
Dass die Mannschaft Arkéa – B&B Hotels in Problemen steckt, war schon lange vor der Saison 2025 bekannt. Teamchef Emanuel Hubert suchte händeringend nach Sponsoren, versuchte, die Lücke der scheidenden Geldgeber zu schließen. Ein schweres Unterfangen, das keine Früchte trug. Man versuchte, sportlich Akzente zu setzen, für Aufmerksamkeit zu sorgen und so Investoren anzulocken. Ein schwieriges Unterfangen.
Sportlich erfolgreich war man durchaus, vor allem mit Kévin Vauquelin. Sieg beim Etoile de Bessèges, Sieg bei Région Pays de la Loire Tour, Rang zwei bei der Tour de Suisse, Rang zwei beim Fleche Wallonne und Gesamtrang sieben bei der Tour de France! Das kann sich sehen lassen! Insgesamt gelangen dem Team neun Siege, allesamt bei französischen .1 Rennen. Doch auch die sensationelle Saison von Vauquelin half bei der Sponsorensuche nicht.
Mannschaften ohne gesicherte Zukunft sind oft in einer Zwickmühle. Ohne Folgefinanzierung kann man den Fahrern keine Perspektive bieten, diese orientieren sich natürlich schnell in andere Richtungen. Ein Fahrer wie Kévin Vauquelin knüpfte schnell Kontakte und wechselt nun zu Ineos. Wenn die Abgänge der Top-Fahrer bereits früh im Saisonverlauf sicher sind, wird es für die Teamleitung umso schwerer, neue Geldgeber zu finden. Die Fahrer und Angestellten müssen dabei aber an sich denken, versuchen, einen Platz bei anderen Strukturen zu finden.
Die Mannschaft wird nun wohl aufgelöst, möglicherweise geht es mit der Conti-Mannschaft weiter. Doch Radsport-Frankreich verliert ein Team, das die vergangenen 20 Jahre Arbeitgeber vieler heimischer Profis war. Die Radsportnation Frankreich hat noch immer exzellente Sportler und Sportlerinnen, doch im internationalen Vergleich der Profi-Teams tut man sich schwer, vor allem im Männerbereich. Mit den großen Budgets der Weltspitze-Teams können die französischen Mannschaften nicht mithalten. Doch nicht alles liegt nur am Geld. Auch bei Arkéa-B&B Hotels wurde es an einigen Stellen verpasst, die Innovationen der Branche mitzugehen. Doch in einer Situation mit schnell wechselnden Sponsoren und ohne langfristige Planungssicherheit ist es schwer, sich in der Weltspitze des Radsports zu behaupten.
Viele Fahrer haben einen neuen Arbeitgeber gefunden, einige jedoch stehen noch ohne Team da. Ein bitteres Ende, auch für einige Mitarbeiter des Teams.

