
Am Ende der Saison 2025 stehen schlappe 4 Siege zu Buche, damit bildet man in Sachen Siege gemeinsam mit dem Team Intermarché-Wanty das Schlusslicht der WorldTour-Teams. Aber immerhin gelangen zwei der vier Siege bei World-Tour-Rennen – hier war man ebenso erfolgreich wie sechs weitere Teams der 18 World-Tour-Mannschaften. Im Jahr zuvor konnte das Team auch nur einen WorldTour-Erfolg mehr einfahren, hatte am Ende aber insgesamt 22 Saisonsiege geholt. Insgesamt gelang 2025 keine besonders erfolgreiche Saison.
Doch der Erfolg des Teams PicNic PostNL im Jahre 2025 wird nicht nur an Siegen gemessen. Denn für das niederländische Team ging es auch um den Klassenerhalt. Die Voraussetzungen zu Saisonbeginn waren schlecht – im Dreijahresranking (nur die Top18 Mannschaften in dieser Wertung erfüllen das sportliche Kriterium für die World-Tour-Lizenz ab 2026) lag man in etwa auf dem Niveau von Cofidis und steckte im Abstiegskampf. In den Jahren zuvor setzte man konsequent auf den Nachwuchs, hatte mit Sponsoren-Wechsel und auch intern großen Problemen zu kämpfen. Nun galt es, die nötigen Punkte zu holen. Schon in der Saison 2024 hatte man ein wenig auf die Punkte geschaut, aber setzte dennoch den Plan gemäß der eigenen Überzeugung fort.
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Die Teamleitung machte im Winter einen Plan für 2025, schaffte bei den Fahrern ein Bewusstsein für die Bedeutung der UCI-Punkte – aber erneut blieb man den eigenen Überzeugungen treu. Eine klare Punktejagd gab es nicht. Das war nicht ohne Risiko, aber am Ende erfolgreich. Oscar Onley wurde nicht etwa bei kleineren Rennen auf Punktejagd geschickt, sondern bereitete sich konsequent auf die Tour de France vor. Die Zähler, die er dort nach einem herausragenden Rennen einfuhr, waren extrem wertvoll – doch die Tour ist die Tour und schnell kann man ohne Ergebnis dastehen. Doch man demonstrierte Vertrauen in die eigene Stärke und der Plan ging am Ende verdient auf.
Schwierige Saison
Überhaupt strahlte die Sportliche Führungsetage überraschend viel Ruhe aus. Auch als Klassiker-Kapitän John Degenkolb im Frühjahr schwer stürzte und bei Roubaix keine Zähler holen konnte, oder Fabio Jakobsen wegen Arterien-OP ausfiel, blieb man ruhig. Romain Bardet beendete wie geplant nach der Dauphine seine Karriere und man hielt am Plan für die Saison fest.
Mit Oscar Onley hat man ein absolutes Top-Talent entwickelt. Seit 2021 gehört er zur Mannschaft, durchlief das Nachwuchsprogramm. Nun holte er bei der Tour de France Rang vier und kämpfte gegen Florian Lipowitz um Weiß. Vier Etappenrennen beendete Onley 2025 in den Top5 – sein Auftritt bei der Tour de France bescherte dem Team viel Aufmerksamkeit.
Wo geht es hin?
Man hat sich mit dem Fokus auf junge Fahrer in den vergangenen Jahren eine Basis geschaffen. Neben Oscar Onley haben sich weitere Fahrer prächtig entwickelt. Pavel Bittner, Casper van Uden, Frank van den Broek. Die Frage ist, ob es nun gelingt, gemeinsam die Erfolge einzufahren. Denn in der Vergangenheit konnte man bereits einige Talente zu WorldTour-Profis entwickeln, trennte sich dann aber vorzeitig. Ilan van Wilder, Marc Hirschi, Marco Brenner, Thymen Arensman … sie alle verließen das Team, nachdem sie gereift waren. Auch Tom Dumoulin oder Tiesj Benoot kamen im niederländischen Team nicht auf Dauer zurecht.
Die Mannschaft PicNic PostNL hat das Saisonziel 2025 erreicht, die Voraussetzungen für die WorldTour-Lizenz geschaffen. Nun gilt es, für einen nachhaltigen Aufschwung zu sorgen. Das Potenzial im Team hat man, dieses gilt es nun zu nutzen – dann wird man ganz sicher auch wieder erfolgreichere Jahre als 2025 erleben.

