Ivan Romeo (Foto: © Cor Vos)

Am Ende einer erneut mäßigen Saison steht man auf Rang 15 im World Ranking der Teams. Drei Pro-Teams haben 2025 mehr Punkte gesammelt als das traditionsreiche spanische Team (Uno-X Mobility, Tudor und Israel-Premier Tech). Neun Siege gelangen der Equipe Movistar – immerhin einer mehr als im vergangenen Jahr. Allerdings wurden vier Erfolge bei nationalen Meisterschaften herausgefahren. Nur zwei Siege gelangen auf WorldTour-Level – bei den Grand Tours konnte man keine Etappe gewinnen.

Das Team Movistar steckt seit Jahren im Umbruch fest. Nach einer katastrophalen Saison 2020 ging es zunächst langsam bergauf, zuletzt wurde der Aufschwung aber eher abgebremst. Das Jahr 2025 brachte nicht den erhofften Sprung nach vorn.

Hoffnung und Enttäuschung

GC-Mann Enric Mas startete zunächst gut in die Saison, landete bei der Katalonien-Rundfahrt und der Baskenland-Rundfahrt auf dem Podium. Doch erneut wurde er von Rückschlägen ausgebremst – musste die Tour de France dann vorzeitig beenden und bestritt wegen Thrombose kein Rennen mehr. Auch Javier Romo startete gut in die Saison, war Gesamtzweiter bei der Tour Down Under. Doch nach dem Frühjahr lief nicht mehr all zu viel zusammen. Immerhin konnte er bei der Vuelta nochmals als Ausreißer glänzen und wurde bei einer Etappe Tageszweiter. Der endschnelle Orluis Aular lieferte beim Giro reihenweise gute Ergebnisse – ein Sieg gelang aber nicht.

Der junge Iván Romeo gewann eine Etappe bei der Dauphine, wurde Spanischer Meister und holte Gesamtrang vier bei der UAE-Tour. Insgesamt eine gute Saison des 20-Jährigen! Einer Rubio konnte den Giro in den Top10 beenden, mehr als eine solide Saison gelang ihm aber nicht. Neuzugang Lorenzo Milesi steuerte auch ein paar gute Ergebnisse der Teambilanz bei.

Sonst gab es mehr Schatten als Licht. Ruben Guerreiro fährt der Form vergangener Jahre weiter hinterher, Jefferson Cepeda konnte an die gute Saison 2024 nicht anknüpfen. Nairo Quintana ist weit weg von den Leistungen vergangener Jahre. Bei Davide Formolo lief es selten richtig gut und bei Iván García Cortina wartet man weiter auf das ganz große Resultat bei den Klassikern. Immerhin gelang ihm ein Top10-Ergebnis bei der Ronde 2025.

Wo geht es hin?

Am Ende der Saison sorgte die Suspendierung von Ex-Teammitglied Oier Lazkano für Wirbel. Die Auffälligkeiten im Blutpass des Spaniers beziehen sich auf seine Zeit beim Team Movistar. Nicht das erste Mal, dass es rund um die spanische Mannschaft Doping-Verdächtigungen gibt.

Movistar gehört zu den traditionsreichsten Teams, hat in der Vergangenheit große Erfolge gefeiert. Doch aktuell gelingt es nicht, an die großen Zeiten anzuknüpfen. Im Gegenteil – nach der Epoche mit Weltstar Alejandro Valverde sucht man Stabilität und es scheint, als sei man im Umbruch festgefahren. Nun kommt Cian Uijtdebroeks ins Team – ein Projekt, bei dem der Ausgang offen scheint. Der Belgier ist ein Supertalent, aber ein schwieriger Charakter. Mit großem Getöse verließ er Bora-hansgrohe, nach nur zwei Jahren bei Visma folgt der nächste Wechsel. Man darf gespannt sein, ob diese Beziehung nun funktioniert und er das Team endlich wieder zu großen Erfolgen führt.

Wo geht es also hin, für die frühere Vorzeigemannschaft? Eine Prognose fällt schwer, den Glauben an einen riesigen Schritt nach vorn werden wohl nur die wenigsten Fans haben.