Nizza durch Lenny Martinez. Für reichlich UCI-Punkte sorgte vor allem Neuzugang Lenny Martinez. Der kletterstarke Franzose wurde zudem Gesamtzweiter bei der Tour de Romandie, Gesamtfünfter bei der Katalonien-Rundfahrt, Vierter beim Fleche Wallonne und stand beim Giro dell’Emilia auf dem Podium.

Schwierige Klassiker, schwieriger Giro,

Das Team Bahrain-Victorious hat nach einem Übergangsjahr 2024 nun den Umbruch weiter vorangetrieben. Viele junge Fahrer stießen zur Mannschaft und das wird auch so weitergehen. Nicht alles lief in diesem Jahr perfekt. Rundfahrten-Hoffnung Antonio Tiberi startete sehr gut in die Saison, stand bei Tirreno-Adriatico auf dem Podium. Auch beim Giro lief es lange gut, doch dann stürzte er und konnte in den Kampf um die Top5 nicht mehr eingreifen. Bei der Polen-Rundfahrt wurde er Gesamtzweiter, bei der Vuelta konnte er jedoch in Sachen Gesamtwertung keine Rolle spielen.

Bei den Klassikern konnte man kaum glänzen. Topstar Matej Mohoric war nach guten Saisonstart krank und kam während der Klassiker nicht mehr in Form. Phil Bauhaus sprintete bei ‚Classic Brugge-De Panne‘ auf Rang vier – in diesem Rennen stürzte sein Kollege Nikias Arndt schwer, der erst im Sommer nach langer Reha wieder zurück ins Peloton kam. Immerhin Fred Wright hatte einige Top10-Resultate – darunter in Sanremo und Roubaix.

Schwierige Tour, starke Vuelta

Bei der Tour de France setzte man vor allem auf Offensive. Martinez trug einige Tage das Bergtrikot, auch Buitrago und Wright agierten offensiv und waren mehrfach in Fluchtgruppen. Ein Etappensieg gelang nicht, aber einige gute Tagesergebnisse. Bei der Vuelta war es Torstein Træen, der überraschte. Er trug einige Tage das Rote Trikot und landete am Ende in den Top10 der Gesamtwertung!

Trotz der Rückschläge um Tiberi und Mohoric war es keine schlechte Saison, wenn auch keine sehr gute. Es geht bergauf und mit den jungen Talenten – vor allem Martinez und Tiberi – sollen sich die Erfolge nun einstellen. Mit Jakob Omrzel rückt nun ein Megatalent zu den Profis auf. Der U23-Giro-Sieger ist erst 19 Jahre alt und wird nicht nur wegen seiner slowenischen Herkunft mit Tadej Pogacar verglichen. Trotz der Routiniers Damiano Caruso, Pello Bilbao und Kamil Gradek wird man 2026 zu den Teams mit dem geringsten Durchschnittsalter zählen. Es scheint, als habe sich das Team gut für Zukunft gerüstet.